Jetzt: Klarissen-Kapuzinerinnen - Bibelgespräch zum Evangelium vom 2.Adventssonntag - Mt 3,1-12.
Klarissen-Kapuzinerinnen - Bibelgespräch zum Evangelium vom 2.Adventssonntag - Mt 3,1-12.

Das christliche Begräbnis erklärt

Katechismus - Wenn jemand tot ist, kann man nichts mehr für ihn tun - oder? Warum ist das Begräbnis dann so eine wichtige Feier? Heute geht es um Aufbau und Bedeutung der Liturgie des christlichen Begräbnisses.

Das christliche Begräbnis kann dem Verstorbenen zwar kein Sakrament mehr spenden. Und doch ist es gefühlt eine der wichtigsten kirchlichen Liturgien. Was genau beabsichtigt die Kirche mit dem Aufbau dieser Feier – und vor allem, was ist ihre Botschaft an die Angehörigen und Bekannten des Verstorbenen? Darüber sprechen wir mit dem Theologen und Seelsorger Achim Dittrich.

1683 Die Kirche, die den Christen während seiner Pilgerschaft auf Erden als Mutter sakramental in ihrem Schoß getragen hat, begleitet ihn am Ende seines Weges, um ihn "den Händen des Vaters zu übergeben". Sie bietet in Christus dem Vater das Kind seiner Gnade an und senkt voll Hoffnung den Samen des Leibes, der in Herrlichkeit auferstehen wird [Vgl. 1 Kor 15,42-44], in die Erde. Diese Darbringung wird im eucharistischen Opfer am vollkommensten gefeiert; die Segnungen, die vorausgehen und folgen, sind Sakramentalien.

1684 Das christliche Begräbnis spendet dem Verstorbenen kein Sakrament und kein Sakramentale, denn er steht nun außerhalb der sakramentalen Gnadenordnung. Es ist aber doch eine liturgische Feier der Kirche [Vgl. SC 81-82]. Der Dienst der Kirche will einerseits die wirkkräftige Gemeinschaft mit dem Verstorbenen zum Ausdruck bringen; andererseits will er auch die zur Bestattung versammelte Gemeinde an dieser Feier teilnehmen lassen und ihr das ewige Leben verkünden.

1685 Die verschiedenen Begräbnisriten bringen den österlichen Charakter des christlichen Sterbens zum Ausdruck, entsprechend den Verhältnissen und Überlieferungen jeder Region, auch was die liturgische Farbe anbelangt [Vgl. SC 81,]

1686 Der Ordo exsequiarum (OEx) der römischen Liturgie nennt drei Formen der Bestattungsfeier, die den drei Stätten entsprechen, an denen sie stattfindet - dem Haus, der Kirche und dem Friedhof. Sie richten sich auch danach, welches Gewicht die Familie, die örtlichen Bräuche, die Kultur und die Volksfrömmigkeit ihr geben. Der Verlauf ist allen liturgischen Überlieferungen gemeinsam und umfasst vier Hauptmomente.

1687 Die Begrüßung der Gemeinde. Ein gläubiger Gruß eröffnet die Feier. Die Angehörigen des Verstorbenen werden begrüßt durch ein Wort des "Trostes" [im Sinn des Neuen Testamentes: die Kraft des Heiligen in der Hoffnung][Vgl. 1 Thess 4,18]. Die sich versammelnde betende Gemeinde erwartet auch "Worte des ewigen Lebens". Der Tod eines Mitglieds der Gemeinde (oder der Jahrestag des Todes, oder auch der siebte oder vierzigste Tag nach dem Tod) ist ein Anlass, den Blick über den Horizont dieser irdischen Welt hinauszurichten. Er soll die Gläubigen zur wahren Erkenntnis im Glauben an den auferstandenen Christus hinführen.

1688 Der Wortgottesdienst. Die Feier des Wortgottesdienstes bei Begräbnissen bedarf einer besonders sorgfältigen Vorbereitung, da an ihr vielleicht auch Gläubige teilnehmen, die selten einer Liturgie beiwohnen, sowie nichtchristliche Freunde des Verstorbenen. Insbesondere die Homilie soll "die literarische Gattung der Grabrede meiden" (OEx 41) und das Mysterium des christlichen Sterbens im Licht des auferstandenen Christus erhellen.

1689 Das eucharistische Opfer. Wenn die Feier in der Kirche stattfindet, ist die Eucharistie die Mitte der österlichen Wirklichkeit des christlichen Todes [Vgl. OEx 1]. In ihr bekundet die Kirche ihre wirkkräftige Gemeinschaft mit dem Verstorbenen: Sie bringt dem Vater im Heiligen Geist das Opfer des Todes und der Auferstehung Christi dar und bittet ihn, sein Kind von seinen Sünden und deren Folgen zu reinigen und es in die österliche Fülle des himmlischen Hochzeitsmahles aufzunehmen [Vgl. OEx 57]. Durch die so gefeierte Eucharistie lernt die Gemeinde der Gläubigen, besonders die Familie des Verstorbenen, in Gemeinschaft mit dem zu leben, der "im Herrn entschlafen" ist, indem sie den Leib Christi empfängt, dessen lebendiges Glied er ist, und dann für ihn und mit ihm betet.

1690 Die Verabschiedung des Verstorbenen besteht darin, dass die Kirche ihn "Gott anbefiehlt". Sie ist "der letzte Abschiedsgruß der christlichen Gemeinde an eines ihrer Glieder, bevor dessen Leib zu Grabe getragen wird" (OEx 10). Die byzantinische Überlieferung bringt das im Abschiedskuss an den Verstorbenen zum Ausdruck:
In diesem letzten Gruß "singt man, weil er aus diesem Leben geschieden und weggegangen ist, aber auch, weil es eine Gemeinschaft und eine Wiedervereinigung gibt. Durch den Tod werden wir ja keineswegs voneinander getrennt, denn wir gehen alle den gleichen Weg und werden uns am gleichen Ort wiederfinden. Wir werden nie voneinander getrennt sein, denn wir leben für Christus und sind jetzt mit Christus vereint; wir gehen ja zu ihm ... Wir werden alle miteinander in Christus beisammen sein" (Symeon v. Thessalonich, sep.).

(Quelle: vatican.va)

Die Feier des christlichen Begräbnisses

Katechismus um 16:30 Uhr mit Pfarrvikar Dr. Achim Dittrich, Institutum Marianum Regensburg
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Der Referent

Dr. Achim Dittrich ist Theologe mit Spezialgebiet Mariologe (Lehre von Maria). Er war ein Schüler unter anderem von Gerhard Kardinal Müller. Er hat wesentliche akademische Arbeiten zur Mariologie, besonders zum Ehrentitel "Maria - Mutter der Kirche" geleistet. Seit 1999 ist Achim Dittrich Priester der Diözese Speyer und Pfarrer in drei Seelsorgeeinheiten. Seit 2020 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Regensburger Institutum Marianum. Mehr über dieses Institut finden Sie auf der Webseite des Institutum Marianum.

Dr. Dittrich hat im Jahr 2020 das sechsbändige Standardlexikon zur sogenannten Mariologie, d. h. der kirchlichen Lehre von Maria, das Marienlexikon online zugänglich gemacht.

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