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Seit 12:15
Streiflicht Nachrichtenmagazin - Thema u.a. "Pilgerwege und Wallfahrtsorte - der Crescentia-Pilgerweg".
Danach: Talk und Musiksendung - "Da sein", Talk im Rahmen des Internationalen Prayerfestivals der Jugend 2000, in der Gebetsstätte Marienfried.
2018-08-21 13:00:00

Pfarrei der Woche

Pfarrei der Woche: St. Clemens

"Exerzitienzentrum der göttlichen Barmherzigkeit" - Versteckt ist sie gelegen, unsere „Pfarrei der Woche“ im Herzen Berlins. Doch damit ist sie nicht alleine in der Bundeshauptstadt, wo sich christliches Leben historisch traditionell in die einstigen Vororte oder Hinterhöfe zurückziehen musste.

So deutet auch von der Stresemannstraße aus nur ein Kreuz über einem Torbogen darauf hin, dass sich irgendwo dahinter ein Gotteshaus verbirgt. Gerade nachts ist die Werbung des Hostels zu den "Three Little Pigs"  (drei kleinen Schweinchen), wie es sich nennt sicherlich das Augenfälligste. Das Hostel befindet sich mit auf dem Hinterhof, wo sich auch die Kirche St. Clemens befindet. Und eigentlich ist nicht das Verwunderliche, dass ein Hostel scheinbar "mit auf einem Kirchengrundstück" steht, sondern in dem Fall von St. Clemens ist es eher eine glückliche Fügung gepaart mit großem Engagement Vieler, dass St. Clemens weiter als Kirche genutzt werden kann und nicht, wie einst geplant, zu einem  Appartementhaus umgebaut wurde. Tatsächlich wurde die St. Clemens Kirche ursprünglich 1910 vom seligen Clemens August Kardinal von Galen mithilfe seines Erbteils privat errichtet. Später wurde sie vom Erzbistum Berlin an eine britische Investorengruppe verkauft. Zu dieser Zeit war die Kirche bereits entleert aber noch nicht entweiht. Indische Vinzentinerpatres, ein gegründeter Förderverein, sowie die Unterstützung durch zahlreiche Spender und Beter machten es schließlich möglich, dass die Kirche von dem türkischstämmigen Besitzer zurückgemietet werden konnte und bis heute ist. Es klingt ein bisschen wie ein Krimi und gleichzeitig einem Wunder, wenn man sich mit dem derzeitigen Direktor des Exerzitienzentrums Pater Tom Thomas Mulanjanany VC und Jan-Philipp Görtz, der von Anfang an Mitglied im Förderverein "St. Clemens-Kirche-Berlin e.V." ist, unterhalten darf.


Auf der einen Seite, der steinige Weg, der Bemühungen St. Clemens als Kirche für den Stadtteil Kreuzberg und ganz Berlin als geistliches Zentrum zu erhalten bzw. zu etablieren und auf der anderen Seite das geistliche Angebot, um das die Hauptstadt und somit auch der Regierungssitz bis heute bereichert wird. Die Bibel sagt: "an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" (Mat, 7, 16). Auf die Frage, was denn in St. Clemens an Angeboten zu finden sei, weiß Pater Tom einiges zu berichten. Zwei Gottesdienste gäbe es pro Tag, einen um 13 Uhr ohne Predigt, der somit mittagspausenfreundlich sei und einen "feierlichen" mit Predigt, der nach Feierabend zum Mitfeiern einlade. Zudem gäbe es jeden dritten Sonntag einen Familiengottesdienst. Allerdings würden die Patres die Gottesdienstbesucher immer dazu anhalten am Sonntag in ihrer Heimatpfarrei die Heilige Messe mitzufeiern, denn, wie Pater Tom sagt, sei die "Pfarrei die kleinste Einheit der Kirche" und "das Herz des katholischen Lebens".

Darin wird auch deutlich, dass sich St. Clemens in erster Linie, wie auch der Name verrät, als Exerzitienzentrum versteht und nicht als Ortspfarrei. Und Exerzitientermine gibt es zahlreich in St. Clemens und dem St. Vinzenzhaus, das seit ca. einem Jahr, nur einige S-Bahn-Haltestellen entfernt, als Gäste- und Exerzitienhaus, das Angebot von St. Clemens abrundet. Kurzexerzitien bekäme man bereits jeden Abend um 19 Uhr durch die Predigt in der Heiligen Messe, wie Pater Tom erklärt. Zudem könne man an jedem Wochenende von Freitagabend bis Sonntagmittag an Exerzitien teilnehmen. Doch nicht nur für "Fortgeschrittene" hält St. Clemens Angebote bereit, die einladen eine Gottesbeziehung aufzubauen oder zu vertiefen. So gibt es an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat vormittags ein Gebetsfrühstück mit einem geistlichen Thema, das mittags mit dem Angelus endet. Ein Angebot, das, laut Pater Tom, auch von vielen Atheisten und Suchenden gerne angenommen werde. Die Präsenz der Vinzentinerpatres beschränkt sich allerdings nicht nur auf bestimmte Gebetszeiten, sondern darüber hinaus -quasi als Bereitschaftsdienst- rund um die Uhr - also 24/7. Betätige man die "Notklingel", sei innerhalb von 2-3 Minuten ein Pater für eine Beichte oder ein Gespräch zur Stelle und das zusätzlich zu den festen täglichen Beicht- und Gesprächszeiten. Ihren Dienst, genauso wie die rund um die Uhr geöffnete Kirche St. Clemens, vergleicht Pater Tom folgendermaßen: "die Kirche ist wie eine Mutter: immer bereit ihr Kind zu pflegen". Doch selbstverständlich können nicht die Patres selbst permanent in der Kirche sein, auch wenn das Allerheiligste durchgängig ausgesetzt ist und zum Verweilen und Anbeten einlädt. Mehr als 60 Menschen unterstützen die Patres hier und schenken dem Herrn im Stundentakt ihre Zeit. Unterbrochen wird die stille Anbetung durch das stündliche Gebet des Barmherzigkeitsrosenkranzes. Diese gelebte Barmherzigkeit solle an und von den Menschen in Form einer barmherzigen Frömmigkeit im Alltag weitergeschenkt werden, man solle versuchen diese Barmherzigkeit vorzuleben, eben "barmherzig wie mein Vater" (vgl. Lk 6, 36) oder eben wie Gott ist - das sei das Anliegen von St. Clemens bzw. der Vinzentinerpatres, wie Pater Tom erklärt.

Es gab viel zu erfahren im Interview mit Pater Tom Thomas Mulanjanany VC und Jan-Philipp Görtz. So viel, dass es hier nur schwerlich zu umreißen ist. Deswegen, fühlen Sie sich eingeladen diesen besonderen Ort im Herzen Berlins mit allen Details im Interview zu entdecken, das Sie hier nachhören können.

Das Interview zum Nachhören:

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