Jetzt: Janine Maria Thérèse - "Ich sah Jesus auf den Stufen des Altars sitzen und er sagte: 'Komm'."
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Gregorianik für unterwegs

Matinee - "Neumz" heißt seit Ende 2020 eine mobile App fürs Smartphone. "Neumz", zu Deutsch "Neumen", sind die Notenzeichen im Gregorianischen Choral. Der Amerikaner John Anderson hat in einem gigantischen Projekt drei Jahre lang 7.000 Stunden gesungenes Gebet der Nonnen aus St. Jouques in Aix-en-Provence aufgenommen. App-Nutzer können dem Ritus auf die Stunde genau folgen und sich von den Nonnen aus St. Jouques durch den Tag begleiten lassen. Der Gregorianische Gesang wird mit der Partitur, dem lateinischen Text und dessen Übersetzung in die Sprache des Benutzers synchronisiert. In der Matinee spricht John Anderson über die Faszination uralten gesungenen Gebets und über sein Projekt "Neumz". Die App wird erst 2022 vollständig sein, nachdem die letzten Gesänge aus der Abtei aufgenommen sind.

Über das Projekt "Neumz"
"Neumz" steht am Ende der Zusammenarbeit zwischen den Benediktinerinnen der Abtei Notre-Dame de Fidélité von Jouques und Odradek Records. Die Gregorianischen Gesänge werden von Tontechnikern von Odradek Records, einem gemeinnützigen, demokratischen, von Künstlern geführten Label mit Sitz in den USA und einem Studio in Italien in höchster Qualität aufgenommen. Von 2019 bis 2021 wurden die Gesänge im Gottesdienst, einschließlich des gesamten sogenannten Offiziums und der täglichen Messe aufgenommen - eine Länge für umgerechnet mehr als 7.000 CDs. Zwei Drittel der Einnahmen werden zur Unterstützung der Nonnen und Gründung ihrer Stiftung in Benin in Westafrika verwendet.

"Neumz" ist ein einzigartiges Aufnahmeprojekt, was den Umfang und die Größe angeht. Der vollständige gregorianische Gesang, einschließlich vieler Erstaufnahmen, synchronisiert mit der Vatikana, den lateinischen Texten und Übersetzungen in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch). Da die Gesänge im Rahmen der täglichen Messen im Kloster und nicht unter Studiobedingungen aufgenommen werden, entsteht ein authentisches und einzigartiges Dokument der Musikgeschichte.

Eine App mit vielen Zwecken
Mehr als 100.000 Zugriff auf die Webseite gibt es seit April 2020. In der Pandemie erweisen sich diese Gesänge für die Menschen unabhängig von ihrem Glauben als eine echte Quelle der Spiritualität. Die App entwickelte sich zudem auch zu einer wertvollen Ressource für Studenten, die das gregorianische Repertoire und den liturgischen Kalender erforschen und entdecken.
Die mobile App ist im November 2020 an den Start gegangen. Sie ist immer aktuell, denn täglich werden neue Gregorianische Gesänge hinzugefügt. Der kommerzielle Gedanke dieser App ist weniger wichtig, denn ein Großteil der Einnahmen (im Moment gibt es noch keine) geht an das Kloster St. Jouques direkt.

Weitere Informationen über "Neumz", einschließlich der vollständigen Pressemappe (Pressetexte in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch) und der Hintergrundgeschichte, finden Sie unter https://neumz.com/downloads/

Was der Gregorianische Choral?
Der Gregorianische Gesang ist der Gesang der westlichen Kirche. Seine Ursprünge reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, und er verbreitete sich schnell in ganz Europa. Der Benediktinerorden nahm ihn als Gesangs-Repertoire für seine Liturgie an und pflegt ihn seitdem. Neumen, im Lateinischen neuma, sind Zeichen, die einen oder mehrere Laute in Notation darstellen.


Ein Tag mit den Nonnen aus St. Jouques.
Matinee um 11.15 Uhr mit John Anderson, Musiker, App-Entwickler und Initiator des Projekts "Neumz"