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2019-09-18 04:00:00

Pfarrei der Woche: Herz Jesu in Ingolstadt

Bistum Eichstätt - Siebeneckig ist die moderne Kirche, in der wir zu Gast sind. Dabei steht jede der sieben Säulen für eines der sieben Sakramente, welche auch im Sichtbeton der jeweiligen Säule symbolisch dargestellt sind. "Die Kirche und die Sakramente gehen aus der Seitenwunde Jesu hervor", erklärt Pfarrer Klaus Meyer dazu.

Er ist der Pfarrer der "kath. Pfarrei Herz Jesu" in Ingolstadt im Bistum Eichstätt. Er mag seine Pfarrkirche Herz Jesu sehr: die hellen Fenster, das viele Licht, den massiven Altar, um den sich an drei Seiten die Kirchenbänke gruppieren - kurz, mit den Worten von Pfarrer Meyer: "Licht, Kraft, Freude, Helligkeit - hier fühlst Du Dich wohl!" Aber nicht nur die Kirche hat es dem Pfarrer angetan, sondern auch seine Pfarrei, zu der auch die Marienkirche in Hundszell gehört. Neben ihm als Priester, unterstützen ihn hauptamtlich vor Ort noch ein Diakon und eine Pastoralassistentin. Hinzu kommen zahlreiche ehrenamtlich engagierte Gemeindemitglieder, die mithelfen durch ihr Engagement und Angebote das Pfarreileben abwechslungsreich und einladend zu gestalten und so das Miteinander gemeinsam tragen.

Herausgefordert und bereichert wird das Gemeindeleben auch durch den Umstand, dass durch viel Zuzug und Neubaugebiete immer neue Menschen auf das Pfarreigebiet finden. Dadurch sei das Gemeindeleben einerseits durch kontinuierliche Strukturen geprägt und andererseits immer wieder mit Neuem konfrontiert, wie Pfarrer Meyer erklärt. Sich dieser Herausforderung zu stellen ist aber seit 2016 ohnehin ein Anliegen des Pfarrers. 2016 wurde er im Jahr der Barmherzigkeit von seinem Bistum angefragt, ob man ihn als Missionar der Barmherzigkeit senden könne. Das Besondere daran ist, dass es keinen festen inhaltlichen Fahrplan zu dieser Beauftragung gibt, sondern nur das Ziel, die Barmherzigkeit in die Fläche zu tragen. Zum Einen versucht er dies über Vorträge, als Prediger oder Beichtvater und zum Anderen eben über Aktionen, bei denen die Pfarrei in die Öffentlichkeit geht und versucht die Freude und Barmherzigkeit in ihr Umfeld zu tragen und Menschen einzuladen.

In diesem Zuge führt nun ein jährlicher Bittgang der Gemeinde auf einer immer anderen Route durch die Siedlungen. Im Vorfeld werden alle dort lebenden Menschen besucht und eingeladen, am Bittgang teilzunehmen. Dabei gäbe es wunderbare Begegnungen mit den aufgesuchten Menschen, wie Pfarrer Meyer berichtet. Ein anderes Projekt auf dem missionarischen Weg der Barmherzigkeit sind die Abende der Barmherzigkeit, zu der die Pfarrei zweimal im Jahr einlädt. Diese finden dann auch nicht in den eigenen Gotteshäusern statt, sondern in einer Kirche direkt in der Ingolstädter City, um dort zu sein, wo die meisten Menschen leben und arbeiten, um sie genau dort abzuholen und einzuladen, wo sie sind. Getreu der weisen Aussage "geben kann man nur das, was man selbst empfangen hat", gibt es in der Pfarrei selbst natürlich auch zahlreiche Angebote und ein reges Gemeindeleben, dass die Pfarreimitglieder miteinander und füreinander gestalten. Mutter-Kind-Gruppen, Kindergärten und -krippen richten sich an die ganz Kleinen. Starke Ministranten- und Jugendgruppen bereichern die Pfarrei und geben den Älteren eine Heimat in der Gemeinde. Familien und Erwachsene sind zur "kath. Arbeitnehmerbewegung" (KAB), dem "Förderkreis Kindergarten und Kirche Herz Jesu", dem "Sachausschuss Ehe und Familie", den "Oasentagen" des Frauenkreises und schließlich der Seniorengruppe eingeladen. Wer's musikalisch mag hat die Qual der Wahl sich aus den zahlreichen Chören und Musikgruppen, die für ihn oder sie richtige herauszusuchen. Wer eher etwas Praktisches zum Zupacken sucht, kann sich im direkten Dienst am Menschen in der sogenannten "Nachbarschaftshilfe" für mindestens eine Stunde pro Woche verschenken. Kranke besuchen, Einkäufe erledigen, Rasen mähen oder Kinder hüten, sind einige der Dienste, die auf dem Pfarreigebiet lebende Menschen bei dieser Gruppe anfragen können.

Spirituell lädt die Gemeinde zusätzlich zu zahlreichen Angeboten ein. Das sind zum Beispiel Andachten am Mittwochabend, "Im Heute glauben" am Donnerstag, am Herz Jesu Freitag jeweils eine gestaltete Anbetung und anderes mehr. Pfarrer Meyer nennt diese Angebote eine "lebendige Baustelle", da er den Eindruck habe, dass die Menschen zunehmend eine spirituelle und/oder caritative Sehnsucht hätten, gleichzeitig aber auch sehr eingenommen und abgelenkt seien von Familie, Arbeit und eben den Herausforderungen des Alltags, sodass sich, seinem Gefühl nach, die Bedarfe der Menschen ständig verändern würden, worauf es immer neue Versuche zu reagieren geben müsse.

Wie man vom Landmaschinentechniker zum Priester wird, warum der "Förderkreis Kindergarten und Kirche Herz Jesu" sich vorgenommen hat eine Wiese zu retten und warum muslimische Eltern ihre Kinder in einer katholischen Einrichtung betreuen lassen, erfahren Sie im Interview mit Pfarrer Klaus Meyer - am Donnerstag, 5.9.2019, um 13:00 Uhr und anschließend hier zum Nachhören.
 
Herzliche Grüße und Gottes Segen
 
Ihr
 
Markus Münch

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Kontakt:
 
Kirche Herz Jesu
Zeppelinstr. 90
85051 Ingolstadt
 
www.herz-jesu.org