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Synodalforum IV

"Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft"

Im Grundtext zum Synodalforum IV "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" stellen sich die Mitglieder des Forums die Frage nach einer Reform der Sexualmoral innerhalb der katholischen Kirche. Hintergrund der Forderung sind die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und der Gedanke, dass die kirchliche Sexualethik diese wohl begünstigt habe.

"Als Synodalversammlung sehen wir uns in der Pflicht, […] Impulse für eine Neuausrichtung der kirchlichen Pastoral zu formulieren. Wir wissen, dass wir begangenes Unrecht nicht einfach wieder gut machen können. Wir wollen aber einen wahrhaftigen und überprüfbaren Weg der Umkehr und der Erneuerung gehen. […] Die Synodalversammlung ist überzeugt, dass die Neuausrichtung der Pastoral nicht ohne wesentliche Neuakzentuierungen der kirchlichen Sexualehre möglich sein wird. Deshalb regt die Synodalversammlung wichtige Neuakzentuierungen der kirchlichen Lehre an und hält die Überwindung einiger Engführungen in Fragen der Sexualität aus sexualwissenschaftlichen wie theologischen Gründen für dringend erforderlich. Insbesondere die Lehre, die den Geschlechtsverkehr nur im Rahmen einer rechtmäßigen Ehe und nur in der ständigen Offenheit zur Zeugung von Nachkommen für ethisch legitim erachtet, hat zu einem weitgehenden Bruch zwischen Lehramt und Gläubigen geführt. Damit drohen andere wichtige Akzente der Frohen Botschaft Gottes vollends verdunkelt zu werden, die für die menschenwürdige Gestaltung der Sexualität befreiend wirken könnten." (Quelle: www.synodalerweg.de)

Mitglieder des Forums

 

Unsere Beiträge zu diesem Thema:

Das, was heute neu erscheint, ist morgen Schnee von gestern. Die Trends ändern sie rasant und bestimmen unser gesellschaftliches Leben. Davon bleiben auch traditionelle Familienstrukturen nicht verschont und lösen sich auf. Viele Gläubige sind verunsichert: Missbrauch und zunehmende Orientierungslosigkeit nicht nur wegen immer neuer Missbrauchsenthüllungen in der Kirche. Wie wir als Christen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und wo wir in dieser stürmischen Zeit Orientierung finden können - darüber sprechen wir mit dem Publizisten Bernhard Meuser.
Bernhard Meuser hat bis 2011 den Pattloch Verlag geleitet und war von 2011 bis 2013 Geschäftsführer beim "Sankt Ulrich Verlag." In zahlreichen Publikationen zu Spiritualität und Christentum richtet er sich besonders an jüngere Leser. Dabei verzichtet er auf theologische Fachsprache und betont die Übereinstimmung mit dem kirchlichen Lehramt. Die Neuevangelisierung ist einer der Schwerpunkte von Bernhard Meuser. Mit der 2011 von ihm initiierten, deutschen Ausgabe des katholischen Jugendkatechismus "YouCat", dem von ihm geleiteten YouCat-Zentrum in Augsburg treibt er die Weitergabe des Glaubens voran.

Der Schock über die Enthüllungen von sexuellem Mißbrauch in der Kirche sitzt tief. Auch wenn in anderen Einrichtungen sexuelle Übergriffe stattgefunden haben, so schmerzt es doch in der Kirche doppelt und dreifach. Für viele der Opfer ist der Weg zur Kirche und zu Christus durch die Verletzungen versperrt. Wenn im Namen von Jesus Christus Gewalt angewendet wird, wiegt das schwerer. Aber wie verhindern wir, dass sich die Verbrechen der Vergangenheit wiederholen? Unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention macht sich auch an katholischen Einrichtungen immer mehr die Forderung nach "sexueller Bildung" für unsere Kinder breit. Erst bei näherem Hinschauen wird klar, dass es dabei um eine systematische Demontage des kirchlichen Verständnisses von Liebe, Sexualität und Familienwerten geht: An die Stelle der traditionellen Familie soll ein buntes, willkürlich gewähltes Durcheinander treten - Jugendliche sollen selbstbestimmt und nach Belieben bindungslosen Sex erleben, wann sie wollen und mit wem sie wollen. Allein auf die eigene Entscheidung kommt es an.

Dr. Teresa Suárez del Villar ist Familienärztin und Sexual- und Psychotherapeutin. Die Dozentin am Johannes Paul II.-Institut in Madrid lehrt in Priesterseminaren von Madrid und Granada. Die kirchliche Sexualmoral wird oft als einseitig und restriktiv wahrgenommen. In Wahrheit liegt ihr aber eine ganzheitliche Sicht auf die Leiblichkeit des Menschen zugrunde, die weit mehr umfasst als bloß erwachsene Sexualität. Man kann, so die spanische Ärztin, mit dem ganzen Körper lieben. In diesem Vortrag bei der dritten internationalen Tagung zur Theologie des Leibes überraschte Theresa Suarez mit tiefen und kaum bekannten Dimensionen menschlicher Leiblichkeit.

Dr. Elisabeth Kluge, Vorstand TeenSTAR Deutschland e. V., Francesca Diefenhardt, Kursteilnehmerin TeenSTAR und Pater José Clavería FSCB, Direktor Fondazione Sacro Cuore (Mailand), sind u. a. die Referenten der Tagung. Die Persönlichkeitsbildung und Sexualerziehung junger Menschen gehören zusammen. Dieser Beitrag stellt das Programm Teenstar vor, ein universaler Ansatz die Persönlichkeit junger Menschen zu stärken. 

Was sagt die Kirche?

Es ist oft zu hören, dass es in der Bibel keine eindeutigen Aussagen zur Sexualmoral gebe; außer Ehebruch könne kein Sexualverhalten als sündhaft bezeichnet werden. Schon in den 60er-Jahren wurden solche Behauptungen aufgestellt. Dazu schrieben die österreichischen Bischöfe in ihrem gemeinsamen Hirtenbrief vom 28.2.1967: "In Vorträgen wurde schon ausgesprochen, der voreheliche Geschlechtsumgang sei in der Bibel nirgends verboten. Desgleichen, die Schamhaftigkeit habe im Familienbereich keinen Raum. Im Familienraum gehe also nichts gegen die Schamhaftigkeit. Was ist dazu zu sagen? In Epheser 5,3 heißt es: 'Unzucht, jederlei Unreinheit oder Habgier soll es unter euch nicht einmal dem Namen nach geben, wie es sich für Heilige ziemt.' Was hier mit 'Unzucht' übersetzt ist, heißt im Urtext 'porneia'. Porneia aber ist nach den besten griechischen und neutestamentlichen Wörterbüchern der außereheliche Geschlechtsumgang jeder Art. […] Zur Ergänzung ist zu sagen, dass für den Ehebruch im Griechischen durchaus ein anderes Wort zur Verfügung steht, nämlich 'moicheia'. Wie kann also gesagt werden, dass in der Bibel oder im Neuen Testament im Besonderen kein Verbot des außerehelichen Geschlechtsumganges ausgesagt sei? Sicher wird es vor Gott nicht ganz das Gleiche sein, wenn sich ein junger Mann mit seiner Braut, der er die Ehe versprochen hat, verfehlt, wie wenn sich jemand ganz zuchtlos mit Mädchen geschlechtlich abgibt. Deswegen haben wir aber nicht das Recht zu sagen, das sei erlaubt, weil ja im Neuen Testament auch in der unmittelbaren Lehre Jesu die unbedingte Ablehnung jedes außerehelichen Umganges, auch schon in Gedanken, ausgesprochen wird. Dafür könnten noch viele Belegstellen angeführt werden." Diese Definition von Unzucht wird im Katechismus der Katholischen Kirche in der Nr. 2353 übernommen.

Am 19. September 2018 sprach Papst Franziskus mit französischen Jugendlichen über die Sexualität der Liebe, die nur in der Beziehung zwischen Mann und Frau ihren berechtigten Platz habe (Quelle: Vatican News). "Sexualität, Sex, ist ein Geschenk Gottes. Ohne Tabu. […] Es hat zwei Ziele: sich lieben und Leben hervorbringen. […] Es ist eine Leidenschaft, leidenschaftliche Liebe. Die wahre Liebe ist leidenschaftlich. Wenn die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau leidenschaftlich ist, bringt sie dich immer dazu, Leben zu geben." Im Gespräch mit Jugendlichen sagte der Papst: "Sexualität ist der schönste Punkt der Schöpfung in dem Sinn, dass Mann und Frau nach Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind – und der Punkt, der am meisten von der Weltlichkeit, dem Geist des Bösen, angegriffen wird". Es mache ihn nachdenklich, dass es "keine Lügen-Industrie", sehr wohl aber eine "Sex-Industrie" gebe: "Mit der Porno-Industrie wird viel Geld verdient, das ist eine Entwertung des Ranges, den Gott (der Sexualität) gegeben hat. Aber die Sexualität ist großartig: Bewahrt euch eure sexuelle Dimension, eure sexuelle Identität, bewahrt sie gut, und bereitet sie für die Liebe vor." Mann und Frau seien Gottes Ebenbilder – nicht einer für sich, sondern "alle beide zusammen", so der Papst weiter und er fuhr fort: "Das ist die Größe der Sexualität. Und so muss man von ihr reden. So sollte man sie leben, in dieser Dimension: Liebe zwischen Mann und Frau für das ganze Leben." Es stimme zwar, fügte Franziskus hinzu, dass die Menschen auch manchmal schwach würden und Sexualität "jenseits dieser schönen Straße der Liebe" auslebten. Das seien jedoch "Stürze, wie alle Sünden", aber nicht die "Sexualität der Liebe": "Es ist Sexualität, die zu einer Sache gemacht wird, die von der Liebe losgelöst und zum Vergnügen genutzt wird."

Die menschliche Sexualität wurde im Lauf der Jahrhunderte immer im Licht der Bibel gesehen, aber unterschiedlich akzentuiert. In seiner Predigt vom 19.9.2019 ist Pfr. Kocher auf diesen Prozess eingegangen.

Grundlage jeder Betrachtung der menschlichen Sexualität ist die Offenbarung des neuen und von Christus erlösten Menschen. Pfr. Kocher hat dies in seiner Predigt vom 17.10.2019 dargelegt.

Die menschliche Sexualität wurde im Lauf der Jahrhunderte immer im Licht der Bibel gesehen, aber unterschiedlich akzentuiert. In seiner Predigt vom 19.9.2019 ist Pfr. Kocher auf diesen Prozess eingegangen.

Grundlage jeder Betrachtung der menschlichen Sexualität ist die Offenbarung des neuen und von Christus erlösten Menschen. Pfr. Kocher hat dies in seiner Predigt vom 17.10.2019 dargelegt.

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

2337 Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, daß der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist. Die Tugend der Keuschheit wahrt somit zugleich die Unversehrtheit der Person und die Ganzheit der Hingabe.

2338 Der keusche Mensch bewahrt die in ihm angelegten Lebens- und Liebeskräfte unversehrt. Diese Unversehrtheit sichert die Einheit der Person; sie widersetzt sich jedem Verhalten, das diese Einheit beeinträchtigen würde. Sie duldet kein Doppelleben und keine Doppelzüngigkeit [Vgl. Mt 5,37].

2339 Die Keuschheit erfordert das Erlernen der Selbstbeherrschung, die eine Erziehung zur menschlichen Freiheit ist. Die Alternative ist klar: Entweder ist der Mensch Herr über seine Triebe und erlangt so den Frieden, oder er wird ihr Knecht und somit unglücklich [Vgl. Sir 1,22]. "Die Würde des Menschen erfordert also, daß er in bewußter und freier Wahl handelt, das heißt personal, von innen her bewegt und geführt und nicht unter blindem innerem Drang oder unter bloßem äußeren Zwang. Eine solche Würde erwirbt der Mensch, wenn er sich aus aller Knechtschaft der Leidenschaften befreit und so sein Ziel in freier Wahl des Guten verfolgt und sich die geeigneten Hilfsmittel wirksam und in schöpferischem Bemühen verschafft" (GS 17).

 

Verstöße gegen die Keuschheit

2351 Unkeuschheit ist ein ungeregelter Genuß der geschlechtlichen Lust oder ein ungeordnetes Verlangen nach ihr. Die Geschlechtslust ist dann ungeordnet, wenn sie um ihrer selbst willen angestrebt und dabei von ihrer inneren Hinordnung auf Weitergabe des Lebens und auf liebende Vereinigung losgelöst wird.

2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. "Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil "der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst Willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt "die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert" (CDF, Erkl. "Persona humana" 9).

Um ein ausgewogenes Urteil über die sittliche Verantwortung jener, die sich hierin verfehlen, zu bilden und um die Seelsorge danach auszurichten, soll man affektive Unreife, die Macht eingefleischter Gewohnheiten, Angstzustände und weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren berücksichtigen, welche die moralische Schuld vermindern oder sogar aufheben.

2353 Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde dieser Menschen und der menschlichen Geschlechtlichkeit selbst, die von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Zudem ist sie ein schweres Ärgernis, wenn dadurch junge Menschen sittlich verdorben werden.

2354 Pornographie besteht darin, tatsächliche oder vorgetäuschte geschlechtliche Akte vorsätzlich aus der Intimität der Partner herauszunehmen, um sie Dritten vorzuzeigen. Sie verletzt die Keuschheit, weil sie den ehelichen Akt, die intime Hingabe eines Gatten an den anderen, entstellt. Sie verletzt die Würde aller Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum) schwer; diese werden nämlich zum Gegenstand eines primitiven Vergnügens und zur Quelle eines unerlaubten Profits. Pornographie versetzt alle Beteiligten in eine Scheinwelt. Sie ist eine schwere Verfehlung. Die Staatsgewalt hat die Herstellung und Verbreitung pornographischer Materialien zu verhindern.

Homosexualität

Unzucht – im griechischen Text des Neuen Testamentes "porneia" genannt – meint nach den besten griechischen und neutestamentlichen Wörterbüchern außereheliche Geschlechtsbeziehungen jeder Art. Näheres dazu ist den Ausführungen zum Thema "Sexualität" zu entnehmen. An allen zwölf Stellen, in denen im Neuen Testament auf homosexuelle Praktiken eingegangen wird, werden diese ausschließlich abgelehnt. Was Homosexualität in der Bibel anbelangt, sind die Aussagen darin eindeutig; für die katholische Kirche und radio horeb sind diese bindend.

Die Weisungen des Katechismus der Katholischen Kirche in den Nummern 2357 und 2358 sind grundsätzlicher Art und Weise verpflichtend. Darin heißt es, dass man Menschen mit einer homosexuell geprägten Sexualität mit "Achtung, Mitleid und Takt" begegnen solle. "Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen" (Nr. 2358). Gleichzeitig wird aber auch betont, "dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. […] Sie entspringen nicht einer wahrhaft affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen" (Nr. 2357).

Papst Franziskus

Auf dem Rückflug vom 28. Weltjugendtag in Rio de Janeiro hat Papst Franziskus am 28. Juli 2013 eine Pressekonferenz gegeben. Er wurde gefragt, was er von der "Gay-Lobby" halte. Seine Antwort wird immer wieder zitiert, oft aber einseitig und verkürzt. Wenn man diese Ausführungen des Papstes im Gesamtzusammenhang betrachtet, wird deutlich, dass er keineswegs einer praktizierten Homosexualität das Wort redet. Hier seine Stellungnahme: "Ach, es wird so viel über die Gay-Lobby geschrieben. […] Ich glaube, wenn jemand sich einem solchen Menschen gegenübersieht, muss er das Faktum, 'gay' zu sein, von dem Faktum unterscheiden, daraus eine Lobby zu machen. Denn die Lobbys – alle Lobbys – sind nicht gut. […] Wenn einer gay ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen? Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt das sehr schön, aber er sagt: Halt! Diese Menschen dürfen nicht an den Rand gedrängt werden, sie müssen in die Gesellschaft integriert werden. Das Problem liegt nicht darin, diese Tendenz zu haben, nein, wir müssen Brüder und Schwestern sein, denn das ist nur ein Problem von vielen. Das eigentliche Problem ist, wenn man aus dieser Tendenz eine Lobby macht: Lobby der Geizhälse, Lobby der Politiker, Lobby der Freimaurer – so viele Lobbys. Das ist für mich das schwerwiegende Problem." Gleichwohl wendet er sich gegen die Priesterweihe für schwule Männer und nennt in diesem Zusammenhang Homosexualität "eine Mode".

Schon als Kardinal von Buenos Aires nannte er 2010 den Versuch, den Begriff der Ehe auf homosexuelle Paare auszuweiten, eine "zerstörerische Attacke auf Gottes Plan".

In einem Interviewbuch 2017 erklärte der Papst, dass Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Personen nicht Ehe, sondern zivile Partnerschaften genannt werden sollten: "Ehe ist zwischen Mann und Frau. Das ist das präzise Wort. Nennen wir die homosexuelle Partnerschaft 'zivile Partnerschaft'."

Am 21. Juni 2018 hat der Papst zum Familienbegriff der katholischen Kirche Stellung bezogen. Homosexuelle Partnerschaften sind darin nicht enthalten: "Heute – und es ist schlimm, das sagen zu müssen – spricht man von 'diversen' Familien: diversen Arten der Familien. Ja, es stimmt, dass das Wort 'Familie' ein analoges Wort ist, denn man spricht auch von 'Familien' von Sternen, 'Familien' von Bäumen und 'Familien' von Tieren […], es ist ein analoges Wort. Aber die menschliche Familie, als Abbild Gottes, Mann und Frau, ist nur diese eine. Diese einzige allein.“

In einem Rundschreiben des Staatssekretariats an alle Bischöfe der Weltkirche vom November 2020 werden falsche Interpretationen einer Papstäußerung über homosexuelle Lebensgemeinschaften korrigiert, denn in dem Dokumentarfilm "Francesco", der am 21. Oktober 2020 in Rom uraufgeführt wurde, sagte Papst Franziskus in einer Szene: "Wir müssen ein Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft aufsetzen. Auf diese Weise sind sie rechtlich abgesichert. Dafür habe ich mich eingesetzt. […] Sie sind Kinder Gottes und haben das Recht auf eine Familie. Niemand sollte wegen so etwas ausgeschlossen oder unglücklich werden." Sie sollten in der Kirche willkommen geheißen werden.

Die Lehre der Kirche hat sich also nicht geändert.

Immer wieder kann man lesen, dass in gleichgeschlechtlichen Beziehungen Werte wie in einer Ehe gelebt würden (Fürsorge, gegenseitiges Einstehen und Liebe) und diese deshalb nicht pauschal negativ gesehen werden dürften. Im Apostolischen Schreiben für die Familien "Die Freude der Liebe. Amoris Laetitia" wird in der Nummer 251 jeder Versuch, Analogien zwischen beiden herzustellen, unmissverständlich zurückgewiesen: "Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn." Es sei unannehmbar, "dass auf die Ortskirchen in dieser Frage Druck ausgeübt wird und dass die internationalen Organisationen Finanzhilfen für arme Länder von einer Einführung der 'Ehe' unter Personen des gleichen Geschlechts in ihrer Gesetzgebung abhängig machen."[1]

 


[1] Relatio finalis, 76; vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen (3. Juni 2003), 4.

Antwort aus Rom: Die Kongregation für die Glaubenslehre schließt die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aus. Die Antwort durch Luis F. Kardinal Ladaria erfolgte im März 2021. 

[…]"Die Erklärung der Unzulässigkeit von Segnungen der Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts ist daher weder eine ungerechte Diskriminierung noch enthält sie die Absicht, eine solche zu sein, sondern ruft die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht."[…]

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Programmdirektor Pfr. Richard Kocher zum Buch "Deine Kirche ist ja wohl das Letzte! Fakten, Argumente, Standpunkte" (FE-Medienverlag) von Pfr. Ulrich Filler, Köln

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