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Fazenda da Esperança: Jesus berühre mich

Die heilende Kraft der Psalmen - "Ich rufe zu Gott, dass er mich hört"

Spiritualität - Aus dem Gebetbuch der Bibel schöpfen wir immer neue Kraft. Schwester Petra Grünert betrachtet heute die Psalmen 77, 103 und 118.

Das Stundengebet prägt das Tagesprogramm von radio horeb mit Laudes, Sext, Vesper und Komplet. Dabei beten wir mit der Tradition der Kirche die Psalmen, d. h. mit den Worten der Heiligen Schrift, die Gott uns selbst geschenkt hat. Die Worte der Heiligen Schrift sind nicht irgendwelche frommen Worte, sondern inspiriertes Wort Gottes, d. h. "Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe" (Jesaja 55,11). Eine Reihe, die uns durch das Jahr 2022 begleitet.

Wir wollen versuchen, die heilende Kraft der Psalmen zu entdecken, zu betrachten und die Kraft aus ihnen zu schöpfen. Diesmal schauen wir u. a. besonders auf den Psalm 62: "Bei Gott allein wird ruhig meine Seele..."

Die heilende Kraft der Psalmen, 9. Teil

Spiritualität um 14:00 Uhr mit Moderatorin Anjuta Engert und Schwester Petra Grünert OSF (Franziskanerin)
Sendung verpasst? In unserem Podcast Spiritualität können Sie diese und weitere Sendungen nachhören, downloaden und teilen.

Psalm 77

1 Für den Chormeister. Nach Jedutun. Ein Psalm Asafs. 2 Ich rufe zu Gott, ich schreie, ich rufe zu Gott, dass er mich hört. 3 Am Tag meiner Not suchte ich den Herrn;/ unablässig erhob ich nachts meine Hände, meine Seele ließ sich nicht trösten. 4 Denke ich an Gott, muss ich seufzen; sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen. [Sela] 5 Offen gehalten hast du die Lider meiner Augen; ich war aufgewühlt und konnte nicht reden. 6 Ich sann nach über die Tage der Vorzeit, über längst vergangene Jahre. 7 Ich denke an mein Saitenspiel, / während der Nacht sinne ich nach in meinem Herzen, es grübelt mein Geist. 8 Wird der Herr denn auf ewig verstoßen und niemals mehr erweisen seine Gunst? 9 Hat seine Huld für immer ein Ende? Hat aufgehört sein Wort für alle Geschlechter? 10 Hat Gott vergessen, dass er gnädig ist? Oder hat er im Zorn sein Erbarmen verschlossen? [Sela] 11 Da sagte ich: Das ist mein Schmerz, dass die Rechte des Höchsten so anders handelt. 12 Ich denke an die Taten des HERRN, ja, ich will denken an deine früheren Wunder. 13 Ich erwäge all deine Taten und will nachsinnen über dein Tun. 14 Gott, dein Weg ist heilig. Welche Gottheit ist groß wie Gott? 15 Du bist die Gottheit, die Wunder tut, du hast deine Macht unter den Völkern kundgetan. 16 Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, die Kinder Jakobs und Josefs. [Sela] 17 Die Wasser sahen dich, Gott, / die Wasser sahen dich und bebten, ja, die Urfluten gerieten in Wallung. 18 Die Wolken gossen Wasser aus, / das Gewölk ließ den Donner dröhnen, auch deine Pfeile flogen dahin. 19 Dröhnend rollte dein Donner, / Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde bebte und wankte. 20 Durch das Meer ging dein Weg, / dein Pfad durch gewaltige Wasser; doch deine Spuren erkannte man nicht. 21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.

Psalm 67

1 Von David. Preise den HERRN, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! 2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! 3 Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, 4 der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt, 5 der dich dein Leben lang mit Gaben sättigt, wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert. 6 Der HERR vollbringt Taten des Heils, Recht verschafft er allen Bedrängten. 7 Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke. 8 Der HERR ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Huld. 9 Er wird nicht immer rechten und nicht ewig trägt er nach. 10 Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. 11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so mächtig ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. 12 So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er von uns unsere Frevel. 13 Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten. 14 Denn er weiß, was wir für Gebilde sind, er bedenkt, dass wir Staub sind. 15 Wie Gras sind die Tage des Menschen, er blüht wie die Blume des Feldes. 16 Fährt der Wind darüber, ist sie dahin; der Ort, wo sie stand, weiß nichts mehr von ihr. 17 Doch die Huld des HERRN währt immer und ewig / für alle, die ihn fürchten. Seine Gerechtigkeit erfahren noch Kinder und Enkel, 18 alle, die seinen Bund bewahren, die seiner Befehle gedenken und danach handeln. 19 Der HERR hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All. 20 Preist den HERRN, ihr seine Engel, / ihr starken Helden, die sein Wort vollstrecken, die auf die Stimme seines Wortes hören! 21 Preist den HERRN, all seine Heerscharen, seine Diener, die seinen Willen tun! 22 Preist den HERRN, all seine Werke, / an jedem Ort seiner Herrschaft! Preise den HERRN, meine Seele!

Psalm 118

1 Dankt dem HERRN, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig! 2 So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig. 3 So soll das Haus Aaron sagen: Denn seine Huld währt ewig. 4 So sollen sagen, die den HERRN fürchten: Denn seine Huld währt ewig. 5 Aus der Bedrängnis rief ich zum HERRN, der HERR antwortete und schuf mir Weite. 6 Der HERR ist für mich, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun? 7 Der HERR ist für mich, er ist mein Helfer; ich kann herabschauen auf meine Hasser. 8 Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Menschen. 9 Besser, sich zu bergen beim HERRN, als zu vertrauen auf Fürsten. 10 Alle Völker umringten mich, ich wehrte sie ab im Namen des HERRN. 11 Sie umringten, ja, sie umringten mich, ich wehrte sie ab im Namen des HERRN. 12 Sie umringten mich wie Bienen, / sie verloschen wie ein Feuer im Dorngestrüpp; ich wehrte sie ab im Namen des HERRN. 13 Du stießest mich, / ja, du stießest mich, dass ich stürzte, doch der HERR hat mir geholfen. 14 Meine Stärke und mein Lied ist der HERR; er ist für mich zur Rettung geworden. 15 Schall von Jubel und Rettung / in den Zelten der Gerechten: Die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie, / 16 die Rechte des HERRN, sie erhöht, die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie. 17 Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des HERRN zu verkünden. 18 Der HERR hat mich gezüchtigt, ja, gezüchtigt, doch mich dem Tod nicht übergeben. 19 Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit, ich will durch sie hineingehn, um dem HERRN zu danken! 20 Dies ist das Tor zum HERRN, Gerechte dürfen hineingehn. 21 Ich will dir danken, dass du mir Antwort gabst, du bist mir zur Rettung geworden. 22 Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. 23 Vom HERRN her ist dies gewirkt, ein Wunder in unseren Augen. 24 Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen jubeln und uns über ihn freuen. 25 Ach, HERR, bring doch Rettung! Ach, HERR, gib doch Gelingen! 26 Gesegnet sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN her. 27 Gott ist der HERR. Er ließ Licht für uns leuchten. Tanzt den Festreigen mit Zweigen bis zu den Hörnern des Altars! 28 Mein Gott bist du, dir will ich danken. Mein Gott bist du, dich will ich erheben. 29 Dankt dem HERRN, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig!

Bisherige Teile der Reihe:

Die Referentin

Schwester Petra Grünert OSF gehört zu den Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg. Geboren 1974 in Schrobenhausen, trat sie nach der Ausbildung zur Industriekauffrau und dem Vordiplom in Theologie 1997 in das Kloster der Franziskanerinnen von Maria Stern ein. Seit 2002 ist sie Pastoralreferentin im Bistum Augsburg und leitet zur Zeit das ordenseigene Jugendwohnheim St. Hildegard am Augsburger Dom. Als Referentin zu verschiedenen franziskanischen und anderen spirituellen Themen gestaltet sie regelmäßig Sendungen bei radio horeb. Sie arbeitet zudem als Pastoralreferentin, Geistliche Begleiterin und Gestaltpädagogin (IGB).