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Die Heiligen Drei Könige

Jedes Jahr im Januar erinnern tausende Sternsinger an Caspar, Melchior und Balthasar. Diese drei Magier, die wir auch als Drei Könige kennen, kommen, um Jesus Christus als dem neugeborenen König zu huldigen.

Auf dieser Seite klären wir unter anderem, wie aus den Magiern Könige geworden sind und warum es sich um genau drei Könige handelt. 

Erst Sterndeuter und Magier, dann Könige: Geschichte der Heiligen Drei Könige

Im zweiten Kapitel des Matthäus-Evangeliums werden die uns heute bekannten Drei Könige als "Sterndeuter aus dem Morgenland" bezeichnet (vgl. Mt 2,1-12). Ihre Zahl ist nicht angegeben. Sie haben den Stern von Bethlehem aufgesehen sehen und kommen "aus dem Osten". Sie sind nach den Hirten die zweite Gruppe, die zu dem Jesuskind kommt.

Seit dem 9. Jahrhundert heißen sie Caspar, Melchior und Balthasar. Ihre Namen symbolisieren die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa. Bei Kirchenlehrer Beda Venerabilis (674-735) stehen die Könige außerdem für die drei Lebensalter: Ein Jüngling, ein Mann "in der Blüte seiner Jahre" und ein Greis.

Königliche Geschenke

Die Weisen aus dem Morgenland bringen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke. Aus der Anzahl der Geschenke hat man die Zahl drei der Könige geschlossen. Tertullian (160-220), ein früher christlicher Schriftsteller, verweist dabei auf ein Wort des Propheten Jesaja (Jes 60,3) und den Psalm 72,10: "Könige von Tarschisch, Saba und Seba bringen Geschenke". In den Schriften des Heiligen Caesarius von Arles (470-542) wurden die Magier endgültig zu Königen - eine Zuschreibung, die sich durch die Geschichte gehalten hat.

    Die Katholische Kirche kennt eigentlich kein eigenes Fest "Dreikönig". Es reiht sich vielmehr in die Erscheinungsfolge Gottes in der Welt ein:

    • Geburt Jesu an Weihnachten,
    • Huldigung der Magier am Fest "Erscheinung des Herrn",
    • Taufe Jesu und
    • Hochzeit zu Kana.

    Die Reliquien der Heiligen Drei Könige kommen nach Köln

    Seit 1164 ruhen die Reliquien der Heiligen Drei Könige in Köln. Als Kaiser Friedrich Barbarossa 1162 Mailand überfallen, geplündert und völlig zerstört hatte, überließ er es seinem Kanzler Rainald von Dassel. Er war zu dieser Zeit Erzbischof von Köln und übertrug die Reliquien feierlich am 23. Juli 1164 in die Stadt am Rhein. Von 1180-1225 wurde eigens für diesen Schatz der "Dreikönigsschrein" geschaffen, "der größte erhaltene des gesamten Mittelalters" (aus: "Feiern, Feste, Jahreszeiten" von Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti). Um diesen goldenen Schrein wurde ein noch größerer gebaut: der Kölner Dom. In dessen Chorraum steht der Dreikönigsschrein. Im Mittelalter war deshalb Köln einer der wichtigesten Wallfahrtsorte der Katholischen Kirche. Besonders Könige aller Länder pilgerten zu den Gebeinen der Weisen, um sich den Segen für ihre Regentschaft zu erbitten. Auch heute sind die Drei Könige jährlich das Ziel tausender Pilger bei der Domwallfahrt. Die Kronen im Stadtwappen von Köln verweisen auch auf die Drei Könige im Dom.

    Sternsinger: Caspar, Melchior und Balthasar bringen den Segen

    Das Sternsingen oder Dreikönigssingen ist in den Tagen um den 6. Januar einer der bekanntesten Bräuche. Vom Festtag der Geburt des Herrn, dem 25. Dezember, bis um den 6. Januar ziehen Kinder - als drei Könige gekleidet - von Haus zu Haus, überbringen den Segen des Jesuskindes und bitten um eine Spende für Kinder in Not. Dieser Brauch ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Kinder helfen Kindern: Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger"

    Seit 1959 ist die Aktion Dreikönigssingen, die "Sternsingeraktion" die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Mit dem Geld unterstützt das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" jährlich mehr als 1.400 Projekte für Kinder in Not. Die Aktion 2024 steht unter dem Motto: "Gemeinsam für unsere Erde – in Amazonien und weltweit".

    Meist ist einer der als Könige verkleideten Sternsinger im Gesicht schwarz geschminkt. Seit dem 8. Jahrhundert gibt es in der Kunst Darstellungen eines schwarzen Königs. Zuerst war das Caspar, später Melchior. Die Geschichte dahinter: Den Königen als Sinnbildern der damals bekannten drei Erdteile Europa, Afrika und Asien erscheint Jesus. Der schwarze König stand für Afrika. Wenn diese Tradition von Sternsingern fortgeführt wird, macht das eine christliche Überzeugung sichtbar: Mit der Geburt Jesu wird Gott Mensch für alle Menschen weltweit. Ein schwarz geschminkter Sternsinger soll daher zum Ausdruck bringen, dass die Weihnachtsbotschaft für alle Menschen gilt, ganz gleich, welche Hautfarbe sie haben.

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