Jetzt: Laudes, Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, Baldegg
Laudes, Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, Baldegg

"Man gab ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde."

- Lukas 2,21


"Was weißt Du, lieber Leser, über den Namen Jesus? Du weißt, dass es ein heiliger Name ist und dass du deinen Kopf ehrfürchtig neigen musst, wenn du ihn aussprichst. Das ist sehr wenig. Es ist, als würde man ein geschlossenes Buch betrachten und nur einen Blick auf den Titel auf dem Einband werfen. Du weißt nichts von all den schönen Gedanken im Buch selbst.

[Der Name Jesus] ist so mächtig, so gewiss, dass er in unseren Seelen immer wieder die wunderbarsten Ergebnisse hervorbringt. Er tröstet das traurigste Herz und macht den schwächsten Sünder stark. Er erlangt für uns alle Arten von Gunst und Gnaden, geistliche und zeitliche."

Mit diesen Worten eröffnet P. Paul O'Sullivan OP seinen 1946 erschienenen Bestseller "Wunder durch den heiligen Namen Jesus". Und bei vielen von uns wird er richtig liegen - die Verehrung des Heiligsten Namens Jesu ist nicht die populärste fromme Übung in unsreren Breiten. Doch wird dem Namen Jesu eine besondere Macht attestiert. Seit 1530 feiert die Kirche am 3. Januar das "Fest des allerheiligsten Namens Jesu", dass zur Förderung dieser Frömmigkeit eingeführt wurde.

Seit der Zeit der ersten Apostel war die wundersame Kraft des Namens Jesu bekannt und er wurde von vielen Heiligen ganz besonders verehrt.

Doch auch heute geschehen Wunder, die besonders auf den Namen des Herrn zurückzuführen sind - Hörer von radio horeb teilten ihre Erlebnisse mit Pfarrer Kocher:

Hörerbeiträge bei radio horeb - Wunder durch den Namen Jesu

Zusammenschnitt, 4:54 Minuten:

Der Name JesuAlle Höreranrufe, 16:44 Minuten:

Die ersten Apostel, allen voran der erste Papst Petrus, wußten um die Macht des Namens Jesu und bezeugten diese. Und sie wandten sie praktisch an:

Petrus heilt im Namen Jesu

Der Apostelfürst begann seine glorreiche Karriere damit, den Juden auf den Straßen, im Tempel und in ihren Synagogen die Liebe Jesu zu predigen. Sein erstes bemerkenswertes Wunder ereignete sich am ersten Pfingstsonntag, als er mit Johannes in den Tempel ging. Ein Gelähmter, den Juden gut bekannt, der den Tempel besuchte, streckte seine Hand aus in der Erwartung, ein Almosen zu erhalten.

"Petrus aber sagte: 'Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher!' Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher." (Apg 3,6-8)

Die Juden waren erstaunt, aber der große Apostel sagte zu ihnen:

"'Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? […] Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Und aufgrund des Glaubens an seinen Namen hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.'" (Apg 3,12 + 15-16)

Das Jesusgebet - Ständige Anrufung des Heiligen Namens

Besonders in der Orthodoxen- und Katholischen Ostkirche bekannt ist das Jesusgebet. Doch auch im Westen gewinnt es zunehmend an Beliebtheit. Das Gebet ist denkbar einfach, kann - und sollte - in jeder Lebenslage gebetet werden und besitzt doch eine große Tiefe. Es ist schlicht und einfach die Anrufung des Namens Jesu. Es gibt keine einheitlich festgelegte Formulierung, bewährt hat sich diese:

Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner.

Diese Worte sollen häufig, gesprochen oder im Geiste, wiederholt werden. Dabei bietet es sich an, den ersten Teil beim Ein- und den zweiten Teil beim Ausatmen zu beten. Man versetzt sich dadurch schnell in die Gegenwart Jesu, kommt zur Ruhe und erlangt eine tiefere Beziehung zum Namen des Herrn - und somit zu IHM selbst.

Versuchen Sie doch einmal, dieses Gebet bewusst im Lauf des Tages zu wiederholen.

Viele Wunder sind auf die Anrufung des Namens Jesu zurückzuführen. Eine besonders eindrückliche Geschichte ereignete sich, als im 15. Jahrhundert die Pest in Portugal ausbrach.

Die Pest in Lissabon - Rettung durch den heiligen Namen Jesus

Im Jahr 1432 brach eine verheerende Pest-Epidemie in Lissabon aus. Wer konnte, floh aus der Stadt. Dadurch wurde die Seuche in alle auch noch so entlegenen Gegenden Portugals getragen. Tausende von Männern, Frauen und Kindern aus allen Gesellschaftsschichten wurden von dieser grausamen Krankheit hinweggefegt. Die Seuche war so ansteckend, dass die Menschen überall den Tod fanden - während des Essens, auf den Straßen, in ihren Häusern, in den Läden, auf den Marktplätzen, in den Kirchen. Um mit den Worten der Historiker zu sprechen: Die Pest sprang wie ein Blitz von einem Menschen auf den anderen über bzw. von einem Mantel, einem Hut oder einem anderen Kleidungsstück, eines mit der Pest Infizierten. Priester, Ärzte und Krankenschwestern wurden in so großer Zahl dahingerafft, dass viele Leichen unbestattet auf den Straßen liegen blieben, wo die Hunde das Blut aufleckten und ihren Hunger an ihnen stillten. So wurden auch die Tiere mit dieser furchtbaren Krankheit infiziert und verbreiteten sie noch weiter unter dem unglücklichen Volk.

Der ehrwürdige Bischof André Dias, der im Kloster Sankt Dominikus lebte, gehörte zu denen, die den Sterbenden mit unermüdlichem Eifer beistanden. Dieser heilige Mann erkannte, dass die Epidemie weit davon entfernt war, abzuklingen, sondern täglich an Intensität zunahm. Nachdem er die Hoffnung auf menschliche Hilfe aufgegeben hatte, forderte er das unglückliche Volk auf, den heiligen Namen Jesus anzurufen. Wo immer die Krankheit am schlimmsten wütete, wurde der Bischof gesehen. Er bestürmte die Kranken und Sterbenden und auch die, die noch nicht von der Seuche erfasst waren, stets "Jesus Jesus" zu beten. "Schreibt es auf Kärtchen", sagte er, "und tragt diese Kärtchen bei euch. Legt sie bei Nacht unter euer Kopfkissen, hängt sie an eure Türen. Doch vor allem ruft beständig mit den Lippen und dem Herzen diesen mächtigsten aller Namen." Wie ein Engel des Friedens ging er umher und erfüllte die Kranken und Sterbenden mit Mut und Zuversicht. Die armen Leidenden verspürten ein neues Leben. Sie riefen zu Jesus und trugen die Kärtchen auf der Brust oder in ihren Taschen.

Der Bischof rief sodann alle in der großen Kirche von Sankt Dominik zusammen und sprach zu ihnen noch einmal über die Macht des Namens Jesus. Er segnete Wasser in diesem heiligen Namen und wies die Menschen an, sich mit diesem Wasser zu besprengen. Ebenso die Gesichter der Kranken und Sterbenden. Welch ein Wunder! Die Kranken erholten sich und die Sterbenden erstanden aus den Todesqualen. Die Pest kam zum Stillstand und innerhalb weniger Tage wurde die Stadt von der schrecklichsten Geißel befreit, die je über sie gekommen war.

Die Kunde davon verbreitete sich im ganzen Land. Alle begannen wie mit einer Stimme den Namen Jesus anzurufen und innerhalb kürzester Zeit war ganz Portugal von der schrecklichen Krankheit befreit.

Das dankbare Volk gedachte der Wunder, deren Zeuge es geworden war, und hörte nicht auf, seine Liebe und sein Vertrauen auf den Namen unseres Erlösers zu setzen. In allen ihren Sorgen und Nöten, in jeder Gefahr und bei jedem drohenden Unheil riefen die Menschen den Namen Jesus an. In den Kirchen wurden Bruderschaften gegründet, monatliche Prozessionen zu Ehren des heiligen Namens wurden durchgeführt und Altäre zu Ehren dieses heiligen Namens errichtet. So verwandelte sich der größte Fluch, der das Land je getroffen hatte, in einen großen Segen. Jahrhundertelang setzte man in Portugal großes Vertrauen auf den Namen Jesus. Dieses Beispiel machte Schule und verbreitete sich auch in Spanien, Frankreich und in der ganzen Welt.

(Quelle: Pater Paul O'Sullivan OP - Wunder durch den Heiligen Namen Jesus)

Wie der Heilige Petrus und die ersten Jünger, haben zahlreiche Heilige durch die Zeit den Heiligen Namen Jesu verehrt. Pater Paul O'Sullivan hat viele Ereignisse aus dem Leben der Heiligen zusammengetragen, hier ein Auszug.

Die Heiligen und der Name Jesu

Der heilige Dominikus verbrachte seine Tage damit, Ketzern zu predigen und mit ihnen zu diskutieren. Er ging immer zu Fuß von Ort zu Ort, sowohl in der drückenden Hitze des Sommers als auch in der Kälte und im Regen des Winters. Die albigensischen Ketzer, die er zu bekehren versuchte, waren eher Dämonen, die aus der Hölle losgelassen wurden, als sterbliche Menschen. Ihre Lehre war berüchtigt und ihre Verbrechen enorm. Doch wie der heilige Paulus bekehrte er 100.000 dieser bösen Männer, so dass viele von ihnen für die Heiligkeit herausragend wurden. Nachts erschöpft von seiner Arbeit, bat er nur um eine Belohnung, nämlich die Nacht vor dem Allerheiligsten Sakrament zu verbringen und seine Seele in Liebe zu Jesus auszuschütten. Als sein armer Körper nicht länger widerstehen konnte, lehnte er seinen Kopf gegen den Altar und ruhte sich ein wenig aus, woraufhin er erneut sein intimes Gespräch mit Jesus begann. Am Morgen zelebrierte er die Messe mit der Inbrunst eines Seraphen, so dass sein Körper zeitweise in einer Ekstase der Liebe in die Luft gehoben wurde. Der Name Jesu erfüllte seine Seele mit Freude und Entzücken.

Der Selige Jordan von Sachsen, der dem Heiligen Dominikus als Generalmeister des Ordens nachfolgte, war ein Prediger von großem Ansehen. Seine Worte gingen direkt ins Herz der Zuhörer, vor allem, wenn er zu ihnen von Jesus sprach.

Gelehrte Professoren der Universitätsstädte kamen mit Entzücken, um ihn zu hören, und so viele von ihnen wurden Dominikanermönche, dass andere sich fürchteten, zu kommen, damit auch sie nicht dazu gebracht würden, sich seinem Orden anzuschließen. So viele waren von der unwiderstehlichen Beredsamkeit des seligen Jordan angezogen, dass der Prior des Klosters, als sein Besuch in einer Stadt angekündigt wurde, sofort eine große Menge weißer Tücher kaufte, um Gewohnheiten für diejenigen zu machen, die mit Sicherheit den Eintritt in den Orden suchen wollten. Der selige Jordan selbst empfing tausend Postulanten zum Orden, darunter die bedeutendsten Professoren der europäischen Universitäten.

Der Heilige Ignatius von Loyola war unübertroffen in seiner Liebe zum Heiligen Namen. Er gab seinem großen Orden nicht seinen eigenen Namen, sondern nannte ihn "Societas Jesu" - Gesellschaft Jesu. Dieser göttliche Name war sozusagen ein Schild und Verteidigung des Ordens gegen seine Feinde und eine Garantie für die Heiligkeit seiner Mitglieder. Herrlich ist in der Tat die große Gesellschaft Jesu.

Der heilige Franz von Sales zögerte nicht zu sagen, dass diejenigen, die den Heiligen Namen häufig wiederholen, sich sicher sein können, einen heiligen und glücklichen Tod zu sterben.

(Quelle: Pater Paul O'Sullivan OP - Wunder durch den Heiligen Namen Jesus)

Zum Schluss soll ein zusammenfassendes Wort von Pater O'Sullivan stehen:

"Der Name Jesu ist das kürzeste, das einfachste und das stärkste aller Gebete. Unser Herr sagt uns, dass wir alles, was wir den Vater in Seinem Namen, nämlich im Namen Jesu, bitten, erhalten werden. Jedes Mal, wenn wir 'Jesus' sagen, beten wir inbrünstig für alles, was wir brauchen."

Pater Paul O'Sullivan: Wunder durch den heiligen Namen Jesus.

2016 im Mediatrix Verlag, 56 Seiten. 

Preis: 4,00 €

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