Jetzt: Regina Coeli, Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick
Regina Coeli, Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick

Evangelium des Tages

Apostelgeschichte 11,1-18.

In jenen Tagen hörten die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten.
Als nun Petrus nach Jerusalem hinaufkam, hielten ihm die gläubig gewordenen Juden vor:
Du bist bei Unbeschnittenen eingekehrt und hast mit ihnen gegessen.
Da begann Petrus, ihnen der Reihe nach zu berichten:
Ich war in der Stadt Joppe und betete; da hatte ich in einer Verzückung eine Vision: Eine Art Gefäß, das aussah wie ein großes Leinentuch, das, an den vier Ecken gehalten, auf die Erde heruntergelassen wurde, senkte sich aus dem Himmel und es kam bis zu mir herab.
Als ich genauer hinschaute, sah und betrachtete ich darin die Vierfüßler der Erde, die wilden Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels.
Ich hörte auch eine Stimme, die zu mir sagte: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!
Ich antwortete: Niemals, Herr! Noch nie ist etwas Unheiliges oder Unreines in meinen Mund gekommen.
Doch zum zweiten Mal kam eine Stimme vom Himmel; sie sagte: Was Gott für rein erklärt hat, nenne du nicht unrein!
Das geschah dreimal, dann wurde alles wieder in den Himmel hinaufgezogen.
Und siehe, gleich darauf standen drei Männer vor dem Haus, in dem wir wohnten; sie waren aus Cäsarea zu mir geschickt worden.
Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Auch diese sechs Brüder zogen mit mir und wir kamen in das Haus des Kornelius.
Er erzählte uns, wie er in seinem Haus den Engel stehen sah, der zu ihm sagte: Schick jemanden nach Joppe und lass Simon, der Petrus genannt wird, holen!
Er wird dir Worte sagen, durch die du mit deinem ganzen Haus gerettet werden wirst.
Als ich zu reden begann, kam der Heilige Geist auf sie herab, wie am Anfang auf uns.
Da erinnerte ich mich an das Wort des Herrn: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat wie uns, als wir zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen sind: Wer bin ich, dass ich Gott hindern könnte?
Als sie das hörten, beruhigten sie sich, priesen Gott und sagten: Gott hat also auch den Heiden die Umkehr zum Leben geschenkt.

ps 42(41),2-3.43(42),3.4.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
damit sie mich leiten;
sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung.

So will ich zum Altar Gottes treten,
zum Gott meiner Freude.
Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben,
Gott, mein Gott.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,1-10.

Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Hl. Thomas von Aquin

Jesus sprach: „Ich bin der gute Hirt“ (Joh 10,11). Es ist klar, dass der Titel „Hirte“ Christus gebührt. Denn wie ein Hirt seine Herde auf die Weide führt, so erquickt Christus die Gläubigen durch geistliche Nahrung: seinen eigenen Leib und sein eigenes Blut.
Um sich vom schlechten Hirten und vom Dieb zu unterscheiden, macht Jesus deutlich, dass er der gute Hirte ist. Gut, weil er seine Herde verteidigt mit der Hingabe eines guten Soldaten für sein Vaterland. Außerdem sagte Christus, dass der Hirte durch die Tür eintritt und dass er selbst diese Tür sei (vgl. Joh 10,7). Wenn er sich hier also als Hirten bezeichnet, ist das so zu verstehen, dass er selbst eintritt, und zwar durch sich selbst. Das ist sehr wahr, denn er bekundet damit, dass er den Vater durch sich selbst kennt, während wir durch ihn eintreten, und er ist es, der uns die Seligkeit schenkt. Beachten wir, dass niemand anders als er die Tür ist, und niemand anders ist das Licht, es sei denn durch Teilhabe. Johannes der Täufer „war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht“ (Joh 1,8). Christus hingegen ist „das wahre Licht, dass jeden Menschen erleuchtet“ (v. 9). Niemand sonst kann sich also als die Tür bezeichnen, denn diesen Titel hat sich Christus vorbehalten.
Aber den Titel des Hirten hat er auch anderen zugeteilt; er verlieh ihn einigen seiner Glieder: Petrus war Hirte, ebenso die anderen Apostel und alle Bischöfe. „Ich gebe euch Hirten nach meinem Herzen“ sagt Jeremia (Jer 3,15). Obwohl die Vorsteher der Kirche – und Söhne derselben – alle Hirten sind, sagt Christus: „Ich bin der gute Hirt“, um die einzigartige Kraft seiner Liebe zu zeigen. Kein Hirte ist gut, wenn er nicht durch die Liebe mit Christus verbunden ist und so zu einem Glied des wahren Hirten wird.

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