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Rupertiwinkler: Advents - Landler

Warten auf Weihnachten

Katechismus - "Advent" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Ankunft". Er verweist auf die Ankunft Jesu Christi an Weihnachten. Mit dem ersten Advent beginnt auch das neue Kirchenjahr. Warum startet das Kirchenjahr ausgerechnet mit einer Zeit des Wartens? Bedeutet das nicht Zögern, Stillstehen, Abwarten? Christen sollen doch lebendig sein und vorangehen. Worauf sollen wir denn warten? Pfarrer Bodo Windolf erklärt die Ursprünge und die besondere Liturgie in der vorweihnachtlichen Zeit.

Advent wird ab dem 4. Jahrhundert gefeiert
Überliefert ist Feier des Advents als eine Zeit der Vorbereitung ab dem 4. Jahrhundert in Gallien und Spanien. Papst Gregor legte die Zahl der Adventssonntage auf vier fest. Sie stehen symbolisch für die 4.000 Jahre, die der Mensch nach kirchlicher Geschichtsschreibung seit dem Sündenfall auf den Erlöser warten musste.

Vier Themen an den vier Adventssonntagen
Jeder der vier Adventssonntage steht unter einem eigenen Thema:

  • Am ersten Adventssonntag steht die Wiederkunft Jesu im Mittelpunkt. Die Lesungen berichten von der Apokalypse und dem Jüngsten Gericht.
  • Am 2. Adventssonntag nehmen die Gläubigen Johannes den Täufer als Propheten in den Blick.
  • Der 3. Adventssonntag ist der "Gaudete"-Sonntag. "Gaudete" heißt "Freut euch"“ übersetzt. Erneut spielt an diesem Sonntag Johannes der Täufer eine zentrale Rolle. Die liturgische Farbe an diesem Sonntag ist rosa.
  • Der 4. Adventssonntag ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Das Hochfest "Mariä Empfängnis" feiern Christen am 8. Dezember. In diesem Jahr verdrängt der Adventssonntag diesen Festtag. Er wird am 9. Dezember nachgeholt bzw. nachgefeiert.


Der Adventskranz ist eine evangelische Erfindung
Rund um die Advent, der in die "dunkle Jahreszeit fällt", hat sich ein vielfältiges Brauchtum entwickelt. Johann Hinrich Wichern gilt als Schöpfer des Adventskranzes. Der evanglische Theologe hatte die Idee, die Tage bis Weihnachten mit brennenden Kerzen abzuzählen. Ursprünglich war es ein Wagenrad, auf dem insgesamt 24 Kerzen standen: Vier große weiße Kerzen für die Sonntage und 20 kleine rote Kerzen für die Wochentage. Täglich wurde eine Kerze angezündet. Das Licht sollte ein Symbol für Jesus Christus sein, der als das wahre Licht der Welt an Weihnachten geboren wird.
Nach dem ersten Weltkrieg verbreitete sich der Brauch des Adventskranzes überkonfessionell bis in den Süden Deutschlands.

In Köln hing 1925 erstmals ein Adventskranz mit vier Kerzen in einer katholischen Kirche. Größere Verbreitung fand der beliebte Brauch in der katholischen Kirche erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei verträgt sich der Adventskranz durchaus gut mit der katholischen Liturgie des Advents: Licht als Symbol für Christus und grüne Tannenzweige als Zeichen der Frömmigkeit und Hoffnung.

Tannenzweige symbolisieren Hoffnung
Die grünen Tannenzweige sind ein Symbol für das Leben: Die Tanne grünt auch im Winter und verweist auf die Hoffnung, dass die Natur im Frühling wieder zu neuem Leben erwachen wird. Neben Grün prägt auch die Farbe Rot die Adventszeit. Die rote Farbe der vier Kerzen symbolisiert das Blut Jesu Christi, dass er am Kreuz vergießen wird. Anders als die üblichen Gestecke aus Tannenzweigen ist der traditionelle Adventskranz rund. Der Kreis ohne Anfang und Ende steht zeichenhaft für die Ewigkeit, die den Menschen durch die Auferstehung Jesu Christi geschenkt ist.

Ebenso ernste wie hoffnungsvolle Gedanken zum Advent von Pfarrer Bodo Windolf können Sie hier nachhören:



Advent - worauf warten wir?
Katechismus um 16.30 Uhr mit Pfarrer Bodo Windolf

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