Jetzt: Rosenkranz, Aufzeichnung
Rosenkranz, Aufzeichnung

Das Sakrament der Weihe

Die Weihe in der katholischen Kirche ist in drei Stufen gegliedert: Diakonenweihe, Priesterweihe, Bischofsweihe. Durch die Weihe werden Menschen und Dinge dem weltlichen Bereich entzogen und sind "Eigentum" Gottes. Die Weihe zum Priester oder Ordensmann gehört ebenso dazu wie die Glocken- oder Altarweihe. Ebenso werden beispielsweise alle liturgischen Gewänder und Gegenstände geweiht und sind besondere Zeichen innerhalb der Heiligen Messe.
radio horeb gibt in unterschiedlichen Text- und Radiobeiträgen einen Überblick zur Fülle der priesterlichen Berufung.

Weihe geschieht in Stille und durch Handauflegung
Innerhalb der Liturgie hat sich in der Kirchengeschichte ein besonderer Weihe-Ritus entwickelt. Zunächst legt der Bischof den Kandidaten die Hände auf, danach alle anderen anwesenden Priester. Dies geschieht in Stille. Bei der Priesterweihe legt der Bischof den Anwärtern die Hände auf und spricht: "Allmächtiger Vater, wir bitten dich: gib deinem Diener die Würde des Priestertums. Erneuere in ihm den Geist der Heiligkeit. Das Amt, das er aus deiner Hand, o Gott, empfängt, die Teilhabe am Priesterdienst, sei ihm Anteil für immer. So sei sein Leben für alle Vorbild und Richtschnur." Die Weihe gilt ein Leben lang und ist nicht wiederholbar. Bei der Priesterweihe salbt der Bischof die Handinnenflächen der angehenden Priester mit heiligem Öl. Aus diesem Grund wird Priestern bei der Krankensalbung im Unterschied zu normalen Gläubigen der Handrücken gesalbt.

Der Priester handelt an Christi statt
Ein Priester ist laut Kanonischem Recht "der eigene Hirte der im übertragenen Pfarrei und nimmt die Seelsorge der ihm anvertrauten Gemeinschaft wahr". Seelsorge ist nur eine der vielen Aufgaben eines Priester. Außerdem

  • spendet er die Taufe
  • feiert er an Sonn- und Feiertagen die heilige Messe mit der Gemeinde
  • hört er die Beichte und vergibt die Sünden. Dabei unterliegt er der Schweigepflicht
  • leitet er Begräbnisse
  • spendet Gläubigen in Todesgefahr die Firmung, reicht die letzte Eucharistie und spendet die Krankensalbung

Ein Priester ist unter anderem dazu angehalten, das Stundengebet zu beten und zölibatär zu leben. Bereits vor der Weihe erklären sich die Anwärter bereit, "um des Himmelreiches willen" enthaltsam zu leben.

Nur ein Mann darf Priester werden
Die Priesterweihe in der katholischen Kirche ist Männern vorbehalten. Das hat Papst Johannes Paul II. 1994 in seinem Apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" bekräftigt. Laut Papst habe die Kirche keine Vollmacht, Frauen zu Priester zu weihen. Auch Jesus habe nur Apostel berufen, die wiederum nur Männern die Hände aufgelegt und sie geweiht hätten ("Apostolische Sukzession").

Joseph Werth ist Bischof des Bistums der Verklärung von Nowosibirsk. Im Interview mit Anjuta Engert spricht er über die schwierigen Umstände seiner Berufung während der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion. "Ich war sicher, dass ich leben will wie die anderen. Ich finde ein hübsches Mädchen und gründe eine Familie", sagte Werth. Es kam ganz anders.

Andreas Fuchs Generalvikar für Graubünden. Er spricht in dieser Sendung darüber, auf welche Weise ein Mensch von der Weihe geprägt wird. Ein Priester bleibt für immer Priester: Er handelt "in persona Christi" am Altar.

In seinem Vortrag geht Dr. Daniel Pacho, zur Zeit Nuntiatursekretär an der Apostolischen Nuntiatur in Tansania, auf den Ursprung der sieben Sakramente ein. "Die Sakramente entspringen der Seitenwunde Jesu - seinem Sterben am Kreuz". Die Einsetzung der Sakramente koste unseren Gott sein Herzblut, nämlich seinen eigenen Sohn. Hören Sie den Vortrag von Dr. Pacho nach und erfahren Sie mir zum Sakrament der Priesterweihe.

Zum Priester berufen

Im vergangenen Jahr fand vom 19. bis 21. Februar in Trier eine kirchenrechtliche Tagung unter dem Leitwort "Das Geschenk der Berufung zum Priestertum" statt. Zentrales Thema war die Zukunft der Priesterausbildung. Anlass für die Tagung war die überarbeitete römische Grundordnung für die Priesterausbildung, die Ratio Fundamentalis.
Vertreter aus unterschiedlichen kirchlichen Arbeitsfeldern und theologischen Disziplinen diskutierten in Trier die gegenwärtigen Herausforderungen für Priesterberufungen. Insbesondere die unterschiedlichen Perspektiven, zum Beispiel die praktischen Erfahrungen eines Pfarrers oder die geschichtliche Sicht eines Historikers, haben einen facettenreichen Blick auf die Frage geworfen, wie die Zukunft der Priesterausbildung im deutschsprachigen Raum aussehen könnte.

In sechs Sendungen der Rubrik Katechismus können Sie sich einen Eindruck von der Bandbreite der Diskussion verschaffen.

Im ersten Teil unserer Katechismus-Reihe "Das Geschenk der Berufung zum Priestertum" kommen der Regens des Freiburger Priesterseminars, Dr. Christian Heß, zu Wort. "Die Zahl der Studierenden geht zurück und die Herausforderungen werde nicht weniger", machte Heß klar. Moderator Gregor Dornis lässt zu Beginn alle Referenten zu Wort kommen. Hören Sie rein!

"Christus bleibt im Sein und Handeln des Priester der eigentliche Akteur", sagte Paul Josef Kardinal Cordes bei seinem Vortrag in Trier. Der Dienst der Priester nehme seinen Anfang in der Verkündigung des Evangeliums - seine ganze Kraft schöpft der Priester aus dem Opfer Christi, das er in der heiligen Messe feiert.

Dr. Christian Heß kommt auch am Anfang dieses Beitrags zu Wort. Im zweiten Teil seines Vortrags bewertet der Regens des Freiburger Priesterseminars die "Ratio fundamentalis". Außerdeem blickt der Trierer Kirchenhistoriker Dr. Bernhard Schneider auf die Priesterausbildung im 19. Jahrhundert zurück. Den gesamten Beitrag steht für Sie zum Nachhören bereit.

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