Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung der Vorwoche
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung der Vorwoche

Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

Bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda hat der Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, in seiner Predigt zu einem verstärkten Engagement für die Familie aufgerufen. Mit dem Bamberger Erzbischof, Dr. Ludwig Schick, haben wir über die Lage der Christen im Irak gesprochen.

In der Familie sieht Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, einen « kostbaren Schatz für die ganze Gesellschaft» .

Aufgabe der Kirche sei es, die Familie zu unterstützen, insbesondere da, wo es schwierig geworden sei, sagte Marx im Fuldaer Dom in einem Gottesdienst zur Eröffnung der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe. Marx wies darauf hin, dass es gerade bei jungen Leuten eine große Sehnsucht gebe nach einer Liebe, die unzerstörbar sei, und nach Verlässlichkeit in einer Familie.
Die Kirche werde ihnen diese Sehnsucht nicht ausreden, betonte der Kardinal.

"Wir brauchen Frieden im Irak, das ist das Allerwichtigste!"

Seit die Terrormiliz ISIS, die sich neuerdings "Islamischer Staat" nennt, ihre Herrschaft in Syrien und im Irak immer weiter ausdehnt, wird die Situation für die Christen und andere Minderheiten in diesen Ländern immer prekärer. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Daher hat sich auch Deutschland nun bereiterklärt, verstärkt Flüchtlinge aus diesen Gebieten aufzunehmen. Die katholische Kirche in Deutschland unterstützt die Flüchtlinge nicht nur hier in Deutschland, sondern stellt über Caritas International und andere Hilfswerke ebenfalls Unterstützung im Irak und in den Nachbarländern zur Verfügung.

Bei der zur Zeit in Fulda stattfindenden Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz war gestern deshalb der irakische Erzbischof von Mossul, Emil Shimoun Nona, zu Gast, um über die Lage der Christen in seinem Heimatland zu berichten.

Über seine Schilderungen und über die Hilfe der deutschen katholischen Kirche für die Christen im Irak, haben wir mit dem Bamberger Erzbischof, Dr. Ludwig Schick, gesprochen.

"In den Geist der Dienstbereitschaft eintauchen"

Am zweiten Tag der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz predigte Kardinal Karl Lehmann in Fulda über die Versuchungen der Macht.

Auch kirchliche Amtsträger seien vor einer solchen Verführung nicht sicher, warnte der Mainzer Bischof. "Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Auch jede geistliche Vollmacht ist tief vom Machtstreben her gefährdet", sagte Lehmann am Mittwoch im Fuldaer Dom.
Der Kardinal rief dazu auf, täglich in den "Geist der Dienstbereitschaft Jesu" und in das "Tun der Liebe" einzutauchen.

Mit seiner Predigt ging Lehmann auf das Thema des für diesen Tag in Fulda anberaumten Studientags der Bischöfe ein. Es lautete: "Gemeinsam Kirche sein. Das Zueinander der Dienste und Charismen im priesterlichen Gottesvolk".

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst

Mit einem Kunstprojekt würdigt die Deutsche Bischofskonferenz das Zweite Vatikanische Konzil.

Damit nehmen die deutschen Oberhirten das 50-jährige Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils zum Anlass im Frühjahr und Sommer 2015 unter dem Titel "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst" ein Mehrsparten-Kunstprojekt durchzuführen. Dieses soll an verschiedenen Standorten in der Bundesrepublik mit Bildenden Künstlern, Theatermachern, Schriftstellern und Musikern einladen, sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu beschäftigen. Der Titel des Projekts bezieht sich auf die ersten Sätze eines der wichtigsten Dokumente des Konzils - "Gaudium et spes". Dort heißt es: "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi."

Wie mit den verschiedensten Kunstwerken an das Zweite Vatikanum erinnert werden soll, darüber hat Ralf Oppmann mit dem Würzburger Bischof, Dr. Friedhelm Hofmann, gesprochen.

"Ich muss erst mal schauen, hören und lernen!"

"Endlich wissen wir, wer unser neuer Bischof wird!"
So war es in den letzten Tagen im Bistum Erfurt öfters zu hören. Denn seit gut einer Woche ist bekannt, dass der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyer, der zweite Bischof des 1994 neu gegründeten Bistums Erfurt wird. Er folgt damit Bischof Joachim Wanke, der 2012 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat.

So geht eine fast zwei Jahre dauernde Vakanz zu Ende. Am 22. November wird der 57-jährige Neymeyer feierlich in sein neues Amt im Erfurter Dom eingeführt. Bis es so weit ist, wird der neue Bischof aber noch als Weihbischof in Mainz bleiben, will sich dann aber ganz seiner neuen Aufgabe widmen. Über sein neues Amt und sein neues Bistum hat Ralf Oppmann mit Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyer gesprochen.

In Würde stirbt, wer anerkennt,dass sein Leben als solches unverfügbar ist.

Der Bundestag möchte sich jetzt nach der Sommerpause mit dem Thema Sterbehilfe befassen.

Von der Regierung ist geplant, jede Art von organisierter Sterbehilfe zu verbieten. Aber selbst in der CDU regt sich gegen ein solches Vorhaben Widerstand. Der stellvertretende Bundestagsvorsitzende Peter Hinze möchte Ärzten eine aktive Sterbehilfe ermöglichen. Auch verschiedene Mediziner haben sich in diese Richtung geäußert.

Die Katholische Kirche spricht sich unterdessen nachdrücklich gegen alle Formen von aktiver Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung aus.
Im Rahmen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz äußerte sich Kardinal Karl Lehmann zu diesem Thema. Ralf Oppmann hat mit dem Vorsitzenden der Kommission für Glaubensfragen der Deutschen Bischofskonferenz gesprochen.

Abschlusspressekonferenz bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, Kardinal Reinhard Marx

Abschlussandacht

Der Bischof - Seelsorger, Verwalter und Repräsentant

Mit einer Andacht am Donnerstagabend ging die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zu Ende.
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann appellierte in seiner Predigt an die Bischöfe und an das "Volk Gottes", die hohen Erwartungen, die man aneinander habe, wieder auf ein realistisches Maß zu bringen. Ansprüche allerdings, die sich aus dem Glauben selbst ergäben, könnten nicht abgesenkt oder aufgegeben werden, so Ackermann.

Als in diesem Sinne wesentliche Orientierungspunkte des bischöflichen Dienstes und jedes christlichen Zeugnisses nannte Ackermann die "Vertrautheit mit Jesus und seiner Botschaft" und das "Zeugnis für seine Lebendigkeit".
Beides zusammen helfe, "in allem Ringen dieser Zeit die entscheidenden Maßstäbe für unser Handeln zu gewinnen", so der Bischof.