Jetzt: Rosenkranz - Gebetsstätte Marienfried, Pfaffenhofen a.d. Roth
Rosenkranz - Gebetsstätte Marienfried, Pfaffenhofen a.d. Roth

Red Wednesday 2022

Ab sofort können sich deutsche Pfarreien für den "Red Wednesday 2022" anmelden. Rund um den 23. November 2022 ruft KIRCHE IN NOT mit dieser Aktion dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen.

KIRCHE IN NOT stellt umfangreiche Technikleitfäden, Andachtshefte und Werbemittel für den Red Wednesday 2022 bereit und begleitet die konkrete Umsetzung der Aktion.

Anmeldungen sind ab sofort per Mail an redwednesday(at)kirche-in-not.de oder telefonisch unter: 089 64 24 88 80 möglich. 

Mehr Infos bei KIRCHE IN NOT

Religionsfreiheit weltweit - keine gute Bilanz

Obwohl sich die meisten Staaten der Welt angeblich der Religionsfreiheit verschrieben haben, sieht es in der Realität oft ganz anders aus. Eine umfangreiche Studie von Kirche in Not, "Religionsfreiheit weltweit 2021" [1], hat die Situation in fast allen Ländern der Welt untersucht. Und die Bilanz ist nicht gut. Alle nachfolgenden Angaben sind der genannten Studie entnommen.

  • In fast einem Drittel der Länder der Erde (62/196) sind Verstöße gegen die Religionsfreiheit an der Tagesordnung - das betrifft zwei Drittel der Weltbevölkerung, rund 5,2 Mrd. Menschen
  • Die Studie führt 26 Länder in derKategorie "Rot", die auf Verfolgung hinweist. Das betrifft mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Vor allem afrikanische Staaten, China und Myanmar fallen in diese Kategorie; gegen letztere wird sogar wegen Völkermordes ermittelt.
  • Weitere 36 Länder fallen in dieKategorie "Orange", die Diskriminierung kennzeichnet. 1,24 Mrd. Menschen leben in diesen Ländern. Seit der Studie 2018 haben sich die Bedingungen der Religionsfreiheit in den meisten dieser Länder verschlechtert.
  • Einige weitere Länder werden als "unter Beobachtung" bezeichnet; hier sind bestimmte neue Faktoren beobachtet worden, die einen grundlegenden Zusammenbruch der Religionsfreiheit verursachen könnten.
  • In jedem Land in diesen drei Kategorien tritt Hasskriminalität auf, d. h. Angriffe auf religiöse Menschen bzw. religiöses Eigentum wegen der Religion.
  • Auch in Ländern, die nicht in den ersten drei Kategorien erfasst sind, herrschen oft keine idealen Bedingungen im Hinblick auf das Grundrecht der Religionsfreiheit.

10 Hauptergebnisse der Studie

Der sogenannte Islamische Staat (IS) und al-Qaida schließen sich – mit ideologischer und materieller Unterstützung aus dem Nahen Osten – mit einheimischen bewaffneten Milizen zusammen und treiben deren Radikalisierung voran, um entlang des Äquators "Provinzen des Kalifats" zu errichten; ein Halbmond dschihadistischer Gewalt erstreckt sich mittlerweile in Subsahara-Afrika von Mali bis Mosambik und weiter über die Komoren im Indischen Ozean bis hin zu den Philippinen im Südchinesischen Meer.

Bereits bestehende gesellschaftliche Vorurteile gegenüber religiösen Minderheiten in Ländern wie China, Niger, der Türkei, Ägypten und Pakistan führten während der Covid-19-Pandemie zu verstärkter Diskriminierung, die sich z. B. in der Verweigerung des Zugangs zu Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung äußerte.

In immer mehr Ländern sind Verbrechen gegen Mädchen und Frauen zu verzeichnen, die entführt, vergewaltigt und durch Zwangskonversion zum Glaubenswechsel gezwungen werden. Angesichts der wachsenden Zahl derartiger Rechtsverletzungen, die häufig straffrei begangen werden, mehren sich Hinweise, dass es sich um eine fundamentalistische Strategie handeln könnte, mit der letzten Endes das "Verschwinden" bestimmter Religionsgemeinschaften beschleunigt werden soll.

Die internationale Gemeinschaft hat gerade erst damit begonnen, das Völkerrecht anzuwenden, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Dieser Begriff spiegelt den Siegeszug neuer "Rechte" bzw. kultureller Normen wider, die darauf abzielen, die Religionen "zum Schweigen zu bringen und auf die Verborgenheit des Gewissens jedes Einzelnen zu beschränken oder sie ins Randdasein des geschlossenen, eingefriedeten Raums der Kirchen, Synagogen oder Moscheen zu verbannen", wie Papst Franziskus es ausgedrückt hat. Diese neuen – gesetzlich verankerten – Normen führen dazu, dass die Rechte des Einzelnen auf Gewissens- und Religionsfreiheit in einen tiefen Konflikt mit der Verpflichtung zur Einhaltung dieser Gesetze geraten.

Islamistische Terroristen nutzen ausgefeilte digitale Technologien, um zu rekrutieren, zu radikalisieren und Anschläge zu verüben. Terrorismusbekämpfungsstellen ist es zwar bisher nicht gelungen, die Online-Kommunikation der Terroristen auszuschalten, doch konnten sie Attentate in mehreren westlichen Ländern vereiteln.

In einigen asiatischen Ländern mit überwiegend hinduistischer oder buddhistischer Bevölkerung haben mehrheitsgesellschaftliche Grundströmungen eines religiösen Nationalismus – manipuliert von Regierungen und religiösen Oberhäuptern, die sich entsprechend vereinnahmen lassen – dazu geführt, dass sich eine ethnoreligiöse Vorherrschaft etabliert hat. Dadurch werden Angehörige religiöser Minderheiten zunehmend unterdrückt und de facto zu Bürgern zweiter Klasse degradiert.

In China sorgen 626 Mio. KI-gestützte Überwachungskameras und Smartphone-Scanner an wichtigen Fußgängerkontrollpunkten, die mit Analyseplattformen verbunden und an ein integriertes Sozialkreditsystem gekoppelt sind, dafür, dass religiöse Oberhäupter und Gläubige sich an die Verordnungen der Kommunistischen Partei halten.

Obwohl Regierungen anerkennen, dass die Behandlung der Weltreligionen in der Schule Radikalisierungstendenzen verringert und das interreligiöse Verständnis bei Jugendlichen fördert, schaffen immer mehr Länder den Religionsunterricht ab.

Papst Franziskus hat zusammen mit Ahmad al-Tayyib, Großimam von al-Azhar und Oberhaupt der sunnitisch-muslimischen Welt, eine Erklärung über die "Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt" unterzeichnet; er hat als erster Papst überhaupt eine katholische Messe auf der Arabischen Halbinsel gefeiert; und gegen Ende des Berichtszeitraums sollte er den Irak besuchen (sein erster Besuch in einem Land mit schiitischer Mehrheit), um den interreligiösen Dialog zu vertiefen.


Kirche in Not hat für die Studie eine enorme Recherchearbeit geleistet - und alle Ergebnisse ansprechend aufgemacht. Mit Infografiken, einer interaktiven Karte und Texten können Sie auf religionsfreiheit-weltweit.de detaillierte Fakten, Analysen und Einschätzungen zur Religionsfreiheit weltweit sowie zu fast jedem einzelnen Land abrufen.

2023 erscheint eine neue Studie zum Thema.

Religionsfreiheit - was heißt das genau?

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, also ein Recht, das jedem Menschen zusteht - einfach, weil er ein Mensch ist. Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte von 1948 betont: "Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen." [2]

Fast alle Staaten weltweit haben sich verpflichtet, die Menschenrechte und damit die Religionsfreiheit zu schützen. Im Deutschen Grundgesetz z. B. heißt es dazu in Artikel 4: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet." [3]

Was sagt die Kirche dazu?

Die Katholische Kirche setzt sich besonders für Menschenrechte auf der ganzen Welt ein. Es gehört gewissermaßen zu ihrer DNA : Denn aus dem christlichen Verständnis, dass jeder Mensch ein geliebtes Kind Gottes ist, sind die Menschenrechte erst begründbar. Auch wenn die Kirche den Anspruch vertritt, die eine, wahre Religion Jesu zu vertreten, setzt sie sich für Religionsfreiheit ein. Die freie Entscheidung des Menschen ist nämlich Voraussetzung für echten Glauben.

In der Erklärung des II. Vatikanischen Konzils Dignitatis Humanae(Die menschliche Würde) heißt es: "Das Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat. Diese Freiheit besteht darin, dass alle Menschen frei sein müssen von jedem Zwang ... in religiösen Dingen ... gegen sein Gewissen zu handeln, noch daran gehindert wird, privat und öffentlich, als einzelner oder in Verbindung mit anderen - innerhalb der gebührenden Grenzen - nach seinem Gewissen zu handeln. Ferner erklärt das Konzil, das Recht auf religiöse Freiheit sei in Wahrheit auf die Würde der menschlichen Person selbst gegründet, so wie sie durch das geoffenbarte Wort Gottes und durch die Vernunft selbst erkannt wird." [4]

Die Instruktion Donum Veritatis der Kongregation für die Glaubenslehre sagt über den freien Glaubensakt: "[K]eine menschliche Autorität [besitzt] das Recht, hier durch Zwang oder Druck einzugreifen, denn diese Entscheidung überschreitet die Grenzen ihrer Zuständigkeit, und die Achtung vor dem Recht auf Religionsfreiheit bildet die Grundlage für die Achtung sämtlicher Menschenrechte." [5]

Quellen:

[1] Kirche in Not - Religionsfreiheit weltweit 2021 (Druckversion & Webseite): "Religious Freedom in the World 2021", Aid to the Church in Need International, April 2021. https://acninternational.org/religiousfreedomreport

[2] Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. https://www.menschenrechtserklaerung.de/

[3] Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. https://www.bundestag.de/gg

[4] Vatikan.va: Dignitatis Humanae.
https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decl_19651207_dignitatis-humanae_ge.html

[5] Vatikan.va: Donum veritatis. 
https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19900524_theologian-vocation_ge.html

Bilder (außer Titelbild): © Kirche in Not

Globale Analyse

"Verletzungen der Religionsfreiheit, die wir in unserem Bericht 2018 bereits angedeutet haben, [haben sich] beschleunigt und ausgeweitet: In der gegenwärtigen Situation blicken wir auf systematische und ungeheuerliche Angriffe, die von staatlichen Akteuren (z. B. China oder Nordkorea) sowie von internationalen Terrororganisationen wie Boko Haram oder dem sogenannten Islamischen Staat (IS) und anderen fundamentalistischen Gruppen ausgehen. Diese Umstände haben sich durch die Covid-19-Pandemie noch verschärft." [1]

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