Jetzt: Lebenshilfe, Wdh., eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Tag
Lebenshilfe, Wdh., eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Tag

Pfarrei der Woche aus Maria Namen in Iggensbach

Ein Herz für krebskranke Kinder. Hier wird Solidarität großgeschrieben. Wir sind zu Gast in Iggensbach, im Landkreis Deggendorf in Niederbayern. Hier, im Bistum Passau, befindet sich unsere kommende Pfarrei der Woche. Am Sonntag, den 05. Dezember 21 übertragen wir die Heilige Messe am zweiten Adventssonntag live aus der Pfarrkirche Maria Namen im Pfarrverband Winzer. Zelebrant ist Pfarrer Richard Simon.

Endstation Iggensbach

Von Schlesien kam er 1989 nach Westberlin und von dort nach Bayern. Passau, um genau zu sein, wo er Theologie studierte. Nach zwei Kaplansstellen wurde er Pfarrer von der Pfarrei Winzer. Seit 20 Jahren tut er seitdem hier als Seelsorger seinen Dienst. Langweilig wurde es ihm aber dennoch nie. Mittlerweile gehören zum Pfarrverband Winzer vier Pfarreien. Vor fünf Jahren kam Nesselbach dazu und vor einem Jahr schließlich noch Iggensbach und Schöllnstein. Pfarrer Simon fallen immer neue Projekte ein, die von der Pfarrei dankbar mitgetragen werden. Zudem macht es ihm Freude zu reisen und Reisen zu planen, an denen seine Gemeindemitglieder gerne teilnehmen. Freie Zeit nutzt Pfarrer Simon zum Wandern, eine Beschäftigung, die er selbst erst während Corona entdeckt habe, wie er sagt.

Das Interview mit Pfarrer Richard Simon, Bürgermeister Wolfgang Haider und Chorleiter Christian Sommer hören Sie hier: 

Sich-schenken-DNA

Pfarrer Simon unterhält auch Kontakte in seine Heimat. Der ganze Osten habe Not, sagt er. Und dagegen will er etwas tun. Z.B. durch Projekte wie "Kilo Liebe", wo er, gemeinsam mit den Ministranten seines Pfarrverbands, Lebensmittel für Schlesien sammelt, Weihnachtspakete für Menschen in Polen packt oder Kleider- und Möbelsammlungen für Menschen in Not durchführt. Die Freude am Schenken, wirkt auf den Geber zurück, sagt man. Vielleicht ist auch das der Grund, dass sich die Gläubigen immer wieder für die Projekte ihres Pfarrers begeistern lassen und ihn unterstützen.

Der erste Bürgermeister von Iggensbach, Wolfgang Haider, wurde 1990 erstmals mit einer Partei in den Gemeinderat gewählt. Seine Erfahrung war, dass immer wieder Abstimmungen aufgrund von Parteidenken nicht zufriedenstellend, im Sinne des Besten für die Menschen in der Gemeinde, entschieden wurden. Mittlerweile ist er parteilos und muss keine Parteidisziplin mehr beachten. Das gibt ihm die Freiheit, nur noch Entscheidungen für die Menschen und die Region zu treffen. Der Dank sind die Menschen, die ihn gerade wiedergewählt haben. Der Preis ist sein Ruhestand, den der 73-jährige im Gemeindehaus verbringt.

Der Heimatsingkreis reiht sich ein, in diese Geschichten des "sich Schenkens" in Iggensbach und Umgebung. Gegründet wurde der Heimatsingkreis 1971 von Sepp Raith. Das soziale Engagement stand, neben dem gemeinsamen Musikzieren, seit jeher auf der Agenda des Heimatsingkreises. Christian Sommer übernahm vor nunmehr 20 Jahren die Leitung des Chores und sammelt seitdem Spenden für den "KinderkrebsHilfe Rottal-Inn e.V." Das traditionelle Adventskonzert findet jährlich am zweiten Advent um 16:00 Uhr statt.

Pfarrei im C-Schlaf

Viele Aktivitäten und Projekte gibt es im Pfarrverband Winzer. Oder besser gesagt: Es gab sie. Vor Corona. Derzeit befindet sich der Pfarrverband eher im Dornröschenschlaf. Zumindest, was all das betrifft, was früher eine Kirchengemeinde ausgemacht hat. Geblieben sind die gemeinsamen Gottesdienstzeiten. Und hier versuchen der Pfarrer, sein Kaplan sowie die Gemeindeassistentin derzeit auch zu punkten. Gottesdienste für die Großen, für Kinder, für Kleinkinder und für Familien, haben sie im Programm. Dazu jede Menge Ideen und Reiselust für eine Zeit nach Corona. Wann das sein wird, weiß noch niemand aber es liegt zumindest alles bereit. Sorgen macht sich Pfarrer Simon, derzeit, dass "ihm alles entgleite", wie er sagt, weil einfach der Kontakt zu den Menschen fehlt. Mit ihm, dem Seelsorger, aber auch untereinander in den Gruppen und Vereinen. Bleibt zu hoffen, dass Corona bald ein Ende findet, damit sich die geplanten Neuanfänge Bahn brechen können.

Markus Münch hat sich für Sie vor Ort umgesehen


Stille Benefizkonzerte

Ursprünglich sollte auch die Übertagung des traditionellen Benefizadventskonzerts am zweiten Advent um 16:00 Uhr bei radio horeb übertragen werden. Das Konzert muss allerdings in diesem Jahr, den Coronamaßnahmen geschuldet, zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Zum Glück gibt es den Plan B: Wie im vergangenen Jahr erprobt, findet anstatt des Konzertes ein Spendenmarathon statt. Dieser kommt, wie sonst der Erlös des Konzerts, dem "KinderkrebsHilfe Rottal-Inn e.V." zugute. Zahlreiche Menschen engagieren sich bei diesem ehrenamtlich, um krebskranke Kinder und deren Familien zu unterstützen. Das Engagement erstreckt sich vom Zeit-schenken, über die Beratung bis hin zur direkten finanziellen Unterstützung von betroffenen Familien. Der Spendenmarathon erstreckt sich über einen Monat. Jeder kann in dieser Zeit spenden und am Ende wird das Geld dem "KinderkrebsHilfe Rottal-Inn e.V." überreicht. (Den Link zur Aktion finden Sie unten.) Eine gute Alternative in der Not ist es allemal. Ein Ersatz für das Konzert aber nicht. Die vielen Künstler, die volle Kirche, die adventliche Beleuchtung sowie die tolle Akustik, die sonst alljährlich auf die Advents- und Weihnachtszeit einstimmte, fehlen nun. Und das ist nicht nur für die zahlreichen Mitwirkenden schmerzlich, sondern auch für die Gäste, die sich jedes Jahr gerne den Termin freihalten.

 

Miteinander füreinander

Auch das Adventskonzert lebt vom Miteinander und dem Engagement der Menschen in Iggensbach und Umgebung. So ist das Adventskonzert mittlerweile ein mittelgroßes Event, bei dem alle gemeinsam anpacken, damit es zu dem werden kann, was es ist. Pfarrei, Gemeinde, Feuerwehr, Vereine und Einzelpersonen bringen sich hier jährlich ein, um zum Gelingen beizutragen. Das dies so funktioniert ist großartig, da sind sich Pfarrer, Bürgermeister und Chorleiter einig. Und, dass es so bleibt, daran arbeiten sie täglich - jeder auf seine Weise.

Vieles mehr erfahren Sie im Interview, das Sie hier nachhören können. Gerne können Sie sich auch selbst ein Bild vor Ort machen. Entweder bei der Übertragung, am Sonntag, den 05. Dezember 2021 um 10:00 Uhr, oder, wenn Sie einfach mal in der Nähe sind. Pfarrer Simon hat auch gesagt, dass Gäste gerne am Pfarrhof klingeln können und dann eine Kirchenführung von ihm bekommen. Wenn das mal keine Einladung ist!

Herzliche Grüße und Segenswünsche, Ihr Markus Münch

 

Coronahinweis:
Aufgrund der Hygienemaßnahmen stehen auch in der Pfarrkirche Maria Namen weniger Sitzplätze zur Verfügung, als üblich. In der Regel sind Plätze im Sonntagsgottesdienst frei. Eine Garantie hierfür gibt es aber nicht, da keine Voranmeldung notwendig bzw. möglich ist.

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