Jetzt: il suono barocco: Sonata II op. 5, Nr. 10 - Preludio Adagio
il suono barocco: Sonata II op. 5, Nr. 10 - Preludio Adagio

Pfarrei der Woche aus dem Mutterhaus in Gengenbach

"Kloster der Woche" ist Programm bei radio horeb. Wir sind mit unserer Aktion "Pfarrei der Woche" im Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach im Erzbistum Freiburg. Hier, am Fuße des Schwarzwaldes, im Ortenaukreis in Baden-Württemberg übertragen wir vom 24. bis 26. September mehrmals bundesweit live im Radio. Die Übertragungen aus der Mutterhauskirche beginnen am Freitag, 24. September, um 17:30 Uhr mit der Vesper. Am Samstag, 25. September, werden zwei weitere Stundengebete live gesendet: Die Laudes um 7:00 Uhr und die Vesper um 17:30 Uhr. Die Heilige Messe mit Live-Übertragung wird am 26. September stattfinden und bildet zugleich Höhepunkt und Abschluss der Übertragungsreihe. Zelebrant ist Pater Julius Mihm. Wir stellen Ihnen unsere Pfarrei der Woche vor.

Eindrücke aus der Mutterhauskirche in Gengenbach (Fotos: Gaby Scheewe-Pfeil):


Jugendliebe lebenslänglich
Wie kommt man denn nun als junge Frau in ein Kloster? Generaloberin Schwester M. Michaela Bertsch und Generalvikarin Schwester M. Veronika Stein berichten gleichermaßen, dass sie sehr angetan gewesen seien, von den Schwestern, die sie in Ihrer Jugend erlebt hätten und die ein lebendiges Zeugnis für Jesus einerseits und den Dienst als Ordensfrau andererseits gewesen wären. Dazu Priester, die es verstanden den jungen Menschen etwas mitzugeben, das diese begeisterte und dazu eine Jugendarbeit sowie große Jugendbegegnungen in Lourdes schafften eine Atmosphäre, die auch Schwester Michaela und Schwester Veronika sowie zahlreiche andere junge Leute ihrer Berufung finden ließ. Diese Liebe ihrer Jugend leben die beiden Schwestern bis heute. Mittlerweile in der Leitung, wie viele andere Schwestern und Brüder auch, zu denen sie bis heute Kontakte haben und pflegen.

Unser Programm aus dem Mutterhaus in Gengenbach

17:30 Uhr          Vesper aus der Mutterhauskirche

 

7:00 Uhr          Laudes, das Morgengebet der Kirche
 
17:30 Uhr          Vesper, das Abendgebet der Kirche

 

10:00 Uhr          Heilige Messe aus der Mutterhauskirche

Not und Charismatik als Wegbereiter
150 Jahre sind vergangen, seit der Gründung der Kongregation in Gengenbach. Eine junge Klostergründung, nach der Säkularisation. Eine Zeit, in der viele Kongregationen ins Leben gerufen wurden. Zugleich auch eine Zeit der Innovationen und des Fortschritts im Zuge der Industrialisierung, verbunden aber auch mit dem Leid vieler Menschen eben dieser Tage. Eine Zeit auch, in der es viele charismatische Menschen gegeben habe, die auch die notwenige Durchsetzungskraft besessen hätten, auch gegen Widerstände und andere Widrigkeiten, eine solche Gründung durchzuziehen, wie die beiden Schwestern es beschreiben.

Klostergründung in der Bahnhofsschänke
Pfarrer Wilhelm Berger (1834-1901) gehörte auch zu diesen Menschen und so schlossen sich 1866 zunächst sechs junge Frauen zu einer Gemeinschaft zusammen. Durch den badischen Kulturkampf wird die 60-köpfige Gemeinschaft 1876 offiziell aufgelöst. Die eine Hälfte der Schwestern wandert zu dieser Zeit nach Nordamerika aus, die andere Hälfte lebt im Untergrund weiter und arbeitet im gengenbacher Spital. Selbst zu dieser Zeit wächst die Gemeinschaft weiter. 1886 erwerben sie schließlich das Bahnhofsgasthaus, womit sie den Grundstein für das Mutterhaus legen.

Das Dreigestirn
Dem Wesen vieler damaliger Gemeinschaften und Klöstern typischerweise entsprechend, bestand auch die junge Gemeinschaft in Gengenbach aus dem sogenannten Dreigestirn: der Kranken-, der Näh- sowie der Kinderschwester. Die Größe diese sozialen Werks, das hier in Gengenbach entstanden ist, lässt sich erahnen, wenn man sich beispielhaft die Zahlen der Schwestern im Verlaufe der Jahre sowie die Anzahl der Stationen ansieht, wo diese ihren Dienst an den Menschen verrichteten. Aus den sechs Schwestern der Gründungszeit waren nach 100 Jahren 1369 Schwestern auf 227 Stationen geworden. Ein Trend zwar, der mittlerweile rückläufig ist (150-jähriges Jubiläum, 2016: 193 Schwestern auf 16 Stationen) aber deutlich das Wirken der Schwestern in und um Genegenbach dokumentiert. Nicht zu vergessen, die anderen Einrichtungen und Dienste: die Krankenpflegeschule, die drei Haushaltungsschulen, ein Erholungshaus, eine Pflegeeinrichtung, ein Wohn- und Pflegeheim, ein Studentenwohnheim, ein Waisenhaus, das Exerzitienhaus, sowie die Kerzen- und Paramentenwerkstätten. Und nicht zuletzt natürlich auch die Klosterbauten an sich, das Mutterhaus sowie die Mutterhauskirche.

Interview anhören:


Von der Not zur Tugend
Gewachsen ist ein großes karitatives Werk, das bis heute wirkt. Einst entstanden aus den direkten Nöten des Alltags der Menschen, hat es sich über die Jahre zu einer Institution entwickelt, die sich mit Ausbildung und Pflege einen Namen gemacht hat. Noch heute absolvieren junge Menschen gerne ihre Ausbildung im Kloster, da sie hier ganzheitlich wahr- und angenommen werden. In Verbindung mit den christlichen Lebensstil der Schwestern, den die Auszubildenden kennen lernen, wird die Zeit der Berufsausbildung zu einer Zeit, die den ganzen Menschen formt. Hier nimmt man mehr mit, als bloß die reinen Fähig- und Fertigkeiten für einen Broterwerb. Vielleicht kann man den Mehrwert einer Ausbildung im Kloster so umreißen, dass man hier nicht nur mitbekommt, wie man etwas tut, sondern, warum man etwas tut.

Des Papstes neue Kleider
Neben den karitativen Einrichtungen, die das Mutterhaus betreibt sowie den Ausbildungsberufen, die man hier erlernen kann, gab es zudem zwei klostereigene Kunstwerkstätten, wenn man das so nennen darf. Die Kerzenwerkstatt gibt es bis heute. Das Besondere daran: Die Kerzen werden nicht mit Wachs beklebt, sondern bemalt. Das Motiv wird vorher auf die Kerze gepaust. Hier entstehen kunstvolle Kerzen für die Liturgie und daheim. Auch auf Bestellung, wenn man dies wünscht. Messgewänder konnte man im Mutterhaus Gengenbach bis vor einigen Jahren ebenfalls ordern. Getan hat das auch Papst Benedikt XVI, anlässlich seines Besuches in Freiburg, im Jahre 2011. Das Gewand für den Papst selbst, als auch mehrere Gewänder für Konzelebranten und Diakone sowie die dazugehörigen Stolen wurden damals im Mutterhaus in zahllosen Überstunden von zwei Schwester gefertigt. Leider waren sie die letzten Beiden, die im Kloster dieser Kunst kundig waren. Mittlerweile ist die Paramentenwerkstatt ein Museum, was eindrucksvoll die Früchte bezeugt, die entstehen, wenn man nach dem Motto "für Gott ist das Kostbarste gerade gut genug" arbeitet.

Unser Kloster ist die Welt
"Unser Kloster ist die Welt" war das Motto des Jubiläumsjahres 2020. Einerseits verweist es auf die Größe des Mutterhauses mit seinen zahlreichen Einrichtungen in Vergangenheit und Gegenwart. Zudem vermittelt es das breite Spektrum des karitativen Wirkens und der Aufgaben der Schwestern sowie die Spiritualität der Ordensgemeinschaft. Bis heute sind sie ihrem Gründungsauftrag treu geblieben und widmen Ihren Dienst den Mitmenschen. Dazu zählen auch Projekte, wo die Schwestern den direkten Kontakt mit den Menschen in ihrem Umfeld im Alltag suchen, wie etwa der Weihnachtsweg, der jährlich Besucher in den Klostergarten einlädt, ein Raum der Stille, als auch ein Ladengeschäft am gengenbacher Marktplatz, das gemeinsam mit den evangelischen Geschwistern sowie der katholischen Ortspfarrei angemietet wurde, um Begegnungsort für Interessierte und Kirche zu sein.

Was es noch zu entdecken gibt im und um das Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach, das erfahren Sie im Interview, das Sie hier nachhören können. Oder Sie machen sich selbst ein Bild vor Ort, vielleicht indem Sie eine der Gebetszeiten live vor Ort mitfeiern!

Kontakt:
Mutterhauskirche im Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu
Bahnhofstraße 10
77723 Gengenbach

www.franziskanerinnen-gengenbach.de

Corona-Hinweis:
Gerne können Sie an den Gebetszeiten auch live vor Ort teilnehmen. Es gibt keine Voranmeldung und in der Regel freie Plätze. Die mittlerweile üblichen Schutzmaßnahmen gelten, wie gewohnt.