Neue Kardinäle für die Kirche
Für heute hat Papst Franziskus ein "Konsistorium" einberufen - also eine Versammlung aller Kardinäle der Welt (oder wenigstens eines großen Teils), die der Papst zu besonders wichtigen Anlässen anberaumt. Beim aktuellen Konsistorium werden 21 neue Kardinäle "kreiert", das heißt, Geistliche werden in den Rang eines Kardinals erhoben. Das ist der zweithöchste geistliche Rang der Kirche nach dem Papst. Kardinäle sind bis zum 80. Lebensjahr berechtigt, den Papst zu wählen.
Hier sind die wichtigsten Infos zu den neuen Kardinälen im Überblick:
1. Erzbischof Robert Francis Prevost OSA(67, USA/Vatikan)
- Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe
- Eintritt in den Augustinerorden mit 22 Jahren
- 1982: Priesterweihe
- Arbeit in der Augustinermission für 11 Jahre
- Ernennung zum Bischof der peruanischen Diözese Chiclayo (Peru) im Jahr 2014
2. Erzbischof Claudio Gugerotti (67, Italien/Vatikan)
- Seit 2022: Präfekt des Dikasteriums für die orientalischen Kirchen
- 1982: Priesterweihe
- Promotion am Päpstlichen Orientalischen Institut, langjährige Arbeit als Dozent
- 2002: Ernennung zum Erzbischof
- Berater des Heiligen Stuhles beim Ukraine-Krieg
3. Erzbischof Víctor Manuel Fernández (60, Argentinien/Vatikan)
- Erzbischof von La Plata in Argentinien
- Steht Franziskus theologisch nahe und unterstützte ihn für das laufende Pontifikat
- Berufung an den Vatikan durch den neuen Kurs der Glaubensbehörde: mehr Dialog, weniger Abgrenzung
4. Erzbischof Emil Paul Tscherrig (76, Schweiz/Vatikan)
- Erfahrener Diplomat des Heiligen Stuhls
- Ausbildung im Kirchenrecht
- Seit 1978: Nuntius, unter anderem in Argentinien, Uganda, Mongolei und Bangladesch
5. Erzbischof Christophe Pierre (77, Frankreich/Vatikan)
- Gilt als einer der wichtigsten Vatikandiplomaten unter Papst Franziskus; bereitet Bischofsernennungen vor
- Ehemaliger Soldat
- Als Kirchenrechtler und Nuntius unter anderem in Haiti, Uganda und Mexiko
- 2016: Entsendung nach Washington und lange Zusammenarbeit mit Donald Trump, sowie Joe Biden
6. Erzbischof Pierbattista Pizzaballa OFM (58, Italien/Heiliges Land)
- Lateinischer Patriarch von Jerusalem und einer der prominentesten Vertreter der Kirche in Nahost
- Seit 1990 in Jerusalem: Ab 1990 Studium, 1998 bis 2004 Professor am Studium Biblicum Franciscanum
- Seit 1999 offiziell im Dienst der Kustodie des Heiligen Landes
- Herausgeber des Römischen Messbuchs in hebräischer Sprache
- Mitglied der Ostkirchenkongregation im Vatikan
7. Erzbischof Stephen Brislin (66, Südafrika)
- Seit 2010 Erzbischof von Kapstadt: bekannt für Aufrufe gegen Misständen
- Themen: Missbrauch, Rassismus, Korruption, Rolle der Kirche in der Apartheid
- Von 2013 bis 2019: Präsident der südafrikanischen Bischofskonferenz
8. Erzbischof Ángel Sixto Rossi SJ (64, Argentinien)
- Erzbischof von Córdoba, Argentinien
- Promotion an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom über die geistliche Unterscheidung bei Ignatius von Loyola
- Von 1990 bis 1992: Rektor der Kirche von El Salvador in Buenos Aires
- 1992: Gründung einer Stiftung für Arme und Ausgestoßene mit "Manos Abiertas“
- Ehemaliger Novizenmeister der Jesuiten
9. Erzbischof Luis José Rueda Aparicio (61, Kolumbien)
- Erzbischof von Bogotá, Kolumbien
- vorher Bischof von Montelibano und Erzbischof von Popayán
- Seit 2021: Präsident der Kolumbianischen Bischofskonferenz
- 1989: Priesterweihe, Studium der Moraltheologie an der Alfonsiana in Rom
- Arbeit als Pfarreiseelsorger sowie als Professor an einem Priesterseminar
10. Erzbischof Grzegorz Ryś (59, Polen)
- Erzbischof von Łódź, Polen
- 1988: Priesterweihe, Promotion in Kirchengeschichte über Volksfrömmigkeit in Polen
- Von 2007 bis 2011: Leiter des Krakauer Priesterseminars
- Ernennung zum Weihbischof in Krakau von Papst Benedikt XVI.
- Leistungen: Förderung verheirateter Diakone, Einführung des Ständigen Diakonat, Gründung des Internationalen Diözesanen Missionsseminars "Redemptoris Mater" des Neokatechumenalen Weges
11. Erzbischof Stephen Ameyu Martin Mulla (59, Südsudan)
- Erzbischof von Juba, Südsudan
- Studium an der Päpstlichen Missions-Universität Urbaniana
- Professor und Rektor im Priesterseminar in Juba
- 2019: Ernennung zum Bischof von Torit, sowie zum Erzbischof im gleichen Jahr
12. Erzbischof José Cobo Cano (57, Spanien)
- Erzbischof von Madrid, Spanien
- Experte für die katholische Soziallehre
- Arbeiterseelsorger mit Fokus auf Migration
- Rolle als Versöhner: "Polarisierung widerspricht dem Evangelium“
13. Erzbischof Protase Rugambwa (63, Tansania)
- Koadjutor-Erzbischof von Tabora
- 1990: Priesterweihe durch Papst Johannes Paul II.
- Studium an der Lateran-Universität in Rom
- 2002: Mitarbeiter für die Kongregation für die Evangelisierung der Völker
- 2012: Ernennung durch Papst Benedikt XVI. zum stellvertretenden Sekretär der Kongregation und zum Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke mit dem persönlichen Titel Erzbischof
14. Bischof Sebastian Francis (71, Malaysia)
- Bischof von Penang, Malaysia
- Professor für Dogmatische Theologie, sowie geistlicher Leiter des Priesterseminars in Penang
- Seit 2017: Vorsitzender der Bischofskonferenz von Malaysia, Singapur und Brunei
- 1977: Priesterweihe; Studium an der Dominikaner-Universität St. Thomas von Aquin in Rom
15. Bischof Stephen Chow Sau-yan SJ (63, China)
- Bischof der Diözese Hongkong, China
- Bis 2021 Provinzial der chinesischen Jesuiten-Provinz
- Studium der Psychologie und Theologie
- Positive Sicht auf das spannungsreiche diplomatische Verhältnis zwischen China und dem Heiligen Stuhl
16. Bischof François-Xavier Bustillo OFMconv (54, Frankreich)
- Bischof von Ajaccio, Frankreich
- Von 2006 bis 2018: Kustos der Franziskanerminoriten-Provinz von Frankreich und Belgien
- 1992: Mitgründer eines Kloster in Narbonne
- Bischofsvikar des Erzbistums Narbonne für die neuen geistlichen Gemeinschaften und den interreligiösen Dialog
- Guardian des Konvents Saint Maximilien Kolbe in Lourdes
17. Bischof Américo Alves Aguiar (49, Portugal)
- Weihbischof von Lissabon, Portugal
- Päpstliche Gunst unter anderem durch Organisation beim Weltjugendtag 2023
- Ausbildung in Medienwissenschaft
- Leiter der Kommunikationsabteilung des Lissaboner Patriarchats
18. Pater Ángel Fernández Artime SDB (62, Spanien)
- Seit 2014: Generalober der Salesianer Don Boscos
- Tätigkeiten im Auftrag seines Ordens in Spanien sowie 2009 bis 2013 in Buenos Aires, Argentinien
- Bisher keine Bischofsweihe
19. Erzbischof Agostino Marchetto (82, Italien/Vatikan)
- Pensionierter Vatikandiplomat und Kenner des II. Vatikanischen Konzils
- Ehemaliger Sekretär im "Päpstlichen Rat für die Migranten und Menschen unterwegs": zuständig für die Zirkus- und Schaustellerseelsorge
- Als päpstlicher Diplomat in Madagaskar, Mauritius, Tansania und Weißrussland (heute Belarus)
20. Erzbischof Diego Rafael Padrón (84, Venezuela)
- Emeritierter Erzbischof von Cumaná, Venezuela
- Vorsitzender der Venezolanischen Bischofskonferenz
- Abschluss in Biblischer Theologie von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom
- Diplom in Orientalischer Bibelwissenschaft vom Institut Franciscanum in Jerusalem
- Aufgrund seines Alters nicht papstwahlberechtigt: Kardinals-Titel als Anerkennung
21. Pater Luis Pascual Dri OFMcap (96, Argentinien)
- 1938: Eintritt ins Kapuzinerseminar mit 11 Jahren
- 1952: Priesterweihe
- 38 Jahre Lehrtätigkeiten und Arbeit als Seelsorger in Uruguay
- Danach: Beichtvater im Marienheiligtum Nuestra Señora De Pompeya in Buenos Aires: "Beichtvater des Papstes"
- Bisher keine Bischofsweihe; ältester neu designierte Kardinal
