Jetzt: Vesper mit Regina Coeli, Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung Kloster Bethlehem, Koblenz
Vesper mit Regina Coeli, Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung Kloster Bethlehem, Koblenz

Das Hochfest Ostern

An Ostern feiern Christen weltweit die Auferstehung Jesu. Der Sohn Gottes ist für uns am Kreuz gestorben, hat uns dadurch von der Sünde befreit und uns durch seine Auferstehung am dritten Tag Anteil an seinem göttlichen Leben gegeben. Ostern ist das höchste Fest der Christenheit und wird 50 Tage lang bis zum Hochfest Pfingsten gefeiert.
Die Heilige Schrift berichtet, dass am frühen Morgen einige Frauen - Anhängerinnen Jesu - zum Grab kommen. Der Stein ist vom Eingang weggewälzt und den Frauen erscheint ein Engel, der verkündet: Jesus ist auferstanden. Das Grab ist leer. Die Evangelisten berichten unterschiedlich über das Ostereignis:

  • Matthäus 28,1-10
  • Markus 16,1-20
  • Lukas 24,1-12
  • Johannes 20,1-18

Unser Osterprogramm für Sie

8:00 Uhr          Kalenderblatt zum Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit
 
11:00 Uhr
 
          Heilige Messe mit Papst Franziskus
14:00 Uhr          "Die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit der heiligen Schwester Faustyna"
 
15:00 Uhr          Andacht zum Barmherzigkeitssonntag aus dem Tagungshaus Regina Pacis in Leutkirch
 

Ursprung und Geschichte

Auf dem Konzil von Niccäa (325) wurde der Termin des Osterfestes verbindlich festgelegt: Ostern wird seitdem am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond begangen. Der 21. März markierte den Beginn des Frühlings. Ostern ist damit ein sogenanntes bewegliches Fest. 2021 fällt Ostern auf den 4. April. Das Wort "Ostern" taucht als "Eostro" zum ersten Mal bei Beda Venerabilis (674-762) auf. "Eostro" heißt übersetzt "Morgenröte. Davon abgeleitet ist auch der heute bekannte Begriff "Aurora". Ein Beleg für die Verbindung zu Ostern findet sich in den "Canones Hippolyti", wo es übersetzt heißt: "Niemand soll in dieser Nacht schlafen, sondern wach bleiben bis zur Morgenröte."

Zu dieser Tageszeit beginnt auch die Feier der Osternacht. Das sichtbarste Zeichen sind das brennende Osterfeuer und die Osterkerze. Die gestaltete Kerze wird am Feuer entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Dazu wird dreimalig der Ruf "Lumen Christi - Deo gratias", "Christus, das Licht - Dank sei Gott" gesungen. Das Licht der Osterkerze wird an die Gläubigen weitergegeben, damit es sich in der Kirche verteilt. Die Osterkerze und ihr Licht symbolisieren Jesus Christus als das wahre Licht. Er hat mit seiner Auferstehung das Dunkel des Todes überwunden und uns das neue Leben gebracht. Das feierliche Loblied der Osterkerze, das "Exsultet", eröffnet den festlichen Gottesdienst.

Die Osterkerze selbst ist in der Regel reich verziert. Dabei sind einige Elemente fest vorgeschrieben:

  • ein Kreuz mit den fünf Wundmalen Jesu,
  • die Buchstaben Alpha und Omega als Zeichen für Christus als Anfang und Ende (vgl. Offb 22,13) und 
  • die aktuelle Jahreszahl.

Ab dem Ostersonntag brennt die Kerze die gesamte Osterzeit über in allen Gottesdiensten. In vielen Kirchen steht sie das ganze Jahr über im Altarraum, sonst hat sie außerhalb der Osterzeit ihren Platz in der Nähe des Taufbeckens.

Was haben Ei und Hase mit Ostern zu tun?

Eier galten im Mittelalter als Fleischspeise, die während der Fastenzeit verboten war. Die Eier mussten haltbar gemacht werden, indem sie gekocht und anschließend bemalt wurden. So fiel die Unterscheidung leicht: Die gekochten Eier waren bunt, die rohen Eier nicht. Allerdings legten Hühner genau in dieser Zeit die meisten Eier. Mit ihnen wurden daher die fällige Pacht bezahlt oder man verschenkte sie als Ostereier. Doch das Ei als Symbol ist wesentllich älter: Bereits im 4. Jahrhundert war es eine Grabbeigabe. Die Verbindung zur Auferstehung Jesu liegt nahe: Die Schale des Eis (Zeichen für das Grab) birgt Leben in sich. Die Christen merkten sich diese Verbindung in Reimform, zum Beispiel:

"Wie der Vogel aus dem Ei gekrochen, hat Jesus Christus das Grab zerbrochen."
(aus: Lexikon der Bräuche und Feste von Manfred Becker-Huberti)

Die frühen Christen in Armenien haben sich gegenseitig Eier zu Ostern geschenkt: Eier waren auch in dieser Zeit ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. In dem äußerlich tot wirkenden Ei bricht sich das neue Leben bereits Bahn. In der orhodoxen Kirche gibt es bis heute den Brauch, rote Eier zu verschenken - nicht ohne Grund: Die rote Farbe steht für das Blut Jesu, das er für uns vergossen hat.

In der Westkirche kamen das Bemalen und Verzieren von Ostereiern im 12./13. Jahrhundert auf. Die Kreativität kannte und kennt bis heute keine Grenzen: Die Eier werden nicht nur bemalt, sondern besprenkelt, beklebt, ausgekratzt und ausgeblasen. Diesen Osterschmuck sieht man heute in vielen Vorgärten und Wohnzimmern. Die vor allem bei Kindern beliebte Suche nach Ostereiern entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts in evangelischen Kreisen und ist heute untrennbar mit dem Osterfest verbunden. Die erste Ostereiersuche überhaupt ist 1783 in Weimar bei Johann Wolfgang von Goethe belegt.

Ebenso wie das Ei ist der Osterhase nicht mehr vom Osterfest wezudenken, gilt dieses Tier als das Symbol schlechthin. Ähnlich wie der Adventskranz im Advent ist er eine evangelische "Erfindung". Manfred Becker-Huberti legt in seinem "Lexikon der Bräuche und Feste" dar, dass der Hase aufgrund seiner Paarungsfreudigkeit und Fruchtbarkeit ähnlich wie das Osterei seine Verbindung zu Ostern habe. Dass dem Hasen durchaus etwas Christliches innewohnt, zeigt das Dreihasenfenster im Kreuzgang des Paderborner Doms. Dargestellt sind drei Hasen, die, an ihren Ohren verbunden, "die Einheit in der Dreiheit" (vgl. "Lexikon der Bräuche und Feste", S. 304) verdeutlichen.

Der österliche Festkreis

Beginnend mit dem Ostersonntag feiert die Kirche 50 Tage lang Ostern. Am Oktavtag, dem 8. Tag nach Ostern, feiert die Kirche den Weißen Sonntag. Seit dem Jahr 2000 heißt er auch "Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit". Genau 40 Tage nach der Auferstehung fährt Christus in den Himmel auf. Die Anzahl der Tage ist in der Apostelgeschichte überliefert: "Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen" (Apg. 1,3).
50 Tage nach Ostern begeht die Kirche das Hochfest Pfingsten. An diesem Tag steht der Heilige Geist im Mittelpunkt: Er kommt in Feuerzungen auf die Jünger herab, erinnert sie an alles, was Jesus sie gelehrt hat und sendet sie hinaus in alle Welt, um das Evangelium zu verkünden. Da der Ostertermin variabel ist, wird auch Pfingsten nicht immer am selben Datum gefeiert - es fällt zwischen den 10. Mai und den 13. Juni.

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