Jetzt: Adam Dickens: Humble King
Adam Dickens: Humble King

Der Südsudan

Ein christliches Land zwischen Krieg und Hoffnung

  • 11 Millionen Einwohner
  •  60 Sprachen
  •  Fläche: 644 329 km2
  • Hauptstadt-Studio
  • Spendenziel: 250.000 €
  • HDI: Platz 186 von 189

 

Ziel 2020:
Beginn der Arbeiten am Hauptstadt-Studio in Juba.

Politik und Gesellschaft

60 Völker und Sprachen im jüngsten Staat der Welt

Der Südsudan wurde am 9. Juli 2011unabhängig von der islamisch geprägten Republik Sudan im Norden. Somit ist der Südsudan der jüngste Staat weltweit. Seit 1955 herrscht bis auf zwei Unterbrechungen Krieg im Land. Über zwei Millionen Menschen sind im Befreiungskampf des Südsudans gegen die Machthaber in Khartum umgekommen. Seit der Unabhängigkeit haben im darauffolgenden Bürgerkrieg etwa 400.000 Menschen umgekommen. Anfang 2018 war ein Drittel der Menschen im Land auf der Flucht, meist innerhalb des Südsudan.

Papst Franziskus küsst Machthabern die Füße
Seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens 2018 hat sich die Lage stabilisiert. Papst Franziskus hat 2019 Aufmerksamkeit erregt, als er bei einem Treffen mit Politikern aus dem Südsudan den rivalisierenden Volksgruppenführern die Füße küsste und sie um Frieden anflehte.

60 Völker teilen sich den Südsudan
Über 60 Völker und Sprachen gibt es im Südsudan. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sind halb-nomadische Hirten. Der Südsudan nimmt auf einer Liste, die Entwicklungsfortschritte vergleicht, weltweit unter 189 Ländern den viertletzten Platz ein. Die andauernde Gewalt führt in Verbindung mit Überschwemmungen und anderen Wetterextremen sowie einer aktuellen Heuschreckenplage derzeit wieder zu einer Hungersnot.

 

„Radio Maria Südsudan wird helfen, die Evangelisationskraft der
katholischen Kirche im Südsudan zu stärken.“


Fr. John Gbemboyo, Programmdirektor RM Südsudan

Gesellschaft und Kirche

75% Analphabeten im überwiegend christlichen Südsudan

Rund 75% der Einwohner können nicht lesen und schreiben. Daher hat im Südsudan ein Grundschulabschluss für die Menschen mehr Wert als ein Universitätsdiplom in Deutschland. Auf die Bevölkerung gerechnet liegt die Zahl der schulischen Abschlüsse im Promillebereich. Die meisten Menschen leben auf dem Land. Gewalttätige, kriegerische Traditionen in der archaischen Gesellschaft gefährden den ohnehin brüchtigen Frieden. Während Regierung und Opposition sich oft bekriegen, gibt es auch innerhalb der einzelnen Volksgruppen gewaltsame Auseinandersetzungen. Außerdem ist das Prinzip "Aug um Aug, Zahn um Zahn" tief in der Kultur verwurzelt und führt zu endlosen Fehden.
Nach Beobachtungen von Comboni-Missionaren haben die allermeisten Menschen ein vorwissenschaftliches Weltbild. Sie gehen zum Beispiel davon aus, dass nicht Parasiten, sondern soziales Fehlverhalten Krankheiten verursachen.

Es gibt Satellitenfernsehen, aber weder Handy noch Post
Seit 2018 gibt es im Südsudan Satellitenfernsehen, doch weder Telefon, Handy, Post noch Stromnetz. Elektrizität ist oftmals nur durch Generatoren oder als Solarstrom verfügbar. Die Hälfte des Jahres überfluten der Nil und heftige Regenfälle das flache, teilweise sumpfige Land. Tropische Krankheiten gehören zum Alltag und sicheres Trinkwasser ist selten.

Das Christentum ist auf dem Vormarsch
Der christliche Glaube blühte im Sudan bereits vom 6. bis ins 15. Jahrhundert regelrecht auf, doch verschwand unter dem Einfluss des Islam. Während des Unabhängigkeitskrieges gegen den Norden kamen Flüchtlinge mit Christen in Berührung, etwa unter Missionaren in Khartum oder im christlichen Äthiopien. Die arabisch geprägte islamische Regierung behandelte Schwarze als Menschen zweiter Klasse, versklavte und tötete zahllose Nicht-Muslime. Viele Südsudanesen haben während dieser Zeit den Gott der Bibel als befreiende Macht kennengelernt. Das Evangelium verbreitete sich wie ein Lauffeuer während der 1980er
und 1990er Jahre, als zurückgekehrte Flüchtlinge ihren neuen Glauben mit Angehörigen in den Dörfern teilten. Heute ist der Südsudan überwiegend christlich. Die Katholiken bilden den größten Anteil der Angehörigen aller Konfessionen.

Radio Maria Südsudan

2020 wird das Hauptstudio in Juba gebaut

2019 haben die Hörer von radio horeb erstmals für den Südsudan gespendet. Zwei Diözesanradios der katholischen Kirche in der Hauptstadt Juba sowie in Yambio konnten mit den Spenden wieder sendefähig gemacht werden. Sie haben sich Radio Maria angeschlossen. 2020 folgt der nächste Schritt: der Bau des nationalen Hauptsitzes in Juba. Von Juba aus soll sich der Sender in der ganzen Republik verbreiten. Radio Maria ist ein Lichtblick in der allgegenwärtigen Not des täglichen Lebens.

Frieden, Gebet, Versöhnung und Lebenshilfe als Schwerpunkte
Die Ausrichtung des Senders auf Frieden, Gebet, Versöhnung und praktische Lebenshilfe ist vielleicht die einzige Chance, die im Südsudan vorherrschende Gewaltkultur nachhaltig zu verändern und traumatisierte Menschen zu heilen. Der zukünftige Programmdirektor, Father John Gbemboyo, ist vielen Hörern bereits bekannt. Den Beitrag zu seiner Berufung können Sie in unserer Mediathek nachhören. 1999 wurde der 30-Jährige zum Priester geweiht. Seit 2015 ist Father John zum Aufbaustudium für Medienwissenschaften in Rom. Dort bereitet er sich auf seine Tätigkeit als Programmdirektor vor.

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