Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag

Der Synodale Weg

Worum geht es?

Die Kirche in Deutschland hat sich am 1. Dezember 2019 auf einen "Synodalen Weg" begeben, der bis 2023 andauern wird. Es soll ein Weg der Umkehr und der Erneuerung sein, angestoßen durch den Missbrauchsskandal. Praktisch gesehen handelt es sich um einen Gesprächsprozess zwischen Bischöfen und Laien aus verschiedenen (Erz-)Bistümern. Es wird in vier thematisch unterschiedlichen Foren diskutiert und gearbeitet. An jedem Forum nehmen 30 bis 35 Mitglieder teil, die durch die Synodalversammlung gewählt werden. Es handelt sich entweder um Mitglieder der Synodalversammlung selbst oder um Beraterinnen und Berater. Jedes Forum wählt aus seinen Mitgliedern zwei Vorsitzende, wobei einer Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz und einer Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist. Das Forum erarbeitet die Vorlage für die Synodalversammlung. 

Dritte Synodalversammlung beendet

Die dritte Synodalversammlung des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland hat in Frankfurt am Main vom 3. - 5. Februar 2022 getagt. 3 Texte wurden in Zweiter Lesung mit großer Mehrheit auch der Bischöfe endgültig verabschiedet; darunter der Text des ersten Forums zu Macht und Gewaltenteilung. 11 Texte wurden zur weiteren Bearbeitung angenommen. Die Synodalen werteten die Beschlüsse als großen Erfolg und Schritt in die richtige Richtung. Die Pressemitteilung zum Ende der 3. Vollversammlung finden Sie hier. Interviews die wir geführt haben, u.a. mit Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Bischof Kozon aus Kopenhagen finden Sie hier
Weitere Versammlungen: 8. bis 10. September 2022 und 9. bis 11. März 2023

 

Zur Frage der Evangelisierung

Eine häufig gestellte Frage bzgl. des Synodalen Weges ist, warum der dringende Wunsch von Papst Franziskus die Evangelisierung als Priorität zu behandeln, in den Foren nicht aufgegriffen wurde. Die Antwort des Synodalen Weges dazu: 

"Evangelisierung ist das übergeordnete Ziel des Synodalen Weges. Beim Synodalen Weg geht es darum, neue Wege zu suchen, um das Evangelium Christi glaubwürdig zu verkünden. Damit dies gelingen kann, folgen die Mitglieder der Synodalversammlung einem doppelten Zuhören:  Einerseits das aufrichtige einander Zuhören aller Mitglieder und andererseits das Hören auf den Heiligen Geist. Dieses Hören erfordert die Bereitschaft, sich von der Gegenwart des Heiligen Geistes berühren und tragen zu lassen.

In Anlehnung an Papst Franziskus, der der katholischen Kirche in Deutschland den „Primat der Evangelisierung“ ans Herz gelegt und sie ermutigt hat, die geistliche Dimension des Synodalen Weges mit den strukturellen Herausforderungen zu verbinden, gilt für die Mitglieder der Synodalversammlung gemäß der Satzung des Synoden Weges: „Als getaufte Frauen und Männer sind wir berufen, die ‚Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes‘ (Tit 3,4) in Wort und Tat zu verkündigen, sodass Menschen die Frohe Botschaft in Freiheit hören und annehmen können. Wir wollen auf dem Synodalen Weg die Voraussetzungen dafür verbessern, dass wir diese Aufgabe glaubwürdig erfüllen können. In den Mittelpunkt stellen wir die Frage nach Gott und dem Weg, den er heute mit den Menschen gehen will. Wir sehen, dass es für viele Menschen die Kirche selbst ist, die das Bild Gottes verdunkelt. Wir setzen auf die Kraft des Heiligen Geistes, die Kirche zu erneuern, sodass sie Jesus Christus als Licht der Welt glaubwürdig bezeugen kann.“ (Quelle: https://www.synodalerweg.de/faq)

Gott, unser Vater,
    Du bist denen nahe,
    die Dich suchen.
Zu Dir kommen wir mit den Fragen unserer Tage,
    mit unserem Versagen und unserer Schuld,
    mit unserer Sehnsucht und unserer Hoffnung.
Wir danken Dir für Jesus Christus,
    unseren Bruder, unseren Freund und unseren Herrn.
Er ist mitten unter uns,
    wo immer wir uns in seinem Namen versammeln.
Er geht mit uns auf unseren Wegen.
Er zeigt sich uns in den Armen, den Unterdrückten,
    den Opfern von Gewalt,
    den Verfolgten und an den Rand Gedrängten.

Wir bitten Dich:
Sende uns den Heiligen Geist,
    der neues Leben schafft.
Er stehe unserer Kirche in Deutschland bei
    und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen.
Er öffne unser Herz,
    damit wir auf Dein Wort hören
    und es gläubig annehmen.
Er treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen.
Er stärke unsere Treue zu Dir
    und erhalte uns in der Einheit mit
    unserem Papst und der ganzen Kirche.
Er helfe uns,
    dass wir Deine Gerechtigkeit und
    Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen.
Er gebe uns die Kraft und den Mut,
    aufzubrechen und Deinen Willen zu tun.
Denn Du allein bist das Licht, das unsere Finsternis erhellt,
    Du bist das Leben, das Gewalt, Leid und Tod besiegt.
Dich loben wir, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Vor dir stehen wir, Heiliger Geist,
während wir uns in deinem Namen versammeln.

Allein mit dir uns zu leiten,
beheimate dich in unseren Herzen,
lehre uns den Weg, den wir gehen müssen,
und wie wir ihn verfolgen.

Wir sind schwach und sündig;
lass uns nicht Unordnung verbreiten,
lass weder Unwissenheit uns auf einen falschen Pfad führen
noch Parteilichkeit unser Handeln beeinflussen.

Lass uns in dir unsere Einheit finden,
damit wir gemeinsam dem ewigen Leben entgegengehen
und nicht abweichen vom Weg der Wahrheit
und dem, was richtig ist.

Um all dies bitten wir dich,
der an jedem Ort und zu jeder Zeit am Werk ist,
in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn,
für immer und in Ewigkeit.
Amen.

Synodalforum 1: "Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag"

"Das Thema des 1. Synodalen Forums lautet: 'Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag'. Das Forum fragt, wie mit der Macht in der Kirche umgegangen wird. Was muss getan werden, um Machtabbau und eine Verteilung von Macht zu erreichen?" (Text: www.synodalerweg.de)

Unsere Beiträge zu diesem Thema

Synodalforum 2: "Priesterliche Existenz heute"

"Das Forum fragt, wie die priesterliche Existenz und das Amt des Priesters in Zukunft aussehen, im Lichte der Tradition der Kirche, aber auch unter veränderten Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch die Frage, welche Ämter und Lebensformen der Sendung der Kirche in der Welt dienen. Der Zölibat wird als Ausdruck der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus hoch geschätzt. Wie weit er zum Zeugnis des Priesters in der Kirche gehören muss, wird diskutiert werden." (Text: www.synodalerweg.de)

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Synodalforum 3: "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche"

"Das Forum beleuchtet die Rolle der Frau in der Kirche. Mit dem Synodalen Weg geht es um die Frage, wie die Relevanz von Glaube und Kirche wieder in die gesellschaftliche Debatte eingebracht und gleichzeitig Antworten auf innerkirchliche Fragen gegeben werden können. Das geht nur in einer Gemeinsamkeit von Frauen und Männern in der Kirche, was sich bereits jetzt an vielen engagierten Frauen in Leitungsfunktionen im kirchlichen Bereich zeigt." (Text: www.synodalerweg.de) 

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Synodalforum 4: "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft"

"Das Forum behandelt Fragen der Sexualmoral der Kirche, die immer weniger Zuspruch und Akzeptanz finden. Dabei geht es auch um eine stärkere Berücksichtigung der Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften. Dazu gehört, dass die personale Bedeutung der Sexualität kaum Beachtung findet. Das Resultat: Die Moralverkündigung gibt der überwiegenden Mehrheit der Getauften keine Orientierung."
(Text: www.synodalerweg.de)

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