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Mit Gott fang an

Pfarrei der Woche im Priesterseminar Lantershofen

Wir sind an diesem Sonntag zu Gast im Priesterseminar in Lantershofen zur Übertragung eines Gottesdienstes, dem Regens Dr. Volker Malburg vorstehen wird.

Lantershofen

Radio Horeb überträgt den Sonntagsgottesdienst aus jenem Ortsbezirk der Gemeinde Grafschaft im Rheinland-Pfälzischen Landkreis Ahrweiler. Die 1.400 Einwohner zählende Gemeinde liegt nördlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler, 25 KM von Bonn und 50 KM von Koblenz entfernt. Sie wurde im Jahre 1019 erstmals urkundlich erwähnt. Geografisch gehört Lantershofen zur Vulkaneifel und liegt 180 Meter über dem Meeresspiegel. Erste Siedlungsspuren stammen aus römischer Zeit. Im Mittelalter schenkte Heinrich II. seine Ländereien dem Erzbischof von Bamberg, wodurch Lantershofen zum Kloster Michelsberg gehörte.

Seitdem Lantershofen im 13. Jahrhundert zur reichsunmittelbaren Herrschaft innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erhoben wurde und die Unterhaltung eines Adelssitzes innerhalb der Ortsgrenzen somit zur Folge hatte, unter die direkte Gerichtsbarkeit des Kaisers zu fallen, erwarben mehrere adlige Familien Boden in Lantershofen. Die reichsgräfliche Familie von Blankart unterhielt seit 1378 mit Burg Lantershofen den größten dieser Adelssitze.

Lantershofen gehört seit jeher der Pfarrei in Karweiler an, einem der ältesten Pfarrorte der Region, zu dem bis in das 12. Jahrhundert hinein auch Ahrweiler und Bachem gehörten. 1967 wurde die heutige katholische Lantershofener Kirche geweiht und unter das Patrozinium des heiligen Lambert von Lüttich gestellt. In und um Lantershofen finden sich eine Reihe von historischen Steinkreuzen aus dem 18. Jahrhundert.

Studienhaus St. Lambert - das Priesterseminar

2006 hat die römische Bildungskongregation das Statut des Seminars approbiert. Damit kam eine längere Entwicklung zu ihrem vorläufigen Abschluss, die mit der Gründung des Studien-hauses im Jahr 1972 durch den Trierer Bischof Dr. Bernhard Stein begann. Die Idee, in Lantershofen für in Glauben und Leben bewährte Männer, die zwar Berufserfahrung, aber kein Abitur vorweisen können, einen 3. Bildungsweg zum priesterlichen Dienst einzurichten, geht vor allem auf das Apostolat der Priester- und Ordensberufe e.V. zurück, dessen Gründer Pfarrer August Doerner war, dessen Namen die Trägerstiftung des Seminars bis heute führt. Pfarrer Doerner hatte in der Nachkriegszeit das Anwesen für die Stiftung erworben und darin eine Vorbereitungsschule eingerichtet, die Jungen vom Land, die sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, das Gymnasium zu besuchen, auf das Abitur vorbereitete. Als es in den späten 60er Jahren dafür keinen Bedarf mehr gab, kam die Idee eines eigenen Spätberufenen-Seminars auf. Seit 1972 wurden rund 570 Priester geweiht, die zuvor ihr Studium in St. Lambert absolviert hatten.

Regens Dr. Malburg führt im Interview aus, was die Approbation für das Seminar bedeutete, was sich seither verändert hat und inwieweit sich das Studienhaus von anderen Priesterseminaren unterscheidet. Wir sprechen auch über die Frage der Zusammenlegung von deutschen Seminaren. Ferner erklärt er uns, was Besucher des Hauses im Jubiläumsjahr zu erwarten haben.

Wir haben uns im Studienhaus St. Lambert umgesehen


Berufung

Im Weiteren unterhalten wir uns über den Zusammenhang zwischen einem Ruf Gottes zur besonderen Nachfolge, Talente und Fähigkeiten und weitere Erfahrungen des Regens, Merkmale dafür zu erkennen, dass der Ruf vom Herrn stammt.

Danach gehen wir der Frage nach, was dann geschehen sollte. Es geht darum, wer als Ansprechpartner dient, wohin man sich wenden kann und welche Rolle das Gebet zur Ausformung einer Berufung spielt. Interessant ist dann auch die Frage, ob es spezifische Berufsgruppen gibt, die ins Priesterseminar kommen und wie man sie erlebt. Schließlich interessiert uns der Tagesablauf, außergewöhnliche Berufungswege und die Bedeutung der Vernetzung für die Entscheidungsfindung.

Dann fragen wir nach den Kriterien für die Zulassung. Uns interessiert dabei natürlich die Frage, was heute von einem Priester erwartet wird und wie er im Rahmen des Seminars geführt und persönlich begleitet wird. Wir fragen auch nach der Meinung von Dr. Malburg wenn es um die Heranbildung guter Priester geht, die Hirten Ihrer Gemeinden sind.

Ferner interessiert es uns zu erfahren, welchen Einfluss die bevorstehenden Strukturveränderungen auf die priesterliche Berufung haben und wie es in einer sekularen Welt gelingen kann, Menschen an eine lebendige Christusbeziehung heranzuführen.

Die Kirche St. Lambert

Schließlich begeben wir uns noch zu einem virtuellen Rundgang durch die Kirche St. Lambert, aus der wir den Gottesdienst am Sonntag übertragen werden. 1967 wurde die heutige katholische Lantershofener Kirche geweiht und unter das Patrozinium des heiligen Lambert von Lüttich gestellt. Sie hat, basierend auf einem Entwurf des Architekten Josef Westermeier und angelehnt an die Hauskapelle der Weißen Schwestern zu Trier, eine fünfeckige Grundform und einen säulenfreien Innenraum. Als Seitentrakt der Kirche, vor der in einem Anbau befindlichen Sakristei, wurde eine Beicht- und Marienkapelle mit einer barocken Marienstatue integriert. Diese Statue war bereits in den beiden Vorgängerbauten der heutigen Kirche vorhanden. Erst im Folgejahr, 1968, wurde der freistehende zwanzig Meter hohe Kirchturm errichtet.1982 wurde ein ebenfalls noch aus den Vorgängerbauten in die heutige Kirche übernommenes Kruzifix restauriert. Hierbei stellte sich heraus, dass es sich nicht, wie zunächst angenommen, um eine Arbeit aus dem 18. Jahrhundert, sondern um ein mehrfach überstrichenes spätromanisches oder frühgotisches Kreuz aus dem 13. Jahrhundert handelt, das möglicherweise schon zur frühen Ausstattung der 1253 geweihten Kapelle gehörte.

Bilder der Kirche


Herzliche Grüße - und seien Sie an den Radiogeräten dabei im Priesterseminar Lantershofen!

Ihr Rüdiger Enders und Übertragungsteam

 

Hier geht es zur Homepage des Studienhauses St. Lambert