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Das Hochfest Fronleichnam

Fragt man die Gläubigen, nennen sie den zweiten Donnerstag nach Pfingsten schlicht und einfach Fronleichnam. Arbeitnehmer dürfen sich freuen, denn schließlich ist dieser Tag in sechs deutschen Bundesländern gesetzlicher Feiertag.

"Fronleichnam" leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrône lîcham" ab und heißt übersetzt "Leib des Herrn". Davon leitet sich auch der liturgische Name ab: "Hochfest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi". Die Hostie, also der Leib Christi, wird in der sogenannten Monstranz (von lat. "monstrare", "zeigen"), einem liturgischen Schaugefäß, durch die Straßen der Städte und Dörfer getragen.

Den Gläubigen ist die gewandelte Hostie wichtig, denn in ihr ist Jesus Christus wahrhaft gegenwärtig. Dieses Geheimnis hat Jesus seinen Jüngern am Gründonnerstag anvertraut, als er ihnen beim Letzten Abendmahl seinen Leib und sein Blut in Brot und Wein zur Speise gab. Alle vier Evangelien beinhalten den sogenannten "Einsetzungsbericht", in dem es zum Beispiel bei Matthäus heißt:

"Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden." (Matthäus 26,26-28)

Fronleichnam steht demnach in enger Verbindung zum Gründonnerstag. Die Stille der Karwoche lässt ausgelassenes Feiern und öffentliche Prozessionen jedoch nicht zu. Deshalb wird die Feier der Einsetzung der Eucharistie am liturgischen "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi" nachgeholt. Katholische Christen glauben, dass Jesus Christus - der gleiche, der damals in Galiläa gelebt hat - wirklich in dem Brot und Wein in der Heiligen Messe gegenwärtig ist. Und das muss gefeiert werden!

Mittwoch, 7. Juni

18:30 Uhr    

   

Vorabendmesse zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi - Fronleichnam
Zelebrant: Pfarrer Dr. Richard Kocher, St. Anton, Balderschwang (Bistum Augsburg)
Musikalische Gestaltung: Familie Kraft, Ensemble "Kraftquelle"

   

Donnerstag, 8. Juni - Hochfest des Leibes und Blutes Christi

08:00 Uhr

   

Kalenderblatt - Fronleichnam - Hochfest des Leibes und Blutes Christi

09:00 Uhr

 

Erzählung - Betrachtung zu Fronleichnam
Autor: Heiliger Josemaria Escriva de Balaguer; Lektor: Schauspieler und Hörbuchsprecher Michael König

10:00 Uhr

 

Heilige Messe - Hochamt zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam
Zelebrant: Wallfahrtsrektor Norbert Traub, Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein, Wemding (Bistum Eichstätt)

13:00 Uhr

 

Talk und Musiksendung - Musik zum Fronleichnamsfest

14:00 Uhr

 

Spiritualität - Fronleichnam - der große Gott und das kleine Brot
mit Pfarrer i.R. Winfried Abel

18:00 Uhr

 

Bambambini Kindersendung - Was die Heilige Juliana mit Fronleichnam zu tun hat

18:30 Uhr

 

Heilige Messe
Zelebrant: Pfarrer Bodo Windolf, St. Maximilian Kolbe, München

20:30 Uhr

   

Credo - Das Hochfest Fronleichnam
mit Pfarrvikar Dr. Achim Dittrich

22:00 Uhr

   

Heilige Stunde - Zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi
mit der Geistlichen Familie vom Heiligen Blut, Aufhausen

An Fronleichnam fällt eines besonders auf: die öffentlichen Prozessionen. Die gewandelte Hostie - der Leib Christi - wird in der Monstranz durch die Straßen getragen. Damit wird die große Freude über die Anwesenheit des Herrn vor aller Welt zum Ausdruck gebracht. Ein sogenannter "Traghimmel", ein Stoffbaldachin, schützt ihn. Bischöfe und Priester wechseln sich beim Tragen der Monstranz ab. Während der Prozession gibt es Stationen an bis zu vier Außenaltären. Diese sind oft mit Blumenteppichen geschmückt. Die Tradition der Blumenteppiche pflegt man heute noch immer - in den Dörfern sind diese meist aufwändiger gestaltet. Die Blumen, über die der Priester mit der Monstranz schreitet, bereiten Gott selbst den Weg: "Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!" (Matthäus 3,3). Sie sind ein besonderes Zeichen der Verehrung von Jesus in der Heiligen Eucharistie.

Bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen. Die Lektoren sprechen Fürbitten und der Priester spendet den Eucharistischen Segen in alle Himmelsrichtungen. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem "Tantum ergo", dem Schlusssegen und dem "Großer Gott, wir loben dich".

Entstehung: Die Visionen der Heiligen Juliana von Lüttich

1209 hatte die junge Augustinernonne Juliana von Lüttich eine Vision: Sie sah den Mond, der bis auf einen dunklen Fleck hell leuchtete. Jesus sagte ihr, dass der Mond für den Kirchenkalender stehe, in dem noch ein Fest zu Ehren des Altarsakraments fehle. In Lüttich wurde 1246 das Fest zum ersten Mal gefeiert. 1263 hat sich das sogenannte Blutwunder von Bolsena ereignet. Papst Urban IV. setzte Fronleichnam 1264 offiziell als Hochfest des Leibes und Blutes Christi ein. Die erste Prozession in Deutschland zog 1279 durch Köln.

Martin Luther: Fronleichnam "allerschädlichstes Jahresfest"

In der Reformation kam es zu einem erbitterten Streit zwischen Katholiken und Protestanten. Martin Luther bezeichnete Fronleichnam als das "allerschädlichste Jahresfest". Es finde keine biblische Erwähnung und sei für ihn und seine Anhänger eine Form von Gotteslästerung.

Natürlich glaubte Luther nicht, dass in der Eucharistie Jesus selbst anwesend ist. Aus seiner Sicht wurde an Fronleichnam also nur ein Stück Brot verehrt. Doch Jesus hat in der Bibel deutlich gesagt: "Das ist mein Leib ... Das ist mein Blut..." (Matthäus 26,26-28) Und Leib und Blut des Herrn sind aller Verehrung wert.

In Deutschland ist Fronleichnam in folgenden Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag:

  • Bayern,
  • Baden-Württemberg,
  • Hessen,
  • Nordrhein-Westfalen,
  • Rheinland Pfalz und im
  • Saarland.
  • Überwiegt die katholische Bevölkerung in den Städten und Gemeinden, ist auch in Sachsen und Thüringen Feiertag.

Außerdem ist Fronleichnam in Polen, Österreich und Teilen der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag.

Das Fest wird immer 10 Tage nach Pfingsten und 60 Tage nach Ostern gefeiert. Es fällt damit stets auf einen Donnerstag. Es findet frühestens am 21. Mai und spätestens am 24. Juni statt.