Jetzt: Angelus, Mittagsansprache, Pfr. Richard Kocher
Angelus, Mittagsansprache, Pfr. Richard Kocher

Was feiern wir eigentlich an Christi Himmelfahrt 

Viele genießen den freien Tag, manche feiern Vatertag – doch der ursprüngliche Anlass gerät oft in den Hintergrund. Christi Himmelfahrt erinnert an ein zentrales Ereignis im christlichen Glauben: die Rückkehr Jesu zu seinem Vater im Himmel. Was genau damals geschah, welche Bedeutung dieser Tag für Christen hat und wie sich daraus sogar ein „geistlicher Vatertag“ ableiten lässt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Unsere Sendungen & Übertragungen zum Hochfest

Das Geheimnis Christi Himmelfahrt
⏰ Spiritualität am 14.05.2026 um 14:00 Uhr
➡️ Mit Pfarrer Ansgar Lammen

Hochfest Christi Himmelfahrt
⏰ Kalenbderblatt am 14.05.2026 um 08:00 Uhr
➡️ Mit Werner Loss

Hl. Messe vom Katholikentag 
⏰ Eröffnungsgottesdienst am 14.05.2026 um 10:00 Uhr vom Residenzplatz in Würzburg 
➡️ Zelebrant: Bischof Dr. Franz Jung, Bischof von Würzburg

Die Himmelfahrt Jesu
⏰ Katechismus am 14.05.2026 um 16:30 Uhr
➡️ Mit Diakon Werner Kießig

Hl. Stunde zum Hochfest Christi Himmelfahrt
⏰ Gebetsstunde am 14.05.2026 um 22:00 Uhr 
➡️ Mit den Brüdern und Schwestern vom Gemeinsamen Leben, Bistum Freiburg

Was genau ist an Christi Himmelfahrt passiert

Die Kirche feiert Christi Himmelfahrt am 40. Tag nach Ostern, also stets an einem Donnerstag. Dieses Hochfest im Kirchenjahr erinnert an die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel, wie sie im Neuen Testament beschrieben wird.

Die zentrale biblische Quelle für das Fest ist die Apostelgeschichte des Evangelisten Lukas. Dort wird berichtet, dass Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung vierzig Tage lang erschien, um ihnen zu zeigen, dass er lebt und um ihnen Weisung zu geben (Apg 1,1–11). Am Ende dieser Zeit wurde Jesus vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen – ein Ereignis, das als Christi Himmelfahrt gefeiert wird.

Dieses Fest markiert nicht nur das Ende der irdischen Erscheinungen Jesu, sondern ist auch ein bedeutender Übergang: Es leitet die Kirche in die Erwartung des Pfingstfestes, an dem der Heilige Geist auf die Jünger herabkommt.

Was bedeutet Jesus kehrte zu seinem Vater im Himmel zurück

Die Himmelfahrt Jesu Christi bedeutet keinen Ortswechsel im räumlichen Sinne. Vielmehr beschreibt sie den endgültigen Eintritt Jesu in die vollkommene Gemeinschaft mit Gott, dem Vater. Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 665):

„Die Himmelfahrt Christi kennzeichnet den endgültigen Eintritt der menschlichen Natur Jesu in den himmlischen Bereich Gottes.“


Damit markiert Christi Himmelfahrt das Ende seines irdischen Wirkens.

Jesus spricht davon, zu seinem Vater im Himmel zurückzukehren (vgl. Joh 20,17), weil er nicht nur wahrer Mensch, sondern auch wahrer Gott ist. Seine Rückkehr zu Gott offenbart diese doppelte Natur Jesu Christi – göttlich und menschlich zugleich.

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht die Dreifaltigkeit Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese göttliche Dreieinigkeit ist eine vollkommene Einheit in Liebe – drei Personen, die untrennbar miteinander verbunden sind, aber dennoch jeweils eine eigene göttliche Person bleiben.

Ein anschauliches Bild für dieses Mysterium ist die Liebe zwischen Mann und Frau: Wenn zwei Menschen sich in tiefer Liebe verbunden fühlen, als wären sie eins – ohne ihre individuelle Persönlichkeit zu verlieren. Ähnlich ist auch die Beziehung zwischen Jesus und dem Vater: eine vollkommene Einheit in göttlicher Liebe.

Warum kehrt Jesus zum Vater zurück und bleibt nicht einfach da

Jesus Christus wurde von Gott in die Welt gesandt, um den Menschen Gottes Liebe zu offenbaren, sie zu lehren, zu heilen und durch Kreuz und Auferstehung die Erlösung zu ermöglichen. Mit der Himmelfahrt Christi wird deutlich: Seine Sendung auf Erden ist erfüllt.

Doch das Ende seines sichtbaren Wirkens ist kein Abschied, sondern der Beginn einer neuen Form göttlicher Gegenwart. Jesus selbst sagt zu seinen Jüngern:
„Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht gehe, kommt der Beistand nicht zu euch.“ (Johannes 16,7)

Mit dem „Beistand“ ist der Heilige Geist gemeint – die dritte göttliche Person der Dreifaltigkeit. Durch ihn wird das Erlösungswerk Jesu weitergeführt. Der Geist wirkt wie ein „Upgrade“ unseres Glaubenslebens: Aus passiven Beobachtern macht Jesus aktive Mitwirkende an seinem göttlichen Plan. Der Heilige Geist hilft uns dabei konkret durch seine Gegenwart und seine Gaben in unserem Leben.

Dank des Heiligen Geistes ist Jesu Wirken nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden – es wird weltweit erfahrbar, in jedem Herzen, das sich ihm öffnet.

Warum fällt Christi Himmelfahrt immer auf einen Donnerstag

Christi Himmelfahrt fällt immer auf einen Donnerstag, weil es genau 40 Tage nach Ostern gefeiert wird – und Ostersonntag ist immer ein Sonntag. Wenn man von dort 40 Tage zählt, landet man automatisch auf einem Donnerstag.

Die Zahl 40 hat in der Bibel eine symbolische Bedeutung: Sie steht oft für eine Zeit der Prüfung, der Vorbereitung oder der Vollendung (z. B. 40 Tage Fasten Jesu in der Wüste, 40 Jahre Wüstenwanderung Israels). In der Apostelgeschichte (1,3) heißt es:

„Ihnen [den Jüngern] zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und erschien ihnen während vierzig Tagen […]“

Am 40. Tag nach der Auferstehung wird Jesus in den Himmel aufgenommen – also genau an Christi Himmelfahrt.

Warum wird an Christi Himmelfahrt in Deutschland Vatertag gefeiert

Der Vatertag hat seinen Ursprung in den USA. Dort wollte Sonora Smart Dodd aus Spokane (Washington) ihrem Vater danken, der nach dem frühen Tod seiner Frau allein sechs Kinder großzog.
Zum ersten Mal wurde der Vatertag 1910 offiziell begangen. Seit 1972 ist er in den USA ein nationaler Feiertag, der jedes Jahr am dritten Sonntag im Juni gefeiert wird.

Vatertag in Deutschland – ein anderer Ursprung

In Deutschland fällt der Vatertag traditionell auf Christi Himmelfahrt.  Obwohl beide Feste ursprünglich nichts miteinander zu tun haben, lässt sich aus christlicher Sicht ein geistlicher Zusammenhang herstellen:

  • Christi Himmelfahrt bedeutet: Jesus kehrt zu seinem Vater im Himmel zurück.
  • Zugleich verheißt er die Sendung des Heiligen Geistes, der an Pfingsten kommt. Durch diesen Geist können Christen Gott nicht nur als Schöpfer sehen, sondern ihn auch "Vater" nennen – so wie Jesus selbst es tat.

Für gläubige Christen wird Christi Himmelfahrt dadurch zu einem echten „Vatertag“: ein Tag, der auch die Beziehung zu Gott, dem Vater, in den Mittelpunkt rückt.

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