Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Vortag

Heilige Ärzte der Kirche

Unter den zahllosen Heiligen der katholischen Kirche finden sich auch Ärzte. Diese Heiligen haben den Ruf Gottes in ihrem Leben und ihrem Beruf erkannt und sich besonders durch Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausgezeichnet. In unserer aktuellen schwierigen Situation können sie uns als Vorbild und Fürsprecher sein. radio horeb stellt Ihnen auf dieser Seite in Texten und Kalenderblättern diese Heiligen vor. Bitten wir sie, dass sie uns gute Wegbegleiter in dieser Zeit sein mögen.

12. April: Guiseppe Moscati

Heiliger im "Spital der Unheilbaren"

Guiseppe Moscati (1880-1927) hat als Arzt in Neapel gewirkt. Schon in früher Jugend hatte er Keuschheit gelobt. Moscati wurde 1903 in Neapel zum Doktor der Medizin promoviert. 1922 folgte der Doktortitel in klinischer Chemie. Er arbeitete als Arzt im sogenannten "Spital der Unheilbaren" in Neapel und nahm sich der Kranken und Sterbenden an. Der Ausbruch des Vesuvs 1906 und eine Cholera-Epidemie 1911 tat dies keinen Abbruch. Auch den Armen stand er zur Seite.

Guiseppe Moscati stirbt 1927 als "Heiliger"
Guiseppe war außerordentlich begabt und besaß auch mystische Fähigkeiten. Am Gründonnerstag 1927 ist er während der Arbeit im "Spital der Unheilbaren" gestorben. Am Eingang des Spitals lag das Kondolenzbuch aus, in dem Folgendes eingetragen war: 

"Du hast nach keinen Blumen und keinen Tränen gefragt.
Trotzdem weinen wir, weil die Welt einen Heiligen verloren hat und Neapel ein Muster an Tugend;
die armen Kranken haben aber alles verloren!"

Am 16. November 1930 hat man seinen Leichnam in die Jesuitenkirche del Gesù Nuovo in Neapel übertragen.

Papst Paul VI. hat Moscati am 16. November 1975 selig gesprochen. Sein Gedenktag war nun der 16. November, der Tag der Übertragung seines Leichnams. Papst Johannes Paul II. hat ihn am 25. Ok­to­ber 1987 auf dem Pe­ters­platz in Rom heilig gesprochen.

Hören Sie die Vita hier im Kalenderblatt nach:


28. April: Gianna Beretta Molla

Eine Mutter stirbt für ihr Kind

Gianna wurde 1922 als zehntes von dreizehn Kindern strenggläubiger Eltern in Magenta geboren. Zwei ihrer Brüder sind Priester, eine Schwester Ordensfrau geworden. Gianna engagierte sich als Jugendliche unter anderem in der Vereinigung des heiligen Vinzenz. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern studierte sie Medizin in Mailand und Pavia und promovierte. 1949 hat Gianna eine Praxis in ihrem Heimatort eröffnet. 1952 hat sie die Approbation zur Fachärztin für Kinderheilkunde erhalten und arbeitete in Ponte Nuovo di Magenta und in Mesero. 1955 hat sie den Ingenieur Pietro Molla geheiratet.

Gianna riskiert ihr Leben für ihr Kind
1961 war Gianna mit ihrem vierten Kind schwanger. Bereits im zweiten Monat entdeckten ihre Ärzte einen Tumor an ihrer Gebärmutter. Er machte eine normale Geburt unmöglich. Sofort hat Gianna ihre Entscheidung getroffen: Der Tumor solle herausoperiert werden, um das Leben des ungeborenen Kindes zu retten. Das tat sie im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung. Die Operation war erfolgreich, hatte aber schwere Folgen für die Mutter. Am Karsamstag hat sie ihr viertes Kind geboren und starb eine Woche später.

Ein Papst spricht Gianna selig und heilig
Papst Johannes Paul II. hat die Mutter und Abtreibungsgegnerin Gianna Beretta Molla am 24. April 1994 selig- und am 16. Mai 2004 heiliggesprochen. Möge sie uns ein mütterliches Vorbild sein.

5. Juli: Antonius Maria Zaccaria

Arzt, Priester und Gründer der Paulaner

Antonius hat im 16. Jahrhundert im italienischen Cremona gelebt und gewirkt. Als Sohn vornehmer Eltern hat er in Padua Medizin studiert und anschließend als Arzt gearbeitet. Daneben engagierte er sich als Laie in der Verkündigung. Als Katechet unterrichtete er, hielt Vorträge und organisierte Seminare. Mit 26 Jahren hat er die Priesterweihe empfangen.

Antonius gründet die "Paulaner"
Schwerpunkte seiner priesterlichen Tätigkeit waren die geistige Elite und organisierte geistliche Gruppen. Durch deren Zutun entwickelte sich ab 1530 die "Kongregation der Söhne vom Heiligen Paulus", die Paulaner. Ihre Hauptaufgaben waren Erziehung der Jugend und Volksmission. 1533 hat der Papst die Gemeinschaft approbiert, woraufhin sie ins Kloster St. Barnaba in Mailand umgezogen ist. Aus den Paulanern wurden die Barnabiten. Antonius ergänzte den Orden um eine Frauenkongregation, der Englischen Schwestern vom Heiligen Paulus, der Angeliken.


Das 15 Uhr-Läuten geht auf Antonius zurück
Die Verkündigung des gekreuzigten Christus nach dem Vorbild von Paulus und die Eucharistie standen im Mittelpunkt von Zaccarias Frömmigkeit. Auf seine Anregungen gehen das Freitagsläuten der Kirchenglocken zur Sterbestunde Jesu und das vierzigstündige Gebet zwischen Karfreitag und Ostermorgen zur Erinnerung an Christi Grabesruhe zurück.
Papst Leo XIII. hat Antonius Maria Zaccaria am 3. Januar 1890 selig- und am 15. Mai 1897 heilig gesprochen.

Hören Sie hier noch einmal alles nach:


27. Juli: Pantaleon

Leibarzt des Kaisers und Märtyrer

Das Leben des heiligen Pantaleon ist wie folgt überliefert: Er lebte im 3./4. Jahrhundert und war der Sohn des Heiden Eustorgius und der Christin Eukuba. Bereits als Kind soll er Heilkräfte gehabt und durch den Ausruf des Namens Jesu ein totes Kind wieder zum Leben erweckt haben. Pantaleon ließ sich vom kaiserlichen Leibarzt Euphrosynus zum Arzt ausbilden und anschließend vom Priester Hermolaus taufen. Mit Kräutern und Salben nahm sich Pantaleon der Kranken an - ohne Gegenleistung.

Pantaleon erleidet das Martyrium als kaiserlicher Leibarzt
Pantaleon ist schnell am kaiserlichen Hof aufgestiegen und war der Leibarzt des Christenverfolgers Diokletian. Als sich der Heilige gegenüber dessen Frau als Christ zu erkennen gab und auch sie bekehren wollte, wurde Pantaleon denunziert.
Der Nachfolger Diokletians ließ Pantaleon verhaften und anklagen. Pantaleon wurde gefoltert und einem Löwen vorgeworfen, der den Heiligen verschont haben soll. Schließlich starb Pantaleon durch einen Schwertschlag, der seinen Kopf gespalten hat. Laut der Legende soll aus seiner Wunde nicht Blut, sondern Milch geflossen sein. Nachdem er vor seinem Tod um Vergebung für seine Peiniger gebeten hatte, sagte eine Stimme aus dem Himmel: "Von nun an sollst du nicht Pantaleon, sondern 'Pantaleimon', 'Allerbarmer', heißen." An der Stelle des Martyriums soll ein Olivenbaum gewachsen sein, der, mit Pantaleons Blut getränkt, reiche Frucht gebracht haben soll.

Im 5. Jahrhundert beginnt Pantaleons Verehrung
Um 440 ist eine erste Verehrung des heiligen Pantaleon durch Theodoret von Kyrrhos belegt. In den darauffolgenden Jahrhunderten entstand die erste Leidensgeschichte in griechischer Sprache - später folgten armenische und koptische Übersetzungen. Die älteste Legende des Heiligen auf Deutsch stammt von Konrad von Würzburg um 1385.

Ostkirche verehrt Pantaleon als heiligen Arzt
Die Ostkirche verehrt Pantaleon als Großmärtyrer. Dort gehört er zu den heiligen Ärzten. Um 550 ließ Kaiser Justinian in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, eine Kirche bauen. Um das Jahr 800 kam der Kopf von Pantaleon als Geschenk für Kaiser Karl den Großen nach Lyon.

Reliquien Pantaleons unter anderem in Köln und Ravello
Um das Jahr 866 wird erstmals eine Kirche mit Armenhospital an der Stelle der heutigen Kölner Kirche St. Pantaleon erwähnt. Erzbischof Bruno stiftete ihr um 960 Reliquien des Heiligen und erweiterte die Kirche.
Weitere Reliquien von Pantaleon werden unter anderem in Genua, Arles, Verdun, Ravenna, Venedig und im Kloster Andechs verehrt. Im dem Heiligen geweihten Dom in Ravello verflüssigt sich der Inhalt einer Ampulle jedes Jahr aufs Neue. Seit dem Mittelalter ist Pantaleon einer der 14 Nothelfer.

Hören Sie alles über diesen heiligen Arzt noch einmal:


9. August: Paul Takashi Nagai

Der Heilige von Urakami

Takashi Nagai, 1908 in Matsue geboren, hat ab 1928 Medizin in Nagasaki studiert. Zwei Jahre später ist seine Mutter einem Schlaganfall erlegen. Sie hatte ihn zeitlebens im christlichen Glauben erzogen. Takashi hat angefangen, Blaise Pascal zu lesen und wollte den Katholizismus kennenlernen. Während seines Studiums konnte er bei einer katholischen Familie unterkommen und so tiefer in den Glauben einsteigen.

Takashi Nagai wendet sich der Radiologie zu
Durch eine Mittelohrentzündung auf einem Ohr taub, war für Takashi der Weg zum Arztberuf versperrt. Alternativ wandte er sich der Radiologie zu - einer Wissenschaft, die zu seiner Zeit noch kaum erforscht und mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden war. Nachdem er sein Studium unterbrochen und in den Krieg gegen China gezogen war, stellte er sein Leben infrage. Er ließ sich taufen und nahm den Namen Paul in Anlehnung an den heiligen Paul Miki, einem japanischen Märtyrer, an. Von 1937 bis 1940 hat Nagai, schon studierter Radiologe, als Arzt am chinesisch-japanischen Krieg teilgenommen.

Takashi Nagai kümmert sich selbstlos um die Opfer der Atombombe
Am 9. August 1945 wird Nagasaki von der Atombombe getroffen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Nagai in der Radiologie-Abteilung des Hochschulkrankenhauses. Selbst schwer verletzt, kümmerte er sich um die zahlreichen Verwundeten. Seine eigene Frau hat er zwei Tage später in den Ruinen ihres Hauses gefunden, neben ihrem Rosenkranz. 58 weitere Tage nahm er sich der Opfer an und unterrichtete an der Hochschule.

Durch die beginnende und stärker werdende Läukämie geschwächt, war Nagai ans Bett gefesselt und lebte mit seinen Kindern in einer kleinen Hütte. Er nannte es "Nyoko-dō", inspiriert von Jesu Worten: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". 1951 ist Paul Takashi Nagai gestorben.

Takashi Nagai hinterlässt unter anderem "Die Glocken von Nagasaki"
Nagais bekanntestes Werk ist das im August 1946 beendete "Die Glocken von Nagasaki". 1948 wurden 1.000 Setzlinge drei Jahre alter Kirschbäume im Bezirk Urakami gepflanzt. Der Bereich trägt bis heute den Namen "Nagai Senbonzakura", "die 1.000 Kirschbäume von Nagai".

Ehrenbürger von Nagasaki
Am 3. Dezember 1949 wurde Paul Takashi Nagai trotz Protesten aufgrund seines Glaubens erster Ehrenbürger der Stadt Nagasaki. Im selben Jahr besuchten ihn Kaiser Hirohito und der von Papst Pius XII. gesandte Kardinal Gilroy sowie die US-amerikanische Schriftstellerin Helen Keller. Aufgrund Nagais christlichen, selbstlosen Handelns wird er auch der "Heilige von Urakami" genannt.

Hören Sie die Vita des Heiligen hier nach:


18. Oktober: Lukas

Arzt, Evangelist und Märtyrer

Lukas lebte im ersten Jahrhundert. Von ihm ist nur das Sterbejahr, 80 n. Chr., bekannt. Er stammte vermutlich aus Antiochia, war ein sogenannter Heidenchrist und Arzt. Nach seiner Bekehrung zum Christentum soll er dem heiligen Paulus gefolgt sein und ihn bei dessen zweiter und dritter Reise nach Rom begleitet haben.

Lukas: Evangelist und Autor der Apostelgeschichte?
Für die frühe Kirche galt Lukas ab dem 2. Jahrhundert als Verfasser des Evangeliums. Außerdem soll er der Autor der Apostelgeschichte sein. Heute gelten die Jahre zwischen 70 und 80 n. Chr. als deren Entstehungszeit. Es gibt aber auch Zweifel: Der Autor der Schriften ist mit dem Begleiter Pauli nicht identisch. Darauf weisen die theologischen und sachlichen Unterschiede. Lukas deutet in seinem Werk den Tod Jesu nicht als Sühnetod und als Rechtfertigung des Glaubens. Lukas spricht von Paulus zudem nie von einem Apostel, worauf dieser aber Wert legte. Dazu kommt: Weder das Evangelium noch die Apostelgeschichte haben einen Hinweis auf Lukas als Autor. Auch die Überlieferung, Lukas sei der Übersetzer des von Paulus verfassten Hebräerbriefes gewesen, ist unhaltbar.
Aufgrund der fehlerhaften Ortskenntnisse kann der Verfasser des Lukas-Evangeliums nicht aus Palästina stammen und kein Augenzeuge Jesu gewesen sein. Es wird davon ausgegangen, dass der Verfasser ein gebildeter, griechisch schreibender Bewohner einer Stadt war, in der Paulus missioniert hat. Das Evangelium entstand auf jeden Fall nach 70 n. Chr., denn der Verfasser erwähnt die Eroberung Jerusalems und die Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70.

Lukas-Evangelium als Lehrmittel für Nichtchristen
Der Verfasser hat die Person und das Wirken Jesu in einen zeit- und weltgeschichtlichen Rahmen gerückt. Das belegen die Geschichte und die Vorgeschichte Jesu (Lk 1,1-2,20). Hervorgehoben ist das Heil, das in Jesus in die Welt gekommen ist. Es ist grenzenlos und wird jedem zuteil.
Die Apostelgeschichte zeigt, wie die Verkündigung der Frohen Botschaft unaufhaltsam bis ins politische Zentrum der damaligen Welt, Rom, vorstieß. Wichtig war dem Verfasser das Bemühen Jesu um die Sünder und Geächteten der Gesellschaft.

Verschiedene Quellen schildern das Martyrium des Lukas
Der Tod des heiligen Lukas als Märtyrer ist in verschiedenen Legenden überliefert:

  • Bei Gregor von Nazianz wurde Lukas an einem Olivenbaum gekreuzigt.
  • Hieronymus überliefert, dass Lukas im Alter von 84 Jahren in Bithynien gestorben ist.
  • Andere Quellen berichten, dass Lukas als Märtyrer in Theben gestorben ist. Dort hatte er vorher das Evangelium verkündet.
  • Anderen Legenden zufolge habe Lukas sein Leben mit 89 Jahren friedlich vollendet habe.

Hören Sie hier, wie sich die Verehrung des Heiligen entwickelt hat:


25. November: Niels Stensen

Seliger Missionar und Weihbischof von Münster und Paderborn

Der selige Niels Stensen hat ab 1656 Medizin und Anatomie in seiner Heimatstadt Kopenhagen, in Amsterdam und Leiden studiert. Als Arzt und Forscher wirkte er anschließend in Leiden und Paris. Er war als bedeutender Wissenschaftler in den Gebieten der Anatomie, Geologie, Paläontologie und Gesteinskunde zu Lebzeiten bekannt. 1666 zog Stensen nach Florenz und konvertierte ein Jahr später zum katholischen Glauben. 1675 hat Stensen die Priesterweihe empfangen und wurde 1677 zum apostolischen Vikar für die Missionen in Skandinavien ernannt. Im selben Jahr empfing er die Bischofsweihe in Rom.

Niels Stensen wird Weihbischof in Münster und Paderborn
Niels Stensen wirkte in Hannover und musste nach dem Tod von Herzog Johann Friedrich 1679 die Stadt verlassen, da sein Nachfolger und evangelischer Bruder, Ernst August I., das Kurfürstentum Hannover übernommen hatte und den katholischen Glauben einschränkte. Stensen ging nach Münster und wurde 1680 Weihbischof für Münster und Paderborn tätig. 1683 ging er nach der korrupten Bischofswahl des Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich von Bayern nach Altona. Dort und in Schwerin wirkte er bis zu seinem Tod am 25. November oder 5. Dezember 1686 als einfacher Seelsorger.

Papst Johannes Paul II. hat Niels Stensen am 23. Oktober 1988 selig gesprochen.

Hören Sie hier das Kalenderblatt zum seligen Niels Stensen:


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