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Pfarrer Kocher spricht über das Gnadenbild der Heiligen Familie

Hörer fragen den Programmdirektor - Heute ist Pfarrer Richard Kocher in unserem Format "Hörer fragen den Programmdirektor" auf das Gnadenbild der Heiligen Familie aus der Münchener Kirche St. Anton eingegangen. In diesem Beitrag finden Sie mehr Informationen zum Gnadenbild und über den heutigen Tagesheiligen, Laurentius von Brindisi.

Gott, Du hast unsere Familien
mit großer Würde ausgestattet.
Du hast sie berufen, mitzuwirken
an der Zukunft der Schöpfung.
Die Familie soll das Leben weitertragen
und die heranwachsende Generation
dazu anleiten,
für ihr eigenes Glück
und das Wohl aller Menschen
zu wirken.
Dein Werk ist es, allmächtiger Gott,
dass Liebe auf diesem Weg spürbar wird.

Gott, Du hast die Familien ausgezeichnet
als Dein Sohn Jesus Christus in Nazareth
Maria und Josef untertan war
und den großen Teil
seines Lebens in dieser Gemeinschaft verbrachte.
 

Wir bitten Dich,
lass uns die hohe Würde
unserer Familien erkennen.
Segne überall auf Erden
diese Gemeinschaften
und schenke ihnen die Kraft,
allen Spannungen und Stürmen zu trotzen.
Bleibe nahe all unseren
Vätern und Müttern,
bleibe nahe all ihren
Söhnen und Töchtern.
Herr, wir empfehlen Dir aus ganzem Herzen
unser eigenes Daheim.
Lass uns darin Geborgenheit erfahren.

Schöpfer der Menschen,
schaffe Verbundenheit
von Herz zu Herz.
Hilf, dass wir alle, die uns anvertraut sind,
lieben und achten,
ihnen beistehen und in Treue verbunden bleiben.
Allmächtiger Gott,
diese Bitten bringen wir zu dir
durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Zum Gnadenbild der Heiligen Familie in der Münchener Kirche St. Anton:
Der Herzog persönlich, Maximilian I. (gestorben 1651), gab dem Maler Peter de Witte den Auftrag, ein Bild der Heiligen Familie für die Kapuzinerkirche in München anzufertigen.
Die Geschichtes des Bildes ist verwoben mit dem späteren Kapuzinerheiligen und Kirchenlehrer Laurentius von Brindisi, dessen Gedenktag die Kirche heute feiert. Er galt als Erneuerer der katholischen Kirche und wurde von den Fürsten häufig mit diplomatischen Aufgaben betraut. Oft hielt er sich in München auf, und mit Vorliebe verweilte er im Gebet vor dem Bildnis der Heiligen Familie und feierte davor die Heilige Messe. So geschah es einmal, dass Maximilian I. als Ministrant dem heiligen Geschehen diente. Während der heiligmäßige Priester die Wandlungsworte sprach, wurde die ganze Kapelle in eine Überfülle von Licht getaucht. Es war nachts gegen drei Uhr und einzig die Kerzen am Altar brannten. Das Christkind war aus dem Bild herausgetreten und stand an der Stelle der heiligen Hostie. Die Anwesenden bezeugten, dass es ihnen nur vergönnt war, die außergewöhnliche Helligkeit im Raum wahrzunehmen. Laurentius durfte das Christkind schauen.

Das einstmals hochverehrte Gnadenbild der Kapuzinerkirche wurde 1802 bei der Säkularisierung vom Staat beschlagnahmt und das Gotteshaus abgerissen. 1852 kam es als Leihgabe in die jetzige Kapuzinerkirche von St. Anton.

Der heilige Laurentius von Brindisi (1559-1619), trat 1575 in den Kapuzinerorden ein und studierte in Padua und Venedig. Seine Leidenschaft für die Heilige Schrift brachte ihn dazu, die alten Sprachen Griechisch und Hebräisch zu erlernen. 1582 wurde er in Venedigt zum Priester geweiht. Er war aufgrund seines Predigttalents und als Lehrer der Theologie rasch bekannt. Von 1602 bis 1605 war der General seines Ordens, den er in Österreich, Böhmen und Bayern aufbaute. Er hatte in dieser Zeit auch großen Einfluss auf die Religionspolitik der katholischen Fürsten. Am 22. Juli 1619 ist Laurentius von Brindisi im Alter von 60 Jahren gestorben. Der heilige Papst Johannes XXIII. hat ihn 1959 zum Kirchenlehrer erhoben.