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Pfarrei der Woche aus Prenzlau

Nicht am Prenzlauer Berg in Berlin, sondern 100 Kilometer nordöstlich in der Uckermark liegt unsere neue Pfarrei der Woche St. Maria Magdalena. Die winzig kleine Diasporagemeinde im Bundesland Brandenburg freut sich über den Besuch von radio horeb. Wir übertragen um 10:00 Uhr die Heilige Messe. Schon jetzt stellt Ihnen Solveig Faustmann diese Pfarrei vor.

Kein Weg ist uns zu weit, keine Pfarrgemeinde zu verstreut in den Weiten der Diaspora, um unseren Zuhörern ein neue "Pfarrei der Woche" vorzustellen: Zum ersten Mal besuchen wir die Uckermark, eine verträumte Seenlandschaft mit alten Klosterruinen und romantischen Buchenwäldern. In der Kreisstadt Prenzlau beeindruckt das Miteinander von historischen Backsteingebäuden und flüchtigen Nachkriegsbauten, mit viel Freiflächen dazwischen. Die Straßen werden komplettsaniert. Zur Kirche St. Maria Magdalena fährt das das Navi nur über Umwegen.

Patronin der Stadt Prenzlau
Schon im Hochmittelalter gab es katholisches Leben in dem Städtchen mit heute 18.000 Einwohnern. So wurde die heilige Maria Magdalena Stadtpatronin. Eine eigene katholische Gemeinde entstand nach der Reformation erst im 19. Jahrhundert wieder. Doch schon zu Kriegsende wurde die neuerrichtete neogotische Backsteinkirche im 53. Jahr ihres Bestehens in Schutt und Asche gelegt. Außerhalb der nur zweimal wöchentlich stattfindenden Gottesdienste ist das originalgetreu wieder aufgebaute Gotteshaus lediglich dreimal pro Woche zum Gebet geöffnet. Von hier übertragen wir am 19. September das Kirchweihfest.

Solveig Faustmann hat sich St. Maria Magdalena genauer angesehen:


Kolpingfamilie mit Außenwirkung
Führt die kleine katholische Pfarrgemeinde ein stilles Eigenleben in der mehrheitlich postchristlich und evangelisch geprägten Stadt Prenzlau? Nach 12 Jahren seines Dienstes hat Pfarrer Wolfgang Menze vor Ort gerade mal drei Erwachsenentaufen vorgenommen. Doch was der säkularen Öffentlichkeit sehr wohl auffällt, ist das soziale Engagement der Kolpingfamilie. So wurden zum Beispiel in der Flüchtlingswelle von 2015 Deutschkurse für die Neuzugezogenen organisiert, was auch in der Presse wohlwollende Erwähnung fand. Manche Gewohnheiten aus DDR-Zeiten scheinen sich erhalten zu haben. So erteilen Pfarrer Menze und ein Gemeindereferent den katholischen Religionsunterricht für die Schulstufen eins bis zehn im Pfarrhaus. Wenn sich die Kinder stattdessen für Ethikunterricht entscheiden, erhalten sie diesen im Schulgebäude. So ist die Religion hier wohl etwas mehr ins Private verlagert als in den südlicheren Bundesländern.

Treffpunkt Uckermark
Bleibt noch die Frage, was es mit dem interessanten Namen Uckermark auf sich hat. Ganz einfach: Er leitet sich von dem nur 100 Kilometer langen Fluss Ucker ab. In dieser Landschaft ist übrigens Angela Merkel aufgewachsen. Ebenso wie die langjährige deutsche Bundeskanzlerin stammt auch Pfarrer Wolfgang Menze ursprünglich aus dem Westen. Georg Kardinal Sterzinsky nahm ihn vor gut zwei Jahrzehnten ins Berliner Presbyterium auf. Mit Land und Leuten sei er schon lange heimisch geworden, sagt der aus dem Sauerland stammende Priester. Nur in der Großstadt Berlin wollte er nicht so gerne bleiben. Nun betreut er neben Prenzlau noch die Kirche Maria Frieden in Gramzow. Allerdings wird sich sein Wirkungskreis bald vergrößern. Wie in vielen deutschen Bistümern sind auch im Erzbistum Berlin weitere Pfarreienzusammenlegungen geplant. So wird Prenzlau in Zukunft mit Templin und Schwedt an einem Strang ziehen müssen. Diese drei Kirchorte ergeben ein Straßendreieck von 150 Kilometer Länge - eine Herausforderung für die Seelsorger. Gut, dass man beim Autofahren auch radio horeb hören kann!

Besuchen Sie uns zum Radiogottesdienst in St. Maria Magdalena am 19. September um 10:00 Uhr!

Auf die Begegnung von Nord und Süd freut sich Ihre

Solveig Faustmann



Die katholische Kirche Prenzlau im Internet