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Pfingsten – mehr als ein verlängertes Wochenende

Was steckt hinter Pfingsten – dem Fest, das 50 Tage nach Ostern gefeiert wird und uns ein verlängertes Wochenende schenkt? Hier erfahren Sie mehr über Ursprung, Bedeutung und das zentrale Symbol des Festes: die Taube.

Was ist Pfingsten? Bedeutung, Ursprung und kirchliche Praxis
Entwicklung zum eigenständigen Fest
Wer ist der Heilige Geist? 
Was hat die Taube mit Pfingsten zu tun? 

Was ist Pfingsten? Bedeutung, Ursprung und kirchliche Praxis

Pfingsten ist eines der drei wichtigsten Feste im Kirchenjahr – neben Weihnachten und Ostern. Der Name stammt aus dem Griechischen: "Pentekoste" bedeutet "fünfzigster Tag". Pfingsten wird 50 Tage nach Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu Christi, gefeiert und markiert den feierlichen Abschluss des Osterfestkreises.

Ursprung und biblische Bedeutung

Die biblische Grundlage findet sich in der Apostelgeschichte: Dort wird berichtet, dass am Pfingsttag der Heilige Geist in Form von Feuerzungen auf die versammelten Jünger herabkam. "Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder." (Apg 2,3)

Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde der Kirche, da die Apostel danach begannen, öffentlich und in vielen Sprachen vom Evangelium zu sprechen. "Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden." (Apg 2,6)

Entwicklung zum eigenständigen Fest

Ursprünglich wurde Pfingsten gemeinsam mit Christi Himmelfahrt gefeiert. Ab dem 4. Jahrhundert entwickelte sich Pfingsten zu einem eigenständigen Hochfest im Kirchenjahr. Im 11. Jahrhundert wurde zusätzlich eine achttägige Feierzeit – die Pfingstoktav – eingeführt, die jedoch 1969 im Rahmen der Liturgiereform unter Papst Paul VI. abgeschafft wurde.

Pfingstmontag – Feiertag in vielen Ländern

In Deutschland sowie in zahlreichen anderen europäischen Ländern ist Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag und gilt als gebotener Feiertag im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz. In Ländern, in denen der Pfingstmontag kein offizieller Feiertag ist, entfällt seit der Liturgiereform 1969 auch seine liturgische Sonderstellung.

Wer ist der Heilige Geist? Bedeutung im christlichen Glauben

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes – auch Trinität genannt: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese göttliche Dreieinigkeit besteht aus drei Personen, die in vollkommener Liebe miteinander verbunden sind. Sie sind untrennbar eins – und doch bleibt jede für sich eine eigene göttliche Person.

Ein häufig verwendetes Bild für dieses göttliche Mysterium ist die Liebe zwischen zwei Menschen: Wenn Mann und Frau in tiefer Liebe vereint sind, entsteht eine Einheit – ohne dass sie ihre individuelle Identität verlieren. So beschreibt die Bibel auch die Beziehung zwischen Jesus (dem Sohn) und Gott (dem Vater) als eine vollkommene Liebeseinheit.

Doch bei Gott bleibt diese Liebe nicht nur zwischen Vater und Sohn bestehen. Sie ist offen, lebendig und wirksam – und äußert sich in der dritten göttlichen Person: dem Heiligen Geist.

Der Heilige Geist ist die persongewordene Liebe zwischen Vater und Sohn. Er steht im Zentrum der christlichen Erfahrung: Er schenkt Glaube, Hoffnung und Liebe, gibt Kraft zur Verkündigung und ist der Geist, der die Kirche einheitlich und lebendig hält.

Was hat die Taube mit Pfingsten zu tun? Bedeutung eines christlichen Symbols

Die Taube als Symbol des Heiligen Geistes hat ihren Ursprung in der Taufe Jesu im Jordan: "Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen." (vgl. Mt 3,16). Seitdem gilt die Taube als eines der bekanntesten Symbole für den Heiligen Geist. Neben ihrer biblischen Verankerung steht die Taube auch für Zartheit, Reinheit und Liebe.

Bereits im Alten Testament spielt die Taube eine bedeutende Rolle: Während der Sintflut sendet Noach eine Taube aus. Sie kehrt mit einem Ölzweig zurück – ein Zeichen dafür, dass die Wasser der Flut zurückgegangen sind (vgl. Gen 8,11). Diese Szene gilt als Symbol der Hoffnung und des Friedens sowie als Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen.

Die Taube und Pfingsten – Zeichen des neuen Bundes

An Pfingsten wird dieser Bund erneuert. Der Heilige Geist kommt in Feuerzungen auf die Jünger herab (vgl. Apg 2.3: "Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder."), aber in der Kunst wird er bis heute häufig in Gestalt einer Taube dargestellt.

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