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Gemeinsam von Auschwitz lernen

Interview des Tages - Anlässlich des 80. Todestages von Maximilian Kolbe, den wir morgen begehen, sprechen wir heute im Interview des Tages über den 12. europäischen Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung in Auschwitz. Der Workshop will Perspektiven und Initiativen gelungener und gelingender Versöhnung aufzeigen. Rund 30 Personen aus 12 Ländern aus Ost und West nehmen am Workshop teil und tauschen sich noch bis Montag aus. Wir sprechen mit dem Vizepräsidenten der Maximilian-Kolbe-Stiftung, Dr. Jörg Lüer, über das Thema des Workshops: Gemeinsam von Auschwitz lernen.

Einen Aufsatz zum Thema "Die Maximilian-Kolbe-Stiftung - ein kirchlicher Beitrag zur Versöhnung in Europa" von Dr. Jörg Lüer können Sie sich als PDF hier herunterladen 

Was ist die Maximilian Kolbe-Stiftung?
2007 wurde die Maximilian-Kolbe-Stiftung mit Unterstützung der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Ziel der katholischen Stiftung ist es, durch Beiträge die kirchliche Versöhnungsarbeit in Europa zu stärken und sich für Opfer von Unrecht und Gewalt zu engagieren. Mit ihrer Arbeit trägt die Stiftung außerdem zur Erinnerungskultur. Der heilige Maximilian Kolbe gab 1941 sein Leben stellvertretend für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz und zeigte damit eindrucksvoll, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben.
Weitere Informationen finden Sie unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de.

Wer war Maximilian Kolbe?
Rajmund Kolbe (1894-1941) war deutschstämmig, hatte als Kind eine Marienvision und ist als Folge mit dem Ordensnamen Maximilian Maria in den Franziskanerorden in Lemberg eingetreten. Er war hochtalentiert, hat in Rom studiert, wurde dort zum Priester geweiht und zum Doktor der Philosophie und Theologie promoviert.

1917 gründete er die "Miliz der Unbefleckten" (Militia Immaculatae). Diese brachte er 1927 als Funk- und Pressemissionszentrum in seiner Klostergründung Niepokalanów ("Stadt der Unbefleckten") bei Warschau unter. An Tuberkulose erkrankt und kaum genesen, reiste Kolbe 1930 nach Japan, wo er bei Nagasaki ein Kloster errichtete. Mit der Gründung eines Verlages war er der Vater der katholischen Medienarbeit in Japan.
Von 1936 bis 1939 baute er sein Missionszentrum in Niepokalanów in Polen weiter aus. Nach dem Einmarsch der Nazis in Polen wurden zahlreiche seiner Mitbrüder wurden von der deutschen Wehrmacht verhaftet, was 1941 die Arbeit Kolbes beendete. Sein Kloster hatte über 3000 Juden und anderen Flüchtlingen Zuflucht geboten.

Das selbstlose Opfer von Kolbe
Im Mai 1941 wurde auch Kolbe verhaftet und ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Als zehn willkürlich ausgewählte Häftlinge zur Vergeltung einer KZ-Flucht in den Hungerbunker gesperrt werden sollten, meldete sich Pater Kolbe freiwillig für den verzweifelten Familienvater Franciszek Gajowniczek. Vom 31. Juli bis zum 14. August waren Gebete und Lieder aus dem Hungerbunker zu hören. Kolbe spendete seinen Mitgefangenen Trost, bis er von den Nazis durch eine Giftspritze getötet und anschließend im Krematorium verbrannt wurde.
Kolbe wurde 1971 seliggesprochen. 1982 hat ihn sein Landsmann, Papst Johannes Paul II in Rom in Gegenwart von Franciszek Gajowniczek heiliggesprochen.


Perspektive Versöhnung: Gemeinsam von Auschwitz lernen.
Interview des Tages um 8:15 Uhr mit Dr. Jörg Lüer, Vizepräsident der Maximilian-Kolbe-Stiftung

Diese Sendung können Sie als Podcast in der Rubrik Interview des Tages nachhören, downloaden und teilen.