Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag

Nigeria

Bevölkerungsreichstes Land und größte Wirtschaftsmacht Afrikas

  • 200 Millionen Einwohner
  • 500 Sprachen, davon 9 Hauptsprachen
  • Fläche: 923 768 km2
  • 3 regionale Studios
  • Spendenziel: 1 Million €
  • HDI*: Platz 158 von 189

 

Ziel 2020:
Sendeabdeckung für die Erzdiözesen Abuja, Kaduna und Owerri. Aufbau von je einer Sendestation für jede gesprochene Sprache.

Die politische Situation

Ein Land zwischen Korruption und Terror

Nigeria ist mit mehr als 200 Millionen Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Land auf dem Kontinent, sondern auch die größte Volkswirtschaft. In der Hauptstadt Abuja leben 2,5 Millionen Menschen. Obwohl das Land zu den wichtigsten Produzenten von Erdöl weltweit gehört, gelingt es der Regierung nicht, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes entscheidend zu fördern. Die Folge: Nigeria hat Indien als Land mit der größten Anzahl extrem armer Menschen abgelöst.

Korruption und Armut beherrschen den Alltag in Nigeria
Zu der extremen Armut kommen soziale Ungleichheit, schlechte Regierungsführung, Korruption, marode Infrastruktur und eine angespannte Sicherheitslage. Seit dem Ende der Militärherrschaft 1999 ist Nigeria eine präsidiale Bundesrepublik. Präsident Mohammed Butari sieht seinen Schwerpunkt in der Korruptionsbekämpfung.

"Boko Haram" verschlimmert die politische Situation
Seit 2010 ist die islamistische Terrorgruppe "Boko Haram" im Norden Nigerias für zahlreiche schwere Anschläge verantwortlich. Ziel sind meist christliche Kirchen, Bildungseinrichtungen und politische Gegner, darunter auch gemäßigte Muslime. 20.000 bis 30.000 Menschen wurden getötet und weit über 1,6 Millionen Menschen vertrieben. Sie halten sich als Flüchtlinge innerhalb oder außerhalb Nigerias auf.

Klimawandel und Armut vergiften das Miteinander
In Zentralnigeria gibt es vermehrt gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Hirten und Bauern um Land und Ressourcen mit bis zu Hunderten von Toten. Die fortschreitende Wüstenbildung im Norden, das Bevölkerungswachstum und die angespannte wirtschaftliche Lage tragen zur Verschärfung der Konflikte bei.
Schwierig bleiben in ganz Nigeria die allgemeinen Lebensbedingungen: Armut, Analphabetentum, Gewaltkriminalität, ethnische Spannungen, ein ineffektives Justizwesen und die Scharia-Rechtspraxis im Norden des Landes beeinflussen auf das Miteinander der Menschen.

Gesellschaft und Kirche

Konflikte in Gesellschaft und Religion

Rund 400 ethnische Gruppierungen prägen das Leben in Nigeria und bilden eine kulturelle Vielfalt. Sie sind eine Bereicherung und weisen zugleich ein Konfliktpotenzial auf. zugleich. Nigeria ist religiös zweigeteilt: 50% der Menschen - vor allem im Norden - sind Muslime. 45% der Bevölkerung - mehrheitlich im Zentrum und Süden des Landes - bekennt sich zum Christentum.
Die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit lässt sich in der Praxis schwer umsetzen. Häufig kommt es in der Bevölkerung zu Streitigkeiten bis hin zu Mord und Totschlag.

Christentum muss sich behaupten
Die katholische Kirche in Nigeria hat etwa 19 Millionen Mitglieder. Ranghöchster Katholik ist der emeritierte Kurienkardinal Francis Arinze. Das Christentum allgemein in Nigeria teilt sich auf in

  • 13% Katholiken,
  • 15% Protestanten und
  • 17% synkretistische afrikanische Kirchengemeinschaften.

Die synkretistischen Gemeinschaften sind aus einer Vermischung von traditionellen Religionen mit Freievangelisten entstanden. In Afrika gibt es über 1.000 dieser neuen Kirchengemeinden mit mehreren Millionen Mitgliedern. Sie sind zumeist profitorientiert: Extravagante Prediger vermitteln den Menschen die Hoffnung, durch den Glauben reich zu werden. Darüber hinaus haben sie angeblich die Gabe, die Menschen von Krankheiten zu heilen.

Radio Maria Nigeria

Von einem Wunder und einem mutigen Bischof

Die Lizenz für Radio Maria in Nigeria ist ein kleines Wunder. Viele Jahre war es unmöglich, religiöse Programme zu senden. Durch Radio Maria erfahren die Christen in Nigeria eine Stärkung ihres Glaubens - auch in gefährlichen Lebensumständen. Gerade im nördlichen Bundesstaat Kaduna, der unter den Terrorattacken von "Boko Haram" leidet. Dort gibt das Radio den Christen Rückhalt und Kraft.

Radio Maria Nigeria befindet sich im Aufbau
Radio Maria Nigeria steht noch ganz am Anfang: Es gibt kein Studio, keine Technik, keine Computer, keine Server und keine Leitungen. Das Team befindet sich ebenso im Aufbau. An der Spitze wird Father John Chinenye Oluoma stehen. Er ist 42 Jahre alt und seit 15 Jahren Priester. Zuvor war er Diözesanjugendseelsorger und Gemeindepfarrer. Father John hat Erfahrung im Umgang mit Menschen verschiedener Kulturen, schreibt Bücher und spielt in seiner Freizeit gerne Gitarre. John Ushahemba Pilaku, der zukünftige Präsident von Radio Maria Nigeria steht ihm zur Seite. Er ist studierter Betriebswirt und seit über 20 Jahren im Finanzmanagement internationaler gemeinnütziger Entwicklungsorganisationen tätig.

„In Nigeria schaffen die vielen neu entstehenden Sekten
Verwirrung im Glauben. Radio Maria Nigeria wird das Niveau
des christlichen Glaubens heben und die Unwissenheit 
gegenüber der religiösen Kultur verringern.“
Fr. John Chinenye

Erzbischof von Kaduna lernte mit acht Jahren das Christentum kennen
Der heutige Erzbischof von Kaduna, Matthew Man-Oso Ndagoso hat sich sehr dafür eingesetzt, dass Nigeria jetzt Radio Maria bekommt. Er kam erst im Alter von acht Jahren, nach dem Tod seiner Mutter, mit dem christlichen Glauben in Berührung. Nach seiner Taufe studierte dann katholische Theologie und wurde 1986 zum Priester geweiht. Er ist selbst Opfer eines islamistischen Anschlags geworden. Die Terroristen haben das Bischofshaus in der Diözese Maiduguri angezündet - ein Priester wurde dabei getötet.

Erzbischof Ndagoso ist erstaunt, dass derartige Attacken nicht zu einem angstvollen Rückzug der Gläubigen führen. Er stellt fest, dass in Zeiten von Konflikten zwischen Christen und Muslimen der Glaube in Nigeria eher zu wachsen scheint. Mehr Menschen wenden sich der Kirche und dem Glauben zu. Auch die Zahlen der Berufungen steigen deutlich an.

 

Von links nach rechts: John Ushahemba Pilaku (Präsident RM Nigeria), Father John Chinenye Oluoma (Programmdirektor RM Nigeria), Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso.

radio horeb lebt allein durch Ihre Unterstützung