Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung der Vorwoche
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung der Vorwoche

Pfarrei der Woche im Pfarrverband Altmannstein

Der Pfarrverband Altmannstein, genauer gesagt die Kirche Hl. Kreuz, ist unsere Pfarrei der Woche. Am Sonntag, 9. Februar, übertragen wir um 10 Uhr live die Heilige Messe aus dem Bistum Regensburg.

Wandern und Fußball 
Das sind nicht die zentralen Anliegen im Pfarrverband, wohl aber wichtige Komponenten, die die beiden Seelsorger, Pfarrer Wolfgang Stowasser und Pfarrvikar John Joseph hin und wieder im Wandern und Fußball ihren sportlichen Ausgleich entschleunigen lassen - wenn es ihr Dienst zulässt. Das Besondere daran: Sie tun es gemeinsam. Wandern heißt bei den beiden nicht "nur gemütlich am Bach entlang" – hin und wieder ist ein 3000er dabei. Vielleicht ist das auch ihr Geheimnis, wie sie den Pfarrverband mit 3.300 Gläubigen nahe Ingolstadt, in der Ruhe führen können, die ich im Gespräch mit den beiden erlebt habe.

Pfarrer und Pfarrvikar sind ein eingespieltes Team
Insgesamt zehn Kirchen und Kapellen gehören zum Pfarrverband. Sechs davon sind feste Gottesdienstorte, vier davon die offiziellen Pfarreien. Danach gefragt, wie man die ganze Arbeit denn schaffe, erklärte Pfarrer Stowasser, dass er nicht die vielen Aufgaben im Fokus habe, sondern die Abwechslung im Hinblick auf die verschiedenen Gottesdienstorte schätze. Pfarrvikar John sieht das ähnlich. Es scheint, dass sich hier zwei Seelsorger gefunden haben, die ihren Dienst lieben und sich zugleich in der Seelsorge unterstützen. Pfarrer Stowasser selbst ist in der Region geboren. Pfarrvikar John Joseph fühlt sich mittlerweile auch heimisch in Deutschland und der Gemeinde. Seit 2011 wirkt er als Seelsorger im Pfarrverband Altmannstein. Eigentlich ist er Pater John, denn er gehört der "Ordensgemeinschaft der heiligen Theresia vom Kinde Jesus" in Indien an. Zu ihr gehören 400 Priester und derzeit 200 Priesteramtsanwärter. Durch seinen Dienst in Altmannstein hilft er nicht nur Pfarrer Stowasser, sondern auch der Priesterausbildung seines Ordens. Diese finanziert er durch sein Gehalt mit.

"Wie die Jungfrau zum Kind"
Was hat der Ehrentitel "Bischöflicher Geistlicher Rat" mit einer abgebrannten Kirche zu tun? In der Regel wenig. Im Pfarrverband Altmannstein vermutlich eine ganze Menge. Spricht man Pfarrer Stowasser darauf an, dass man seinen Namen in Verbindung mit dem Ehrentitel gefunden hat, so sagt er, dass er dazu gekommen sei, "wie die Jungfrau zum Kind". Er vermute aber, dass er im Zusammenhang mit der niedergebrannten Martinskirche in Steinsdorf stehen könne. Die Geschichte der Tragödie: Am Morgen des 3. März 2017 habe ihn per WhatsApp die Meldung erreicht, dass die Kirche in Flammen stünde. Er habe es zunächst gar nicht begreifen können Eine Tragödie mit gutem Ausgang sollte es aber doch in zweierlei Hinsicht werden. Zum einen konnten die Mauern und der Turm der Kirche von den eilig herbeigeeilten Feuerwehrleuten gerettet werden. Zum anderen zahlte die Versicherung prompt, wodurch die Kirche wieder komplett aufgebaut werden konnte. Viele Gemeindemitglieder, die Gremien der Pfarrei und nicht zuletzt ihr Pfarrer setzten alles daran, dass das Gotteshaus bald wieder in neuem Glanz erstrahlen sollte. Das hat zuletzt sicherlich auch Bischof Voderholzer sehr gefreut.

Die "Sauhofkirche"
Der Begriff "Sauhofkirche" ist nur ein Insiderbegriff, den die Einheimischen für die Kapelle St. Leonhard und St. Wendelin in Althexenagger gefunden haben. An dieser Stelle soll der "Altmannsteiner Saumarkt" gewesen sein, wo heute direkt ein Bauernhof an die Kapelle angrenzt. Zum Patrozinium am 6. November pilgern die Menschen traditionell zu Fuß zu ihrer Kapelle. Eine zünftige Feier vor Ort rundet den Tag ab. Dies ist auch der einzige Tag im Jahr, an dem die Kapelle geöffnet wird.

Aktives Miteinander durch Wallfahrt und Pfarrverband
Eine schöne Tradition, die auch ein wenig auf das Leben im restlichen Pfarrverband Altmannstein hinzuweisen scheint: Durch das aktiv gelebte Miteinander kennen die Menschen ihren Kirchturm vor Ort und teilen ihr Leben als Pfarrverband. Spirituell ist die Fußwallfahrt zur "Sauhofkirche" damit keine Einzelerscheinung. Das geistliche Angebot erstreckt sich von Wallfahrten und  Mittagsgebeten im Advent über vier Bruderschaften bis hin zu Lobpreis mit eucharistischer Anbetung mit Einzelsegen, wo die Kirche auch immer voll sei, wie Pfarrvikar John berichtet. Auch einen Liturgiekreis gibt es und hin und wieder gestalten auch die Jugendlichen der Pfarrei einen Gottesdienst. Ob bei den Ministranten, der Kolpingfamilie, dem Frauenbund, der katholischen Landjugendbewegung, dem Kirchenchor oder in einem der Ausschüsse und Gremien, um nur einige zu nennen: es gibt viele Möglichkeiten hier mittendrin zu sein und christliche Gemeinschaft zu leben.

Die Kirche Hl. Kreuz können Sie sich hier in Ruhe ansehen:


Von heiligen Kühen und Babyflaschen
Was haben "heilige Kühe" mit einer katholischen Pfarrei zu tun? Mit einem indischen Pfarrvikar eines: Nächstenliebe. Pfarrvikar John sammelt seit Jahren Spenden, die dann in Indien armen Familien die Anschaffung einer (dort heiligen) Kuh ermöglichen. Dadurch hat die Familie Milch für sich und ihre Kinder und kann zusätzlich, durch den Verkauf eines Teils der Milch, ein kleines Einkommen erwirtschaften.

Auch an der Babyflaschenaktion von "1000plus" hat sich der Pfarrverband wiederholt beteiligt. Der Impuls kam aus dem sogenannten Sechserrat des Pfarrverbandes, in einer Zeit, wo das Thema der Unterstützung  von Schwangeren in Konfliktsituationen an medialer Aufmerksamkeit zu verlieren schien. Neben dem Effekt des "In-Erinnerung-Rufens" des Themas, war die Resonanz so gut, dass die Aktion mittlerweile dreimal im und durch den Pfarrverband Altmannstein durchgeführt wurde.

Warum Klaus Heinig die Pfarrkirche Heilig Kreuz in Altmannstein einst als "sehr nüchtern" empfunden hat und sie jetzt genau so mag, wie sie ist, weswegen er auch gerne die kleine Führung durch die Kirche übernommen hat, warum die heilige Katharina Zuflucht in der Hl. Kreuz Kirche suchen musste und was den Künstler Ignaz Günther mit Altmannstein und Hl. Kreuz verbindet: Das und vieles mehr erfahren Sie im Interview mit Pfarrer Wolfgang Stowasser, Pfarrvikar John Joseph und Klaus Heinig, das Sie hier in Kürze nachhören können.

Herzliche Grüße, Ihr
Markus Münch

Erfahren Sie im Interview mehr über die Kirche, den Pfarrverband und die Umgebung