Jetzt: Stab und Quelle. Folge 11
Stab und Quelle. Folge 11

Pfarrei der Woche in Koblenz

Zwischen Rhein und Mosel liegt auf dem Berg der Koblenzer Karthause die Kirche St. Beatus. Mit Pfarrer Frevel übertragen wir am Sonntag um 9:30 Uhr die Heilige Messe.

Pfarrer Michael Frevel

"Ich bin nie vom Pferd gefallen". Pfarrer Frevel hatte kein einmaliges Bekehrungserlebnis wie etwa Paulus es in Damaskus hatte. Er erinnert sich zurück: Am Anfang beindruckten ihn jüdische Gläubige beim Beten, während seiner früheren Tätigkeit als Sterne – Koch in Israel. Dies gab seiner Auseinandersetzung mit dem Glauben erste Impulse. Als faszinierend kennzeichnet er danach die Gemeinschaft mit vielen unterschiedlichen Menschen, die an Gott festhielten und deren  Glaubensleben lebendig war, während seines weiteren Lebensweges. Diese "Gemeinschaft Glaubender" erlebte er beispielsweise bei einem Besuch an heiliger Stätte durch Johannes Paul II in Lourdes, den Pfarrer Frevel miterleben durfte. 

Pfarrer Frevel arbeitete bis zu seinem Eintritt ins Priesterseminar weltweit in vielen Ländern als Koch in der Sternegastronomie (Schweiz, Stockholm, Israel, Australien). Das Priesterseminar für Spätberufene endete 1994 mit der Weihe zum Priester für das Bistum Trier.

"Es ist essenziell, dass man sich mit Christus verbunden weiß." Um Menschen das Feuer des Glaubens weiterzugeben, müsse man selbst brennen, brauche diese Verbindung zu Christus. Dies sei die eigentliche Essenz des theologischen Fachwissens.

Zur Webseite der Pfarrengemeinschaft Koblenz-Moselweiß

Aus Pferdestall wurde Kirche

Ein Pferdestall der zur Kirche umgebaut wurde? Dies trifft auf die Pfarrkirche St. Beatus zu, die unter den Umständen der Nachkriegszeit zunächst als Notkirche errichtet wurde. 1948 wurde hier die erste heilige Messe gefeiert. Mit der Gemeinde wuchs auch die Kirche und wurde Anfang der 1950ger Jahre vergrößert. Am 3. Oktober 1953 erfolgte die feierliche Einweihung. Sie steht in unmittelbarer Nähe des "Löwenturms", jener Überreste eines weiteren Festungsbaus mit Namen "Feste Kaiser Alexander" aus längst vergangenen Jahrhunderten, der in Koblenz erhalten geblieben ist. 
Zentral sind nahe dem Altarraum die Reliquien des Heilige Beatus und Banthus. St. Beatus weist klassische Merkmale einer Kirche auf: Kirchenschiff und Chorraum. Trotzdem ist der Charakter einer Halle geblieben. Dies hat seinen Grund in der allgemeinen Schlichtheit und der auffallenden, sich nach oben hin wölbenden Balken-Konstruktion. Trotzdem lädt der Raum – oder vielleicht gerade dadurch – zum Verweilen im Gebet ein.

Ein Rundgang in der Kirche:


Die Gemeinde

Anfang nächsten Jahres ist eine Fusion geplant: Aus den sechs momentan bestehenden Pfarreien wird zu Beginn des kommenden Jahres eine Pfarreiengemeinschaft werden. Man erwartet dazu aktuell die Zustimmung des Trierer Bischofs. Die neue Pfarreiengemeinschaft wird dann für ca. 10.000 Gläubige eine geistige Heimat sein. 

Bei aller Ungewissheit, die damit einhergeht, sieht Pfarrer Frevel viele gute Chancen in dieser Neustrukturierung. Es sollen Orte entstehen, die helfen, den Glauben zu vertiefen und damit lebendig zu halten. Man plant spezifische Angebote, die sich an die Struktur der jeweiligen Pfarrgemeinde anlehnt. Ein weiteres Ziel ist es, altersgerechte Ansprachen zu ermöglichen, die sich auf die Pfarrei als Ganzes beziehen. Man setzt auf eine stärkere Mitwirkung der Ehrenamtlichen in bestimmten Teilbereichen, wozu die sich hierfür engagierenden vorbereitet werden.   

Auch falle viel Verwaltungsarbeit dadurch in Zukunft weg, es bleibe nun mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge. Sehr zur Freude von Pfarrer Frevel.

Koblenz

Koblenz ist bekannt für die vielen Burgen, Schlösser und fantastischen Aussichten auf die Weinberge, den Rhein und die Mosel, welche am Deutschen Eck zusammenfließen. Die Römer bauten in dem bereits seit der Steinzeit besiedelten Gebiet zunächst im Jahre 9 n. Chr. ein Kastell zur Sicherung der Rheintalstraße Mainz-Köln-Xanten, woraus später die Stadt entstand. Bis heute blieben Reste der römischen Stadtmauer und Straßenzüge aus dieser Zeit in der Koblenzer Altstadt erhalten. Während der Säkularisation und der Besetzung durch Napoleon wurden viele Kirchengebäude abgerissen, darunter auch die alte Pfarrkirche, in welcher die Reliquien von Beatus und Bantus aufbewahrt waren. In der preußischen Zeit wurde mit der Festung Ehrenbreitstein das größte militärische Bollwerk am Rhein errichtet und eine der stärksten Bastionen, die heute noch fast vollständig erhalten geblieben ist. 

Die kleine Großstadt zieht viele Touristen an und ist gleichzeitig trotzdem eine gemütliche, erholsame Stadt. 

Zum Schluss eine herzliche Einladung: Seien Sie bei der Heiligen Messe mit dabei, die wir am Sonntag, 24. Juli 2022, um 9:30 Uhr aus St. Beatus in Koblenz übertragen. Entweder mit uns vor Ort, oder über radio horeb!

Gottes Segen wünscht Ihnen allen

Ihr Rüdiger Enders