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Mit Jesus leben in Pakistan - wo Christen durchs Feuer gehen

In der Sendung Lebenshilfe und heute Abend bei uns in Balderschwang: Bischof Samson Shukardin und Pater Emmanuel Yousaf aus Pakistan.

Der Monsunregen hat diesen Sommer in Pakistan eine Spur der Verwüstung hinterlassen: Fast 1.700 Menschen starben in den Fluten, mehr als zwei Millionen Häuser wurden zerstört. Unter der allgegenwärtigen Not leidet auch die christliche Minderheit. Unter 2 % der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben. In Pakistan erfordert dieses Bekenntnis ebenso viel Mut wie Standhaftigkeit, denn immer noch leben Teile der pakistanischen Gesellschaft nach dem islamischen Gesetz Scharia. Auf dem Papier gilt Religionsfreiheit. Blasphemie steht unter harten Strafen - und der Blasphemie kann man sehr schnell bezichtigt werden.

Am heutigen Abend gedenken wir bei radio horeb besonders der Christen in dem gebeutelten asiatischen Land: In der Lebenshilfe beschreiben uns Bischof Samson Shukardin (links im Bild) und Pater Emmanuel Yousaf (rechts i. B.) von der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden Pakistan, wie Christen in Pakistan heute leben und ihren Glauben bezeugen. Unter anderem geht es dabei um die Auswirkungen der Rückkehr der Taliban an die Macht im benachbarten Afghanistan.

Ab 19:10 Uhr senden wir einen "Abend der Zeugen" aus Balderschwang mit dem Hilfswerk Kirche in Not. Die Sendung findet im Rahmen der Aktion Red Wednesday statt.

Mit Jesus leben in Pakistan - wo der christliche Glaube durchs Feuer geht

Lebenshilfe um 10:00 Uhr mit Moderatorin Sabine Böhler und Bischof Samson Shukardin und Fr. Emmanuel Yousaf, Katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden Pakistan
Sendung verpasst? In unserem Podcast Christ und Welt können Sie die Sendung nachhören, downloaden und teilen.

Mehr Infos zum Thema Religionsfreiheit finden Sie auf unserer Infoseite Religionsfreiheit weltweit 
oder bei Kirche in Not.

Blasphemie-Gesetze in Pakistan: Der Fall Asia Bibi

Ein bekannter Rechtsstreit in Pakistan hat die islamischen Blasphemie-Gesetze des Landes international in die Schlagzeilen gebracht. Eine katholische Frau, Asia Bibi, wurde 2009 in ihrem Dorf von muslimischen Dorfbewohnerinnen aufgefordert, sich zum Islam zu bekennen. Sie dürften sonst das Wasser, das Bibi geholt hat, angeblich nicht trinken. Die Katholikin weigerte sich und floh. Wenige Tage später bezichtigten die anderen Frauen zusammen mit den mehrheitlich muslimischen Bewohnern sie der Gotteslästerung, wollten sie gefangen nehmen und bestrafen. Das hätte die junge Frau höchstwahrscheinlich das Leben gekostet. Christliche Dorfbewohner alarmierten die Polizei, die Asia Bibi in Gewahrsam nahm - vorgeblich, um sie vor weiteren Übergriffen zu schützen. Stattdessen klagte sie der Staat wegen Blasphemie an. Nach Anhörungen wurde sie im November 2010 zu Tod durch Erhängen und einer hohen Geldstrafe von zweieinhalb Jahresgehältern verurteilt.

Asia Bibi befand sich insgesamt acht Jahre im Todestrakt. Nach großem Einsatz ihres Ehemannes bei den Behörden und vielen internationalen Diskussionen und Protesten, wurde der Fall 2016 erneut diskutiert. Die Stimmung im Volk war aggressiv, besonders fundamentalistische Strömingen forderten den Tod der Frau.  Zwei pakistanische Politiker, die sich für Bibi aussprachen, wurden ermordet. Doch tatsächlich kam es – Gott sei Dank – 2018 zum Freispruch. Der oberste Richter sagte in der abschließenden Revision, laut Mohammed seien Christen Verbündete des Islam, Jesus ein heiliger Prophet und auch die Bibel ein von Allah offenbartes Buch. Die Entscheidung des Gerichts löste Massenproteste im Land aus, religiöse Gruppen und eine politische Partei forderten die Tötung Bibis und aller beteiligten Richter. Der Anwalt von Asia Bibi sagte in einem Interview, sie werde wohl nicht im Land bleiben: „Jeder, der einmal der Blasphemie beschuldigt wird, kann nicht in diesem Land leben.“ Während zuerst die Ausreise verboten wurde, konnte Bibi letztlich 2019 nach Kanada fliehen. Ihr Anwalt floh in die Niederlande.