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Claudia Wieland - PR on air.

Pfarrei der Woche in Leutkirch-Urlau

Warum denn in die Ferne schweifen? Wir sind diese Woche mit unserer "Pfarrei der Woche" ziemlich von unserer eigenen Haustür. Von Balderschwang nach Leutkirch sind es nur rund 70 Kilometer, die man in einer guten Stunde mit dem Auto bewältigen kann. Aus der Seelsorgeeinheit Alpenblick im Bistum Rottenburg-Stuttgart, genauer aus der Kirche Sankt Martin in Leutkirch-Urlau, übertragen wir heute, am 1. Adventssonntag, um 10.30 Uhr, die Heilige Messe. Pfarrer Marc Grießer, der hier seit 2017 seinen priesterlichen Dienst versieht, wird sie feiern.

Stadt - Land - Fluss 
Pfarrer Grießer stammt aus Stuttgart und hat bereits früh den Wunsch verspürt dem Herrn zu dienen, den er in der eigenen Ortspfarrei als Messdiener und Jugendleiter kennenlernen durfte und der ihm durch das Vorbild verschiedener Pfarrer in einer guten Weise begegnete. Vom Theologiestudium in Tübingen und Rom führte ihn sein Weg über die Priesterweihe in Weingarten zunächst über die Vikarszeit in Friedrichshafen und Schorndorf zur Seelsorgeeinheit Lorch-Altdorf (2006), um schließlich seit 2017 in der Seelsorgeeinheit Alpenblick Dienst zu tun.

 

Doppelte Mission 
Was treibt einen nun aus dem Urbanen ins Ländliche? Im Falle von Pfarrer Grießer sind es gleich zwei Dinge. Zum Einen natürlich sein Dienst als Priester und zum Anderen seine Mitwirkung beim Freundeskreis Mooshausen, wo sich 100 Mitglieder mit der Theologie Romano Guardinis (1885-1968) befassen. Das Erbe Guardinis wird hier nicht nur bewahrt, sondern auch lebendig gehalten und weiterentwickelt. Vorträge, Kolloquien und Tagungen laden hier zum Austausch ein. Pfarrer Grießer war hier bereits Mitglied, als er noch nicht in der Seelsorgeeinheit Alpenblick tätig war. Nun kann er hier direkt vor Ort sein - bei den Menschen seiner Seelsorgeeinheit und bei den Forschungen des Freundeskreises Mooshausen und dessen Mitstreitern. Derzeit schreibt Pfarrer Grießer an einer Dissertation über Guardini.

Viele Wege führen nach Rom 
So sagt man. Im Falle der Seelsorgeeinheit Alpenblick führt wohl nicht einmal eine richtige Straße als Verbindung zwischen den ehemals zwei großen Pfarreien, mit je drei Kirchengemeinden und zahlreichen Kapellen, von der einen zur anderen. Klingt so, als würde es nicht nur Zeit brauchen, bis die beiden einstigen Pfarreien gänzlich zusammenfinden, sondern auch Bagger, Schotter und Asphalt. Gleichzeitig liegt da aber vielleicht auch genau das Potenzial, die Spannung, die etwas Großes entstehen lassen kann. Auch in einer Ehe kommen zwei selbstständige Partner zusammen und werden eins. Die unterschiedlichen Ressourcen und Talente nutzend, kann hier entstehen, was keiner alleine zu Wege gebracht hätte. Und das bleibt der Seelsorgeeinheit Alpenblick für ihren Weg von Herzen zu wünschen.

In der Ruhe liegt die Kraft
Vielleicht ist es aber auch das Mehr an Fokussierung durch ein Weniger an Zerstreuung, was dazu führt, dass es hier im ländlichen Bereich einen reich gedeckten Tisch für alle gibt, die gemeinsam christliche Gemeinschaft gestalten und das Leben teilen wollen. 22 Gruppen und fünf regelmäßige Veranstaltungen bereichern das Kirchenjahr, laut der gemeinsamen Webseite. Und tatsächlich bestätigt Pfarrer Grießer das große Angebot für alle Altersklassen und viele Interessen. Gemeinsam wird hier ein Angebot gestemmt, dass einerseits für Jede und Jeden etwas bereithalten kann und zugleich einladend für Interessierte ist.  Hinzu kommen noch alleine 20 musische Angebote, vom Flötenspielkreis bis zum Kirchenchor, die alle Instrumentalisten und Sangesfreudigen zum Mittun einladen.

Unser Kollege Markus Münch war für Sie vor Ort:


Kreuzigung in 3D
Klingt sehr digital, ist aber umso analoger. Das Altarbild des Rokkokoaltars aus dem Jahre 1730 in der Kirche St. Martin in Urlau zeigt eine Szene auf Golgotha, bei der Akteure und Kulisse nicht in Öl auf Leinwand, sondern als plastische Figurengruppe daherkommen. Auch der Hintergrund ist nicht gemalt, sondern ebenfalls modelliert. Es ist also fast so, als würde man durch das Altarbild hindurchblicken, da es dort fehlt, wo man es eigentlich vermutet und stattdessen den Blick quasi durch den Altar auf die scheinbar dahinterliegende Szene freigibt. Dies ist tatsächliche eine besondere Anmutung und einen Abstecher wert, wenn man sich einmal in der Gegend befindet.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Markus Münch

Unsere "Pfarrei der Woche" erreichen Sie unter der Adresse:

Kirche St. Martin
Martinsweg 1
88299 Leutkirch-Urlau

oder im Internet unter:  www.se-alpenblick.drs.de

 

Hinweis:

Ein Dabeisein live vor Ort zur Übertragung ist in diesem Fall leider eher nicht möglich, da die Plätze begrenzt sind und erfahrungsgemäß bereits von der hiesigen Gottesdienstgemeinde beinahe komplett belegt werden.