Jetzt: Dominikus Trautner: Cantilene
Dominikus Trautner: Cantilene

Pfarrei der Woche in Weikersheim

"Zum Kostbaren Blut" heißt unsere "Pfarrei der Woche". In unserem Beitrag stellen wir Ihnen diese Pfarrei im Main-Tauber-Kreis gemeinsam mit Pfarrer István Gegoe vor. Heute steht hier einer unserer Übertragungswagen vor der Tür, wenn die Heilige Messe um 10.30 Uhr live übertragen.

Unterfranken, würde man in Bayern sagen, Baden-Württemberg wäre geographisch auch nicht falsch. Noch genauer sind wir im Main-Tauber-Kreis, dem fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Zu Gast sind wir diesmal in Weikersheim, das zwischen Bad Merkentheim und Würzburg im Taubertal gelegen ist. Hier übertragen wir aus der Seelsorgeeinheit Weikersheim-Creglingen bzw. aus der Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut in Weikersheim. Pfarrer István Gegoe hat uns im Vorfeld der Übertragung bereits einiges über seine Seelsorgeeinheit verraten. Einiges davon kann man hier nachlesen. Alles findet man im Interview mit Pfarrer Gegoe, das hier ebenfalls nachgehört werden kann.

 

Vom Krankenbett zur Priesterweihe
Stellen sie sich einmal vor, sie müssten ins Krankenhaus und kämen da nie mehr raus - und das, ohne tot zu sein. Pfarrer Gegoe ist das ganz ähnlich passiert. Wobei er nicht für immer im Krankenhaus blieb, sondern in Deutschland, wo er das Krankenhaus aufsuchte, um dann für immer hierzubleiben. Seine rumänische Heimat hat er so vor 30 Jahren verlassen. Gelebt und aufgewachsen ist er in Siebenbürgen, wo er der ungarischen Minderheit angehörte und als Kirchenmusiker und Religionslehrer arbeitete. "Es gibt keine Zufälle", sagt man und so wird es wohl Fügung gewesen sein, dass Pfarrer Gegoe "hier so hängengeblieben ist", wie er es selbst bezeichnet. Und tatsächlich sollte es Früchte bringen. Als äußere Zeichen waren es 1997 die Weihe zum ständigen Diakon und 2007 die Weihe zum Priester. Der innere Antrieb dabei waren, die Liebe zu den Menschen und der Wunsch für sie da zu sein. Nicht zuletzt, um sie für eine tragende und lebendige Beziehung für Gott zu begeistern.

Mit Vollgas in den Lockdown
Nach seiner Vikarszeit und einer ersten Pfarrstelle, war Pfarrer Gegoe fünf Jahre als Krankenhauspfarrer in Sindelfingen tätig. Er beschreibt diese Zeit als sehr intensiv, quasi Seelsorge in Reinform. "Nirgendwo sei es so extrem", sagt er. Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen und man sei oft "mehr als Mensch und weniger als Priester da" und in diesen "Situationen, in denen man einfach sprachlos sei" helfe oft nur "auf Augenhöhe da zu sein" einen "Hoffnungsfunken zuzusprechen" oder einfach "die Stille auszuhalten, statt Formsätze zu plappern". Mit diesen Erfahrungen und seinem Elan als "Vollblutseelsorger", wollte er Ende letzten Jahres in der neuen Seelsorgeeinheit Weikersheim-Creglingen durchstarten.

Einige Messen konnte er feiern und einige Gremiensitzung abhalten und besuchen. Doch gerade beim Warmlaufen und Kennenlernen der neuen Pfarrei, kam die Vollbremsung durch den Lockdown. Einige Sonntagsmessen habe er damals im Pfarrhaus gemeinsam mit einer Handvoll Leuten aus seiner Gemeinde gefeiert und in der Pfarrkirche in Weikersheim wurde eine Spielecke für Kinder eingerichtet, damit diese sich wohlfühlen sollten, wenn sie mit ihren Eltern die Kirche unter der Woche besuchen würden. Und das wars. Mittlerweile kämen wieder mehr Leute zu den Gottesdiensten, aber immer noch nicht alle. "Das schmerzt ein bisschen", verrät Pfarrer Gegoe nachdenklich.

Wenn Neuerung Rückschritt ist
Moderner, frischer, ansprechender sollte sie werden. Sie sollte Menschen Appetit machen und sie einladen. Sie sollte denen dienen, die da sind und die ansprechen, die noch nicht da sind. Gemeint ist die neue Webseite der Seelsorgeeinheit. Der Plan war gemacht, die Schulungen gebucht und, weil alles so gut zu laufen schien: die alte Webseite gelöscht, um der neuen Platz zu machen. Dann kam Corona und es gab keine Schulungen, keine Zusammenkünfte und Besprechungen und somit auch bis heute keine neue Webseite - und: auch keine alte, sondern einfach keine.
Neues Ziel ist nun, bis Weihnachten eine neue Seite zu haben. Bis dahin gibt es einen Flyer in der Kirche und Hinweise auf die Gottesdienste und Veranstaltungen in den Amtsblättern der Kommunen. Wie gut, dass Gott alles in der Hand hat und zum Segen werden lassen kann.

Unser Kollege Markus Münch nimmt Sie mit in die Pfarrkirche "Zum Kostbaren Blut"


Vom Wert der Gemeinschaft
Bereits in seiner Familie habe Pfarrer Gegoe den Wert der Gemeinschaft zu schätzen gelernt. Solchen Banden begegnet er auch in seiner jetzigen Seelsorgeeinheit. Dankbar für alles was läuft, ist Pfarrer Gegoe gerade in mehrerer Hinsicht. Einerseits, weil im Corona kurz nach seinem Antritt einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Andererseits, weil er gerade elf Pfarreien zu betreuen hat. Und darüber hinaus, weil er der Ansicht ist, dass Gemeinschaft trägt und auch bei der Stange hält. Ganz egal, ob es die starke Ministrantengruppe, der erfolgreiche Jugendclub, die produktive Gremienarbeit, die ansprechenden Themen der Erwachsenenbildung, die angesagten Zeltlager im Sommer oder andere Bereiche seines Seelsorgebereiches sind: Pfarrer Gegoe ist dankbar für die Dinge die Menschen verbinden und die Menschen mit Gott verbinden. Gelebte Gemeinschaft schweißt zusammen. So hat er es selbst erlebt und so wünscht er sich auch als Seelsorger für die Menschen, die ihm anvertraut sind.

Postcorona  Visionen
Wann es sein wird, steht wohl noch in den Sternen. Aber für die Zeit nach Corona, wenn alle wieder alles tun und sich versammeln dürfen, hat Pfarrer Gegoe schon einige Ideen für seine Seelsorgeeinheit. Die Wichtigkeit der Gemeinschaft von Menschen untereinander ist das Eine, das ihm am Herzen liegt. Eine andere Sache ist die Frage, wie man Menschen dafür begeistern könne, eine tragende Beziehung zu Gott aufzubauen und zu leben. Dabei "ginge es weniger um Kirche". Denn "wenn die Beziehung des Einzelnen zu Gott stimme, dann träfe man sich auch automatisch am Sonntag am Tisch des Herrn". Soviel zur Theorie. Pfarrer Gegoe hat aber schon einige Ideen, wie aus der Theorie Praxis werden könne. So wünsche er sich zum Beispiel Bibelgruppen und Familienkreise, gemeinsame Wanderungen und Ausflüge, sowie Feste. Kurz: Er wünscht sich den Gemeinschaftssinn zu stärken und das mit Blick auf den Herrn. Bleibt also viel zu tun für die Zeit nach Corona.

Gerne können Sie den Sonntagsgottesdienst am 18. Oktober auch vor Ort live mitfeiern. Es gibt keine Anmeldung und in der Regel noch freie Plätze. Die mittlerweile üblichen Schutzmaßnahmen gelten, wie gewohnt.

Die Adresse lautet:

Zum Kostbaren Blut
Karl-Ludwig-Str. 13
97990 Weikersheim


Herzliche Grüße und Gottes Segen, Ihr

Markus Münch