Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Freitag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Freitag

Pfarrei der Woche aus Krefeld

radio horeb ist im Rahmen der "Pfarrei der Woche" zu Gast in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes XXIII. in Krefeld. Wir übertragen die heilige Messe um 10 Uhr aus der Pfarrkirche St. Dionysius. Kaplan Dr. Dennis Rokitta wird diese mit uns und Ihnen feiern. In unserem Beitrag stellen wir Ihnen unsere gastgebende Pfarrei vor.

Krefeld, eine sich wandelnde Stadt
Krefeld gehört bis zum Zweiten Weltkrieg zu den reichsten und bedeutendsten Städten Deutschlands. Grund dafür war die Textilindustrie und deren hervorragender Ruf. Die einzigartige Verarbeitung von Samt und Seide wurde, über die Grenzen Deutschlands hinaus, für deren Qualität bewundert und erreichte eine hohe Nachfrage in aller Welt. Nach dem Krieg wurde der Industriezweig nicht mehr aufgebaut und es entstand soziale Not, welche heute noch spürbar ist.

St. Johannes XXIII.
Die katholische Kirchengemeinde greift diese Not der Menschen auf: Wie der Schutzpatron der Pfarrei, Papst Johannes XXXII, durch das Zweite Vatikanische Konzil die Kirche zur Welt öffnete, so ist ein Leitsatz der Pfarrei der Dienst in der Welt und an den Menschen in der Welt. Die Kirchengemeinde öffnet sich der sozialen Not der Menschen, welche in der Innenstadt Krefelds besonders groß ist und lebt die christliche Nächstenliebe durch Angebote wie "täglich Brot" oder die "city pastoral", wobei wöchentlich alle Bedürftigen eine Mahlzeit bekommen und den Menschen auf der Straße geholfen wird.
Die Rückmeldung ist Dankbarkeit und viele stellen auch die Frage: "Warum helft ihr uns?" Dies öffnet Türen in die Pfarrei ebenso wie die Aktion "Hö-ma" ("Höre mal"). Hierbei können Menschen mit ihren Sorgen und Problemen zu verschiedenen Personen von St. Dionysius kommen, um über diese zu sprechen und um Rat und Hilfe zu erlangen. Ein "Josefslädchen" ist ein weiteres Zeichen dafür, dass "Kirche ihren Platz in der Welt hat und die Welt ihren Platz in der Kirche" wie wir hören werden.

Die Katholische Kirchengemeinde Papst Johannes XXIII bildet mit der Pfarrei St. Stephan in Krefeld eine Gemeinschaft der Gemeinden (GDG). Während in der gastgebenden Pfarrei mehr die soziale Komponente der Worte Jesu "Gebt ihr ihnen zu essen" (Lk 9,13) im Vordergrund der Angebote steht, bietet St. Stephan Katechese an. So können Menschen dort in die Schätze des katholischen Glaubens eingeführt werden und beides ergänzt sich gegenseitig.

 

Covid 19 und dessen Folgen in St. Johannes XXIII.
Durch Corona ist in der Pfarrei, wie jeder Orts, die Spendung der Sakramente sowie das Angebot eingeschränkt. Auf der anderen Seite täten sich auch neue Möglichkeiten in der Seelsorge auf. Kaplan Rokitta erklärt, daß er trotz der räumlichen Distanz Kontakt zu den Gemeindemitgliedern habe und das die intensive Seelsorge über das Telefon insgesamt mehr Nähe und Bezug zum Einzelnen bedeute.

Kaplan Dr. Dennis Rokitta
Der gebürtige Mönchengladbacher Dennis Rikotta wurde vor zwei Jahren zum Priester geweiht, war vorher als Chemiker tätig und ist Doktor der Medizin. In seiner Freizeit hält sich der Kaplan gerne im Kino und in seiner Heimatstadt im Fußballstadion der "Fohlenelf" auf. Vor seiner Berufung war Dr. Rokitta ein gewöhnlicher "Taufscheinchrist". Mehrere innere Anstöße durch den Heiligen Geist führten ihn als Jugendlichen erstmals und dann immer öfter in die Heilige Messe. Mehrfach fühlte er sich dort dann auch zu Hause. Der damals entstandene Priesterwunsch wurde von ihm schnell wieder verworfen und er wurde Chemiker.

Während dieser Zeit entstand allerdings eine tiefe Leere in seinem Inneren, welche durch nichts gefüllt wurde. Dennis Rokitta entschloss sich deshalb, ins Priesterseminar zu gehen, nur um zu erkennen, dass er keine Berufung habe. Dies erwies sich allerdings als falsch und er erkannte mit jedem Tag klarer seine Berufung zum Priestertum in der katholischen Kirche. "Als Christen müssen wir Suchende bleiben", sagt er. Den Menschen, welche glauben, berufen zu sein, rät der Kaplan heute darauf zu vertrauen, dieser Frage nachzugehen. Scheitern ist bei diesem Weg der Suche kein Makel, Scheitern ist ein Zeugnis von Mut. Die Berufung solle also nicht verdrängt werden, sondern ihr soll nachgegangen werden. Falls jemanden nicht berufen sei, zeige Gott dies auch klar und verständlich. Wichtig sei, es herauszufinden.

Die Pfarrkirche in unserer Bildergalerie zum Durchklicken:


Kaplan Dr. Rokitta war es vergönnt, vor zwei Jahren Papst Franziskus den Primiz-Segen in Rom zu erteilen. 2003 begegnete er dem Heiligen Papst Johannes Paul II, was ihn zutiefst beeindruckte. Auf diese Begegnungen blickt er im Interview zurück.

Wir freuen uns auf Sie in St. Dionysius am 11. Oktober!

Es grüßen Sie das Übertragungsteam und Rüdiger Enders