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Hanna wurde nur vier Stunden alt

Lebenshilfe - Das Ehepaar Bronner erfährt vom Arzt, dass ihr zweites Kind spätestens kurz nach der Geburt sterben wird. "Eine Abtreibung war damals sehr verlockend", gesteht Ina Bronner.

Nach einigem Ringen entschieden Ina Bronner und ihr Mann sich dennoch gegen die Abtreibung. Heute blickt sie dankbar auf die kurzen, aber intensiven Momente mit ihrer kleinen Hanna zurück, die ihre Vorstellungen von Leben und Glück völlig auf den Kopf gestellt haben. Hannas Geschichte kann uns Mut machen, das Leben dankbar zu empfangen, so wie es uns geschenkt wird.

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Hanna wurde nur vier Stunden alt – Abschied von unserer "kleinen Perle"

Lebenshilfe um 10:00 Uhr mit Ina Bronner, Mutter von Hanna
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Mehr zur Geschichte von Ina und Hanna Bronner:

Ina Bronner ist evangelikale Christin und Mutter von drei Kindern, von denen Hanna, das mittlere Kind, gleich nach der Geburt starb. Auf ihrer Internetseite schreibt Ina Bronner:

"Der Weg war nicht leicht. Nachdem wir kräftemäßig schon sehr angeschlagen waren von der Sanierung unserer Wohnung und der Vorbereitung des Umzugs kam Hannas Diagnose fünf Tage vor dem Umzug (23.04.18) wie ein Keulenschlag, der mir den Boden unter den Füßen weg riss. Zwei Wochen vorher war beim Ultraschall aufgefallen, dass der Kopf nicht ganz rund war. Ich dachte, dass sich das entweder auswachsen, oder unser Kind behindert sein würde. Als mir die Frau unseres Pastors am Tag vor der Diagnose anbot, mit mir zur Frauenärztin zu fahren, habe ich dankend abgelehnt. Im besten Fall war der Kopf normal, im schlimmsten Fall hatte sich nichts verändert. So lag ich auf der Liege, unser Sohn Elias saß neben mir, als meine Frauenärztin den Ultraschall startete. Selbst mir als Laien war beim Anblick meines Kindes klar, dass das mehr ist als eine mögliche Behinderung. Diagnose: Anenzephalie, unserem Kind fehlt die Schädeldecke, weswegen das Gehirn im Laufe der Schwangerschaft vom Fruchtwasser zersetzt wird. Es wird also kurz vor / während oder kurz nach der Geburt sterben. Sie fragte mich, wie ich zum Thema Abtreibung stehen würde in diesem Fall. Mir war in dem Moment völlig klar, dass das keine Option war. Irgendwie fuhr ich mit Elias nach Hause und legte ihn schlafen, bevor ich zusammenbrach. Der Gedanke einer Abtreibung war dann aber plötzlich sehr verlockend. Halte ich das aus, noch fünf Monate ein Kind in mir zu haben, von dem ich weiß, dass es sterben wird. Halte ich die Schmerzen der Symphysenlockerung aus, wenn ich weiß, dass ich am Ende mit leeren Armen da stehe. Kann ich meiner Verantwortung Elias gegenüber gerecht werden? Was ist mit meinem Alter? Lieber abkürzen und möglichst schnell wieder schwanger werden? Mein Mann Sebastian kam abends nach Hause. Er hatte mit seinem Bruder in unserer neuen Wohnung den Boden verlegt. Er sagte etwas, das mir zu Denken gab und im Nachhinein sehr half: 'Wenn wir unser Kind austragen, können wir es loslassen. Wenn wir es abtreiben, ist die Gefahr sehr groß, dass wir in dieser Zeit stecken bleiben.' Er hatte gut reden. Er musste die Last und die Schmerzen der Schwangerschaft und Geburt ja nicht tragen. Nachts wurde mir dann aber klar, dass ich möchte, dass mein Kind auch als mein Kind registriert wird - von den Behörden wie auch von meiner Umgebung. Das Paar entschied sich dafür, das Kind trotz fehlender Überlebenschancen nicht abzutreiben."

Ina Bronner hat beim Marsch für das Leben 2020 Zeugnis gegeben. Sie finden im Video ca. bei 38:00 min ihren Bericht.