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Leben mit Gott

Die Botschaft des Propheten Ezechiel

Credo - Israel war von den Botschaften Ezechiels wie vom Blitz getroffen. Genau in einer Zeit, in der das gesamte Volk im babylonischen Exil ist - ein Wendepunkt in der Geschichte des Bundes Gottes mit seinem auserwählten Volk. In dieser Krisenzeit treten auch die berühmten falschen Propheten auf, gegen die Ezechiel seine Stimme erhebt. Prof. Franz Sedlmeier zeigt Ihnen am 13. Kapitel des Ezechielbuches, welche Bedeutung seine Botschaft auch für uns heute noch hat. Gerade in der momentanen Corona-Zeit.

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Ezechiel erfüllt die Hoffnungen des Volkes nicht
Ezechiel gehörte zu den Gefangenen, die 597 v. Chr. ins babylonische Exil gebracht wurden. Seine Berufung zum Propheten erhält er am Fluss Kebar um etwa 593 v. Chr.. Der Prophet Daniel wirkte gleichzeitig im Königspalast von Babel. Verkündete der Prophet Jeremia (um 655 v. Chr.) noch Warnungen an Jerusalems Führer und Volk, dass die Stadt zerstört würde, wenn die Menschen weiter ohne Gott leben, tat es ihm Ezechiel gleich und erfüllte die leere Hoffnung der Exilanten auf eine baldige Rückkehr nicht.

In einer Vision im ersten Kapitel seines Buches sieht er die Herrlichkeit Gottes und die schweren Vergehen der Israeliten. Gott setzt ihn als Wächter ein, der die Menschen warnen soll, wenn sie nicht umkehren. Das Prophetenbuch besteht aus insgesamt 48 Kapiteln, darunter

  • eine zeichenhafte Darstellung des kommenden Gerichts (Kapitel 4)
  • die Herrlichkeit des Herrn, die den Tempel verlässt (Kapitel 10)
  • Gottes unerbittliches Gericht, von dem ein Rest verschont bleiben wird (Kapitel 14)
  • der gute Hirte Israels (Kapitel 34)
  • die Ordnungen des erneuerten Heiligtums und für die Priester (Kapitel 44)


Unser Referent, Prof. Dr. Franz Sedlmeier, hat den Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg inne. Er wurde 1954 in Fribertshofen-Berching geboren und hat nach seinem Abitur 1973 zwei Jahre Theologie in Eichstätt, ein Jahr in Münster (Exegetikum) und vier Jahre an der Gregoriana in Rom studiert. 1979 empfing er die Diakonenweihe. Seit dem Jahr 2000 lehrt er als Professor für Alttestamentliche Wissenschaft an der Katholisch-theologischen Fakultät der Universtität Augsburg.