Jetzt: Gebet und Betrachtungen
Gebet und Betrachtungen

Die Heilige Katharina von Siena - Patronin Europas

Spiritualität - Die Kirche hat Katharina von Siena mit vielen Titeln geehrt: Heilige, Kirchenlehrerin, Europapatronin. Heute erfahren Sie mehr über diese Heilige und ihre Spiritualität - von Anne-Françoise Vater.

 

Heute ist der Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena. Sie hat von 1347 bis 1380 gelebt und gehörte zum Dominikanerorden. Sie ist Kirchenlehrerin und Patronin Europas. Katharina hatte viel Kontakt zu den Päpsten ihrer Zeit. Ihrem Einfluss ist es wohl teilweise zu verdanken, dass der Papst 1376 aus dem Exil in Avignon nach Rom zurückkehrte.

Heute beschäftigen wir uns etwas näher mit der Heiligen Katharina und ihrer Spiritualität. Zu Gast ist Anne-Françoise Vater aus Pentenried bei München.

Heilige Katharina von Siena - eine faszinierende Frau

Spiritualität um 14:00 Uhr mit Anne-Françoise Vater, Initiatorin der "Schulen der Anbetung", Pentenried bei München
Sendung verpasst? In unserem Podcast Spiritualität können Sie diese und weitere Sendungen nachhören, downloaden und teilen.

Die Referentin

Anne-Françoise Vater hat das Projekt "Schulen der Anbetung" initiiert. Sie ist Familienmutter und hatte viele Jahre lang Leitungsaufgaben in der Gemeinschaft Emmanuel. Außerdem ist sie eine gefragte Referentin und Autorin des Buches "Mit ganzem Herzen: Hinführung zur eucharistischen Anbetung".

Caterina Benincasa war das zweitjüngste von 25 Kindern einer adligen, aber verarmten Familie und hatte mit etwa sechs Jahren eine Christusvision. Ein Jahr später gelobte sie ewige Jungfräulichkeit, schlug daher als Zwölfjährige eine Verheiratung aus und scherte sich den Kopf – sehr zum Ärger ihrer Eltern. Sie ließen das Kind erst gewähren, als der Vater eine weiße Taube über ihrem Kopf schweben sah und sie von Pockennarben entstellt war.

Eine neuerliche Vision zeigte ihr den Dominikanerorden als geistliche Familie, und nach wiederholten Anfragen wurde sie mit 16 Jahren bei den Schwestern von der Buße des heiligen Dominikus aufgenommen, einem Dritten Orden, dessen Mitglieder zu Hause wohnten. Sie lebte zurückgezogen in ihrem Zimmer, wo sie die großen Gebetserfahrungen machte, die sie später diktierte – lesen und schreiben konnte sie nicht, beschäftigte aber später bis zu drei Sekretäre. Nachdem sich ihr Jesus in einer Vision mystisch vermählt hatte, verließ sie ihre Einsamkeit und widmete sich Werken der Nächstenliebe: Sie besuchte Gefangene, Arme und Kranke, begleitete Verurteilte zu ihrer Hinrichtung. Um sie herum bildete sich eine Gruppe von Anhängern. 1374 steckte sie sich bei der Pflege Pestkranker selber mit der Seuche an.

Ihre freimütigen, öffentlich gehaltenen Äußerungen zu kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen brachten sie vor das Generalkapitel des Dominikanerordens, das den Vorwurf der Ketzerei jedoch zurückwies und ihr den Predigerbruder Raimund von Capua als Beichtvater zuwies, der auch ihre Biographie verfasste. Mit ihm reiste Katharina 1376 nach Avignon, wo sie Papst Gregor XI. überzeugte, nach Rom zurückzukehren. Als ein Jahr später das große Schisma mit gleich drei Päpsten ausbrach, zog Katharina nach Rom, wo sie Papst Urban VI. kritisch unterstützte. Die 381 Briefe, die von ihr erhalten sind, zeigen sie als Beraterin weltlicher und geistlicher Fürsten in ganz Europa, die sie kraft ihrer gottgeschenkten Autorität auch zurechtwies und ermahnte.

Nicht zuletzt von ihren harten Bußübungen geschwächt, verstarb sie schwerkrank mit nur 33 Jahren nahe der Basilika Santa Maria sopra Minerva, wo heute ihre Überreste ruhen. Ihre Hauptreliquie wurde in die Dominikanerkirche ihrer Heimatstadt Siena verbracht.

Katharina wurde 1461 heiliggesprochen und 1939 zur Patronin von Italien erklärt. Papst Paul VI. erhob sie 1970 zur Kirchenlehrerin. Papst Johannes Paul II. erklärte sie 1999 zur Mitpatronin Europas.

(Quelle: KATHARINA VON SIENA - Bistum Augsburg (bistum-augsburg.de))