Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag

Aktuelles aus der Ukraine

Pater Aleksey Samsonov ist Programmdirektor von Radio Maria Ukraine und ist immer noch in Kiew, um den Sendebetrieb aufrecht zu erhalten. Wir kennen ihn persönlich von den Treffen der Radio Maria Weltfamilie. Seine Berichte sind niederschmetternd. Wir versprachen ihm und seinen Landsleuten unser Gebet und Opfer: die mächtigste Waffe gegen den Krieg! Hier können Sie seine Berichte verfolgen.

Pater Aleksey Samsonov berichtet aus Kiew

13. Mai 2022 - "Wenn es dir schlecht geht, wenn du leidest, da ist es ganz wichtig, wenn dir jemand nahe ist!"

5. Mai 2022 - "Papst Franziskus hat gesagt: 'Wir dürfen uns niemals an den Krieg gewöhnen.' Aber leider... Diese ganzen Nachrichten, die wir bekommen. Sie erschrecken uns gar nicht mehr."

Radio Maria hat von Kiew aus seine Arbeit bislang ununterbrochen fortsetzen können. Pater Aleksey und einzelne Mitarbeiter waren fast rund um die Uhr für die Hörer da. Gabi Fröhlich hat Pater Aleksey Samsonov erreicht und mit ihm über die aktuelle Lage in Kiew gesprochen. 

 

07. März 2022:

"Radio Maria läuft; wir haben es geschafft, unseren Betrieb selbst in dieser Situation zu organisieren und wir könnten fast sagen, wir gewöhnen uns daran. Heute ist der zwölfte Tag des Krieges. Was gibt es Neues? Heute haben mit den Aufbauarbeiten eines zweiten Studios in der Karpatenukraine begonnen, dem Gebiet an der Grenze zu Ungarn, und – falls erfolgreich – werden wir bald in zwei Studios arbeiten: Einem in Kiew und einem dort, aber wir brauchen noch etwas Zeit, um es zu organisieren… Ich bin nicht sicher, vielleicht ein, zwei Tage… Warten wir es ab!

Ein anderes Thema: Wir sind Papst Franziskus sehr dankbar für seine Worte, die er gestern zur Unterstützung der Ukraine gesprochen hat. Er hat sehr deutlich gemacht, dass dies ein Krieg ist, nicht bloß eine spezielle militärische Operation und so fort, wie Russland behauptet. Wir danken dem Papst dafür, dass er zwei Kardinäle in die Ukraine entsandt hat.  Gestern haben wir auch live im Radio mit unserem Nuntius gesprochen, Erzbischof Visvaldas. Er ist mit uns hier in Kiew geblieben, obwohl er sagte, es gebe keinen sicheren Ort in Kiew. Aber er ist hier und das ist wichtig, es ist ein Zeichen. Er sagte, in dieser Zeit seien die Städte der Ukraine die spirituellen Hauptstädte der ganzen Welt, denn hier in der Ukraine beten die Leute im Moment wirklich viel und die ganze Welt betet für die Ukraine.

Eine andere Sache, die mir gestern in Bezug auf die Rede des Papstes wirklich aufgefallen ist: Er sagte, dass Unsere Liebe Frau, Maria, die Königin der Ukraine ist… wenn der Papst das verkündet, klingt es fast wie ein offizieller Titel! Bisher haben Kirchen in der Ukraine Maria noch nicht mit diesem Titel in ihren Gebeten angesprochen, da Gebete ja vom Vatikan genehmigt werden müssen. Ab heute unterstützt uns die Muttergottes, Maria, die Königin der Ukraine, und das ist auch der Hilfe von Radio Maria zu verdanken! Ich habe gesehen, dass eine Spendensammlung für die Ukraine gemacht wird. Natürlich bitten wir im Moment nicht um Hilfe, wir sagen nichts, weshalb auch die Unterstützung aller italienischen Zuhörer wichtig ist. Danke sehr!"

04. März 2022

"Guten Morgen aus Kiew. Radio Maria funktioniert! Momentan ist das natürlich ziemlich schwierig. Hin und wieder haben wir Probleme mit dem Internet, aber im Moment funktioniert Radio Maria. Die schlechte Nachricht ist, dass die am stärksten zerstörte Stadt der Ukraine jetzt Charkiw ist. Wir hatten auch eine Frequenz in Charkiw… Radio Maria in Charkiw funktioniert wahrscheinlich nicht mehr, weil die Russen in dieser Stadt so viel zerstört haben. Sie haben zivile Gebäude getroffen und im Moment haben wir kein Radio Maria in Charkiw, ich hoffe, es wird wieder funktionieren. Ansonsten: lass uns arbeiten, lass uns arbeiten! Machen wir weiter, jetzt wird viel gebetet, ich weiß nicht, was ich noch sagen soll … es gibt Krieg und die Kriegssituation greift in unsere Arbeit ein, aber Radio Maria arbeitet und die Muttergottes, die Muttergottes ist bei uns . Danke!"

01. März 2022:

"Die Situation von Radio Maria in der Ukraine ist ziemlich schwierig, aber vor allem... Radio Maria läuft und es läuft ziemlich gut – 24 Stunden am Tag. Wir versuchen so wie vorher weiterzuarbeiten, aber das es schwierig, denn es gibt keine ehrenamtlichen Helfer. Viele haben Kiew verlassen, viele haben Probleme, überhaupt zur Radiostation zu kommen, selbst bei unseren Mitarbeitern gibt es da Probleme, weil zum Radio zu kommen mittlerweile schwierig ist. Im Moment gibt es eine Sperrstunde heir in Kiew, aber wir versuchen, von zuhause aus zu arbeiten. Ich bin aktuell bei der Radiostation, wie auch unsere Organisatorin, Schwester Lucia, und ein weiterer Priester, der immer kommt, und ein paar Leute, die ab und zu mal kommen: Das ist die Situation, in der wir arbeiten.

Was machen wir? Zu allererst beten wir, wir beten wirklich viel und zweitens – und das ist auch sehr wichtig – machen wir Live-Übertragungen, wir öffnen unsere Telefonleitungen, wir sprechen mit den Menschen. Die Leute rufen uns an, um von ihrer Situation zu erzählen, manche geben auch Ratschläge oder machen Durchsagen, wenn nötig. Sie rufen bei Radio Maria an und bitten, eine Durchsage machen zu dürfen. Zum Beispiel: Heute gabe es einen Anruf aus einer Stadt, in der verwundete Soldaten sind. Und sie haben angefragt, ob wir über Radio Maria mitteilen können, dass bestimmte Blutgruppen benötigt werden. Wir haben sofort die Durchsage gemacht und ich hoffe, dass ihnen dadurch geholfen werden konnte.

Aber am wichtigsten ist das Gebet. Wir hoffen – und ich beobachte auch –, dass die Arbeit von Radio Maria eine Hilfe für viele Menschen in dieser schwierigen Situation ist: das Licht, die Hoffnung, die Stärke, die Unsere liebe Frau überträgt, durch die Radiowellen von Radio Maria."

Sie können etwas gegen den Krieg tun:

Interview des Tages - Zum Thema

"Es gibt heute einen echten Schulterschluss der Kirchen in der Ukraine gegen den Krieg", meint Stephan Baier.

Das religiöse Leben in der Ukraine ist vielfältig. Neben rund 16 % Katholiken gehört eine Mehrheit der Bevölkerung einer der Orthodoxen Kirchen an, nämlich über 75 %. Was bedeutet die russische Invasion in der Ukraine für die Kirchen dort? Nach einer Antwort auf diese Frage suchen wir heute im Interview des Tages mit Stephan Baier, Redakteur der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost". 

Fast vier Millionen Menschen haben die Ukraine schon verlassen. Über 2 Millionen davon halten sich in Polen auf. Deutschland zählt nach Angaben des Innenministeriums bis jetzt rund 300.000 Geflüchtete. Diese Menschen müssen irgendwo unterkommen. Teils helfen die Städte aus, bauen Turnhallen und Hotels in Notaufnahmen um. Aber auch Privatpersonen engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit und bieten den Menschen ein vorübergehendes Heim, so wie radio horeb-Mitarbeiterin Gabriele Lemmen-Feldges: Unsere ehrenamtliche Sendebegleiterin in München hat eine Flüchtlingsfamilie aus der Ukraine aufgenommen. Mit ihr sprechen wir über ihr Engagement und die Herausforderungen des Alltags.

In diesem Interview des Tages blicken wir einmal näher auf die Hintergründe zum Ukraine-Krieg. Welche Rolle spielt die NATO als Verteidigungsbündnis in dem Konflikt? Warum scheitern Versuche, die Beziehungen zwischen Westen und Osten zu stabilisieren? Wie ließe sich ein dauerhafter Friede überhaupt herstellen? Darüber sprechen wir mit dem ehemaligen Generalstabsoffizier der Bundeswehr Oberst a. D. Wolfgang Richter, Experte für Sicherheitspolitik.

Bischof Stanislaw Schyrokoradjuk ist römisch-katholischer Bischof der Küstenstadt Odessa, Ukraine. Er berichtet im Interview des Tages über die Lage und wie die Kirche den Menschen im Land hilft. Aktuell wurde die Bischofsstadt noch vor dem Schlimmsten bewahrt. Dennoch ist die Lage angespannt. Die Stadt hat sich auf einen möglichen Angriff russischer Soldaten vorbereitet.

Weitere Audio-Beiträge aus Kiew

Der Apostolische Nuntius der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, teilt das Schicksal zahlreicher Ukrainer: Denn der Erzbischof ist noch immer in der Nuntiatur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Unsere Kollegin Marion Kuhl hatte die Möglichkeit mit dem Papstbotschafter zu sprechen. Erzbischof Kulbokas stammt aus Litauen und ist seit 2021 Nuntius in der Ukraine. Das Gespräch können Sie hier anhören: