Jetzt: eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Sonntag
eine Wiederholung der gleichnamigen Sendung vom Sonntag

Abschied von Papst em. Benedikt XVI.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist am 31. Dezember 2022 um 09:34 Uhr im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan verstorben. Hier finden Sie aktuelle Sendungen und Erinnerungen an Benedikt XVI.

 

Mein geistliches Testament

Wenn ich in dieser späten Stunde meines Lebens auf die Jahrzehnte zurückschaue, die ich durchwandert habe, so sehe ich zuallererst, wieviel Grund ich zu danken habe. Ich danke vor allen anderen Gott selber, dem Geber aller guten Gaben, der mir das Leben geschenkt und mich durch vielerlei Wirrnisse hindurchgeführt hat; immer wieder mich aufgehoben hat, wenn ich zu gleiten begann, mir immer wieder neu das Licht seines Angesichts geschenkt hat. In der Rückschau sehe und verstehe ich, daß auch die dunklen und mühsamen Strecken dieses Weges mir zum Heile waren und daß Er mich gerade da gut geführt hat.

Ich danke meinen Eltern, die mir in schwerer Zeit das Leben geschenkt und unter großen Verzichten mir mit ihrer Liebe ein wundervolles Zuhause bereitet haben, das als helles Licht alle meine Tage bis heute durchstrahlt. Der hellsichtige Glaube meines Vaters hat uns Geschwister glauben gelehrt und hat als Wegweisung mitten in all meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen standgehalten; die herzliche Frömmigkeit und die große Güte der Mutter bleiben ein Erbe, für das ich nicht genug danken kann. Meine Schwester hat mir selbstlos und voll gütiger Sorge über Jahrzehnte gedient; mein Bruder hat mir mit der Hellsicht seiner Urteile, mit seiner kraftvollen Entschiedenheit und mit der Heiterkeit des Herzens immer wieder den Weg gebahnt; ohne dieses immer neue Vorausgehen und Mitgehen hätte ich den rechten Weg nicht finden können.

Von Herzen danke ich Gott für die vielen Freunde, Männer und Frauen, die er mir immer wieder zur Seite gestellt hat; für die Mitarbeiter auf allen Stationen meines Weges; für die Lehrer und Schüler, die er mir gegeben hat. Sie alle vertraue ich dankbar seiner Güte an. Und danken möchte ich dem Herrn für die schöne Heimat im bayerischen Voralpenland, in der ich immer wieder den Glanz des Schöpfers selbst durchscheinen sehen durfte. Den Menschen meiner Heimat danke ich dafür, daß ich bei ihnen immer wieder die Schönheit des Glaubens erleben durfte. Ich bete darum, daß unser Land ein Land des Glaubens bleibt und bitte Euch, liebe Landsleute: Laßt euch nicht vom Glauben abbringen. Endlich danke ich Gott für all das Schöne, das ich auf den verschiedenen Stationen meines Weges, besonders aber in Rom und in Italien erfahren durfte, das mir zur zweiten Heimat geworden ist.

Alle, denen ich irgendwie Unrecht getan habe, bitte ich von Herzen um Verzeihung.

Was ich vorhin von meinen Landsleuten gesagt habe, sage ich nun zu allen, die meinem Dienst in der Kirche anvertraut waren: Steht fest im Glauben! Laßt euch nicht verwirren! Oft sieht es aus, als ob die Wissenschaft – auf der einen Seite die Naturwissenschaften, auf der anderen Seite die Geschichtsforschung (besonders die Exegese der Heiligen Schriften) – unwiderlegliche Einsichten vorzuweisen hätten, die dem katholischen Glauben entgegenstünden. Ich habe von weitem die Wandlungen der Naturwissenschaft miterlebt und sehen können, wie scheinbare Gewißheiten gegen den Glauben dahinschmolzen, sich nicht als Wissenschaft, sondern als nur scheinbar der Wissenschaft zugehörige philosophische Interpretationen erwiesen – wie freilich auch der Glaube im Dialog mit den Naturwissenschaften die Grenze der Reichweite seiner Aussagen und so sein Eigentliches besser verstehen lernte. Seit 60 Jahren begleite ich nun den Weg der Theologie, besonders auch der Bibelwissenschaften, und habe mit den wechselnden Generationen unerschütterlich scheinende Thesen zusammenbrechen sehen, die sich als bloße Hypothesen erwiesen: die liberale Generation (Harnack, Jülicher usw.), die existenzialistische Generation (Bultmann usw.), die marxistische Generation. Ich habe gesehen und sehe, wie aus dem Gewirr der Hypothesen wieder neu die Vernunft des Glaubens hervorgetreten ist und hervortritt. Jesus Christus ist wirklich der Weg, die Wahrheit und das Leben – und die Kirche ist in all ihren Mängeln wirklich Sein Leib.

Endlich bitte ich demütig: Betet für mich, damit der Herr mich trotz all meiner Sünden und Unzulänglichkeiten in die ewigen Wohnungen einläßt. Allen, die mir anvertraut sind, gilt Tag um Tag mein von Herzen kommendes Gebet.

Benedictus PP XVI.

Allmächtiger Gott,
du bist der Herr der Kirche.
Durch die Nachfolger der Apostel
führst du sie durch die Zeiten.
Wir vertrauen dir
unseren verstorbenen Papst emeritus Benedikt XVI. an.
Als Mitarbeiter der Wahrheit
hat er in Klugheit und Demut die Schönheit
des Glaubens, die Kraft selbstloser Liebe
und die Zuversicht christlicher Hoffnung verkündet.
Nimm deinen Diener auf in dein himmlisches Reich.
Vergilt ihm seinen treuen Hirtendienst.
Erfülle an ihm, worauf er gehofft,
was er gelehrt und gepredigt hat.
Schenke ihm das ewige Leben.
Gott, steh deiner Kirche bei.
Gib ihr deinen Geist der Treue und der Wahrheit,
damit wir einst alle zur Vollendung gelangen
in deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.

Die Gebetskarte von Kirche in Not können Sie hier kostenlos downloaden.

Redakteurin Marion Kuhl war für Sie in Rom und hat viele interessante Menschen getroffen:

Kaplan Roland Kiechle hatte die Gelegenheit Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen in den vatikansichen Gärten nach einem Rat fürs Leben zu Fragen.

Das Grab von Papst Benedikt in den Grotten unter dem Petersdom kann ab sofort besucht werden. Redakteurin Marion Kuhl hat dort Prof. Dr. Dr. Ralph Weimann getroffen. Er ist Mitglied im Neuen Joseph Ratzinger Schülerkreis, Professor für Theologie und Bioethik an verschiedenen Universitäten in Rom und wohnt im Vatikan!

Zu spät dran, zu wenig Benzin und fast eine Autopanne, diese Begebenheiten führten zu einer Freundschaft mit Georg Ratzinger. Das diese Freundschaft eine private Begegnung mit Papst Benedikt zur Folge hatte, wusst Ingrid Wagner damals noch nicht. 

Prof. Dr. Thomas Möllenbeck ist Hoschschulprofessor in Münster und Gastprofessor in der Hochschule Heiligenkreuz. Auch ihn hat Marion Kuhl in Rom getroffen. 

Kurat Konrad Bestle, Priester des Bistums Augsburg, ist zuständig für die deutschsprachige Gemeinde in Rom, in der Kirche Santa Maria dell' Anima. Er sprach mit Marion Kuhl über die Beziehung von Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt XVI zu der deutschsprachigen Gemeinde in Santa Maria dell'Anima.

Redakteurin Marion Kuhl trifft in Rom viele bekannte Gesichter. Hier im Interview Veronika Ruf, Referentin bei radio horeb und theologische Referentin für Liturgie im Bistum Augsburg. Warum es für sie Ehrensache ist, persönlich bei den Zeremonien in Rom dabei zu sein, erzählt sie im Interview. 

Professor Athanasiou ist orthodoxer Priester und der Lehrbeauftragte der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg in der Schweiz. Er wurde am Sonntag, den 28. Oktober 2018, in der Kirche Hl. Demetrios in Zürich zum Priester geweiht. Zugleich erhielt er von Metropolit Maximos der Schweiz den Titel des Erzpriesters. Momentan ist er Priester in der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Hl. Demetrios Zürich und tätig für Radio Maria Schweiz.

Pater Stephan Otto Horn, Salvatorianer und katholischer Priester, promovierte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München und habilitierte sich an der Universität Regensburg im Fach Dogmatik. Er war Lehrstuhlinhaber für Dogmatik an der Universität Augsburg und Ordinarius für Fundamentaltheologie an der Universität Passau. Daneben wirkte er lange Jahre als Sprecher des Schülerkreises von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. und war Gründungsmitglied sowie erster Vorstand der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung. Marion Kuhl hat mit ihm gesprochen.

Prof. Daniel Burns ist Professor für Politik an der Universität in Dallas und Mitglied des Neuen Schülerkreises Joseph Ratzinger. 

Prof. Dr. Michaela Hastetter ist Mitbegründerin des Neuen Schülerkreis von Joseph Ratzinger und Proffesorin der Pastoraltheologie und Religionspädagogik. 

Kardinal Rainer Maria Woelki

Bischof des Erzbistums Köln

"Ich denke, dass wir von ihm vorallem lernen können, was es heißt ein betender Mensch, ein glaubender Mensch zu sein."

 

Prof. Christoph Ohly

Christoph Ohly. Vorsitzender des Neuen Schülerkreises Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt XVI.

"Ein großes Zeichen der Dankbarkeit für die Fürsorge die Papst Benedikt XVI. den Priestern entgegengebracht hat."

 

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer 

Bischof von Regensburg

"Er ist ein Jahrhunderttheologe und einer der größten Prediger der Kirchengeschichte."

Bischof Dr. Stefan Oster

Bischof von Passau

"Das sind Reflektionsebenen und Tiefenschichten die da gewissermaßen neu in die Kirche gekommen sind."

Markus Söder 

Ministerpräsident des Freistaates Bayern

"Unser Papst ist gegangen."

 Pfarrer Martin Seefried

Geistlicher Begleiter der Jugend 2000

"Für uns war das wie ein Familientreffen. So wie die Freude und Verwandten zusammenkommen bei einer Beerdigung."

Bischof Georg Bätzing

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

"Ein großer Gelehrter, der viele Menschen durch seine Theologie geprägt hat."

Pater Prof. Dr. Vincent Twomey

Römisch-katholischer Priester, emeritierter Professor für Moraltheologie und ein "Schirmherr" des Iona Institute , einer katholischen Interessengruppe. 

"Für ihn ist Theologie keine rein Akademische Sache. (...) Es gibt noch mehr, es geht um den Dialog zwischen Gott und Mensch."

Pater Karl Wallner

Ehem. Rektor der Hochschule Benedikt XVI., Nationaldirektor von missio Österreich

"Mozart der Theologie - das ist Papst Benedikt XVI."

Pater Dr. Wolfgang Buchmüller

Rektor der Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz

"Wir haben die Ehre, seinen Namen tragen zu dürfen als Hochschule."

Abt Maximilian Heim

Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Mitglied des Ratzinger-Schülerkreises und Großkanzler der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI.

"Ich schätze seine ganze Theologie. Denn er war wirklich eine Art Universalgelehrter in der Theologie."

Maria Dimpfl

Theologin und Vorstand der Ratzinger-Stiftung

"Wir haben ihn immer als sehr aufmerksam und liebenswert empfunden."

Pfarrer Peter van Briel

Schulpfarrer, Sprecher der Karl-Leisner-Jugend und regelmäßiger Referent bei radio horeb

"Es war eine besondere Ehre, Papst Benedikt auf dem Weltjugendtag zu begegnen - das war besonders erhebend für mich."

Pfarrer Martin Trimpe teilt seine Erinnerungen an Papst em. Benedikt XVI.

Als sein wissenschaflticher Mitarbeiter kannte er Professor Ratzinger aus der Universität und lernte ihn über die Zeit als Menschen und Theologen kennen. Auch über seine Zeit als Bischof und Papst blieb Trimpe mit dem jetzt verstorbenen Benedikt XVI. verbunden. 

Papst emeritus Benedikt XVI.

Mitarbeiter der Wahrheit

Benedikt XVI. war von 2005 bis zu seinem freiwilligen Amtsverzicht 2013 Papst und damit 265. Nachfolger des Apostels Petrus. Mit ihm saß zum ersten Mal seit 482 Jahren ein Deutscher auf dem Thron der Päpste. Ein Highlight seines Pontifikats war der Weltjugendtag 2005 in Köln. Benedikt XVI. war der erste Papst seit 1294, der sein Amt freiwillig aufgegeben hat. In Text- und Radiobeiträgen stellen wir Ihnen Joseph Ratzinger näher vor und werfen einen Blick auf sein Wirken als Papst.

Der Mensch Joseph Ratzinger

Am Karsamstag, 16. April 1927, erblickt Joseph Alois Ratzinger im bayerischen Marktl am Inn das Licht der Welt. Noch am selben Tag wird er mit dem frisch geweihten Osterwasser in der Pfarrkirche St. Oswald von Kaplan Josef Stangl getauft. Sein Vater dient als Kommandant in der örtlichen Gendarmerie-Station, die Mutter stammt aus einer Handwerkerfamilie aus Rimsting am Chiemsee. Vor der Hochzeit hatte sie als Köchin gearbeitet. Joseph Ratzinger wächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Georg (1924-2020) und seiner Schwester Maria (1921-1991) auf.

Viele Ortswechsel prägen die Kindheit von Joseph
Der Beruf des Vaters lässt die Familie häufig umziehen: Als Joseph zwei Jahre alt ist, wird Titt­mo­ning an der Salz­ach die neue Heimat der Ratzingers. Dort geht Joseph in den Kindergarten. Nur drei Jahre später erhält der Vater eine Anstellung in Aschau am Inn. Joseph besucht die Schule und empfängt die Erste Heilige Kommunion. Bei den Franziskanerinnen im Klos­ter Au bekommen Georg und Joseph Kla­vier­un­ter­richt. Georg Ratzinger sollte Jahrzehnte später als Kirchenmusiker und Domkapellmeister in Regensburg die Domspatzen zu Weltruhm führen.

Joseph und Georg entdecken ihre Berufung zum Priestertum
Kaum angekommen und eingelebt, geht es für die Familie Ratzinger weiter: Traunstein wird der nächste Wohnort. Der Vater ist inzwischen pensioniert. Joseph und Georg besuchen das Traun­stei­ner Stu­di­en­se­mi­nar St. Micha­el, das Priesterberufungen besonders fördert. In dieser Zeit - Joseph war erst 12 Jahre alt - beginnt für beide der Weg zum Priestertum.

Aus dem Krieg ins Priesterseminar

Im Zweiten Weltkrieg ist der erst 16-jährige Joseph Flakhelfer - wie seine anderen Studienkollegen auch. Nach dem Krieg, in dem beide Brüder verwundet werden, nehmen sie 1946 das Theologiestudium auf - erst in Freising, anschließend in München. Der Münchner Kardinal Michael Faulhaber weiht die beiden Brüder und 38 weitere Diakone am 29. Juni 1951 zu Priestern.
Joseph wirkt anschließend als Kaplan unter anderem im Münchner Stadtteil Bogenhausen, schlägt aber recht bald eine Laufbahn als Wissenschaftler ein. 1953 wird er mit einer Arbeit zum Thema "Volk und Haus Got­tes in Augus­tins Leh­re von der Kir­che" promoviert. Ab 1957 hält er mit gerade einmal 30 Jahren als Professor für Dog­ma­tik Vorlesungen an der Phi­lo­so­phisch-Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le in Frei­sing. Stationen als Professor sind die Uni­ver­si­tä­ten in Bonn, Müns­ter, Tübin­gen und Regensburg.

Konzilsberater, Münchner Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation

Am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nimmt Joseph Ratzinger als Berater des Kölner Kardinals Josef Frings teil. Die Konzilsväter werden auf den jungen Theologieprofessor aufmerksam. Das hat Folgen: 1977 ernennt Papst Paul VI. Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising. Die Bischofsweihe am 28. Mai nimmt der Würzburger Bischof Josef Stangl vor. Ratzingers Wahlspruch lautet "Coope­ra­to­res veri­ta­tis - Mit­ar­bei­ter der Wahr­heit".
Die nächste Würde lässt nicht lang auf sich warten: Am 27. Juni 1977 nimmt ihn Papst Paul VI. in das Kar­di­nals­kol­le­gi­um auf.

Ratzinger wird die "rechte Hand" des Papstes
Gerade einmal vier Jahre kann Joseph Ratzinger als Erzbischof in München wirken, da ereilt ihn ein Ruf aus Rom. 1981 wird er auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. Präfekt der Glaubenskongregation und somit die "rechte Hand" des Papstes. Mehr als zwei Jahrzehnte wird Ratzinger über die Reinheit des katholischen Glaubens wachen. In seiner Amtszeit erscheint der neuaufgelegte Katechismus der katholischen Kirche - ein weltweiter Bestseller. Von 2002 bis 2005 steht er als Dekan dem  Kardinalkollegium vor.

2005 - "Wir sind Papst!"

Nach vier Wahlgängen und lediglich 26 Stunden tritt Joseph Kardinal Ratzinger als Benedikt XVI. am 19. April 2005 vor die Gläubigen. Seine ersten Worte waren die Folgenden:

"Liebe Schwestern und Brüder! Nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt,
einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.
Mich tröstet die Tatsache, dass der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen zu arbeiten und zu wirken weiß.
Vor allem vertraue ich mich euren Gebeten an.
In der Freude des auferstandenen Herrn und im Vertrauen auf Seine immerwährende Hilfe gehen wir voran.
Der Herr wird uns helfen, und Maria, Seine allerseligste Mutter, steht uns zur Seite. Danke."

Benedikt XVI. ist der 265. Nach­fol­ger des hei­li­gen Petrus und nach 482 Jah­ren der erste Deutsche auf dem Stuhl Petri.

Benedikt XVI. besucht Deutschland und Polen
Noch ganz frisch gewählt steht im August die erste Auslandsreise auf dem Programm: Es geht zum 20. Weltjugendtag nach Köln. Der Kölner Kardinal Joachim Kardinal Meisner sagte im Rückblick darauf dem katholischen Fernsehsender EWTN: "Das war der erste Weltjugendtag mit zwei Päpsten: Einer unten und einer oben!"
Ein Jahr später besucht der Papst die Heimat seines Vorgängers und im September desselben Jahres seine bayerische Heimat. Hunderttausende Gläubige feiern den Papst und begrüßen ihn in Mün­chen, Alt­öt­ting, Marktl und Regens­burg.

Mit rund 60.000 Menschen feiert Benedikt XVI. auf dem Altöttinger Kapellplatz eine Heilige Messe. Der Papst tankt Kraft an den Orten seiner Kindheit, "die ihn geprägt und seinen Glauben geformt haben", wie er in einem Interview sagte. Im Rückblick kann festgehalten werden, dass in Alt­öt­ting der geist­lich-spi­ri­tu­el­le FoKus der gesam­ten Pas­to­ral­rei­se gewe­sen ist.

Benedikt im Schatten seines Vorgängers
Was die Auslandsreisen betrifft bleibt Benedikt XVI. im Schatten seines Vorgängers. Benedikt XVI. unternimmt in seinem Pontifikat insgesamt 24 Reisen ins Ausland und besucht 31 Orte innerhalb Italiens auf seinen Pastoralreisen.

Taufe in der Osternacht als besondere Fügung
Auf dem Programm steht auch der Besuch seines Geburtsortes Marktl. In der Pfarr­kir­che St. Oswald, in der er am Karsamstag 1927 getauft wurde, hält er inne und betet gemeinsam mit sei­nem Bru­der Georg am Tauf­stein. Der Papst war sehr dankbar dafür, noch an seinem Geburtstag getauft worden zu sein, denn so sei sein Leben von Anfang an ins Oster­ge­heim­nis ein­ge­taucht gewe­sen.

Papst Benedikt XVI. hat in seinem Pontifikat drei Enzykliken veröffentlicht:

  • "Deus Caritas est" (2005) besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil zeigt der Papst in einer theologischen Reflexion die innere Verbindung zwischen der Liebe Gottes und der menschlichen Liebe auf. In einem zweiten Teil geht er auf die praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe innerhalb der Kirche ein.
    "Deus Caritas est" hier im Wortlaut lesen.
  • In "Spe Salvi" (2007) erklärt Benedikt XVI. die rein weltlichen Zukunftsweisungen für unzureichend und mahnt zur Wachsamkeit bei einer blinden Fortschrittsgläubigkeit.
    "Spe Salvi" hier im Wortlaut lesen.
  • "Caritas in Veritate" (2009) ist eine Sozialenzyklika. Im Mittelpunkt stehen die Missstände in den Wirtschafts- und Währungssystemen ein. Der rote Faden der Enzyklika ist der Gedanke an eine gerechte Wirtschaftsordnung, die sich nur in Liebe und Wahrheit entwickeln und funktionieren kann.
    "Caritas in Veritate" hier im Wortlaut lesen.


Neben diesen drei päpstlichen Rundschreiben hat Benedikt XVI. das dreibändige Werk "Jesus von Nazareth" veröffentlicht. Pfarrer Richard Kocher hat sich mit dem ersten und zweiten Band auseinandergesetzt.

Benedikt XVI. tritt als erster Papst der Neuzeit zurück

"Mir fehlt die Kraft, das Schifflein Petri zu steuern"

So etwas hat es seit 1294 nicht gegeben: Der Papst tritt zurück. In einem überraschend einberufenen Konsistorium, der Versammlung aller Kardinäle, am 11. Februar 2013 gibt Papst Benedikt seinen Rücktritt bekannt. In seiner Rücktrittsrede heißt es:

"Liebe Mitbrüder! Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe,
bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind,
um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. [...]
Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig,
eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss,den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. [...]
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt,
und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen.
Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe.
Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen."


Der Kirche mit einem Leben im Gebet dienen - das tut der emeritierte Papst seit seinem Rücktritt in dem für ihn umgebauten Kloster Mater Ecclesiae in Rom. 

Am Sterbebett des Bruders

Papst emeritus Benedikt XVI. besucht seine Heimat - ein letztes Mal

Nach 14 Jahren hat Benedikt XVI. vom 18. bis 22. Juni seinen schwerkranken Bruder Georg Ratzinger in Regensburg besucht. In Begleitung seines Privatsekretärs, Erzbischof Georg Gänswein, hat der 93-jährige Emeritus mit seinem Bruder täglich die Heilige Messe gefeiert. Beide Brüder haben das Grab der Eltern und der Schwester aufgesucht. Es war das letzte Mal, dass sich die Brüder Ratzinger gesehen haben - am 1. Juli ist Georg Ratzinger verstorben. Dass der Papst emeritus diese Strapazen auf sich genommen hat, sei der Beweis schlechthin und ein Vorbild brüderlicher Liebe. Das Statement des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer können Sie hier herunterladen

Katechesen Benedikts XVI. als Podcast

In unserem Podcastbereich "Generalaudienz und Katechese" finden Sie die Ansprachen von Papst Benedikt XVI. von 2007 bis 2013.
Hier gelangen Sie zum Podcast.

Gebetsanliegen für Papst em. Benedikt XVI.

Schreiben Sie uns Ihre Bitten und Ihren Dank für den verstorbenen Papst em. Benedikt XVI.
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